Landesehrenbriefe für engagierte Bürger

Die wirklich Wichtigen

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Das Foto zeigt vorne von rechts die geehrten Jürgen Cramer mit Ehefrau Waltraud, Eleonore Blöcher sowie Günter Schmitt mit Ehefrau Hilma. Es gratulierten (hinten von links) Bürgermeister Daniel Tybussek, Landtags-Vizepräsident Frank Lortz und Erste Stadträtin Gudrun Monat.

Mühlheim - Das umfangreiche Engagement von drei Mühlheimern rückt mit der Verleihung von Landesehrenbriefen ins Rampenlicht. Die Auszeichnung überbrachte der Vizepräsident des Landtags, Frank Lortz. Bürgermeister Daniel Tybussek sprach von „verdienter Wertschätzung“.

Was es ohne Mühlheims wirklich Wichtige kaum gäbe: Eleonore Blöcher engagiert sich seit vielen Jahren in Vereinen und Organisationen ihrer Heimatstadt. 1996 trat sie in die Bürger- und Seniorenhilfe (BSHM) ein, „ihr beispielhaftes soziales Engagement führte dazu, dass sie 1999 in den Vorstand gewählt wurde. Bis 2014 koordinierte die einstige Leiterin der Markwald-Kita Helfer und Hilfesuchende, war erste Ansprechpartnerin. Die Geehrte zeichnete mitverantwortlich für Modenschauen, Besichtigungen und Tagesausflüge, das Sommerfest und den Bembelstammtisch.

Weiterhin ist sie seit 1990 im 1. Ski- und Freizeit-Verein. Im Vergnügungsausschuss organisiert sie Städtereisen und hilft bei jeder Veranstaltung vom Rosenmontagstreff bis zum Candle-Light-Abend. Seit 30 Jahren engagiert sich Eleonore Blöcher im Freundeskreis der Partnerstadt St. Priest für die deutsch-französische Freundschaft.

Dazu ließ sie sich zur Engagement-Lotsin ausbilden. Mit dem Team richtete sie 2006 einen Ehrentag für „stille Helfer“ aus und ein Jahr später Mühlheims ersten Freiwilligentag. Ferner suchte und begleitete sie Paten für die Berufsbildung Jugendlicher. Der Wochenmarkt ist für sie die ideale Plattform, Bürger für eine freiwillige Mitarbeit zu werben.

In zwölf Stunden 36 Räder für Flüchtlinge

In der Flüchtlingshilfe bringt sie ihre Erfahrungen für den Freundeskreis ein, der sich als Verein gründete. Heute ist die Mutter zweier Kinder und Oma dreier Enkel Mitglied der Steuerungsgruppe, koordiniert Akquise und Verteilung von Spenden. Allein 250 Fahrräder hat sie vermittelt, einmal 36 innerhalb von zwölf Stunden! Und die organisiert Freizeitangebote.

Lortz: „Sie begegnet den Menschen immer gut gelaunt und hat maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung ihrer Heimatstadt.“ Sonnau-Vorsitzender Karl-Christian Schelzke erinnerte an „ihre wichtigste Rolle der „Ritterin“ in dem Karnevalsverein.

Jürgen Cramer war maßgeblich an der Gründung des Budo-Clubs beteiligt. Der ging 1989 aus der Budo-Abteilung der Sport-Union als eigenständiger Verein hervor, umfasst heute die Abteilungen Judo, Judo für Behinderte, Taekwondo und Jiu Jitsu. Der Geehrte begann 1969 mit dem Judosport bei der Sport- und Kulturgemeinschaft Frankfurt. 1972 wechselte er zu Samurai Offenbach und zwei Jahre später in die Sport-Union. Dort betreute er Kinder und Jugendliche bei Wettkämpfen. 1984 übernahm er die Leitung der Budo-Abteilung und mit der Gründung den Vorsitz des neuen Vereins. Der wuchs stetig, vor allem viele Mädchen und Jungen schlossen sich ihm an. Viele von ihnen sind in den Landes- und Bundeskader berufen worden, errangen internationale Erfolge. Für die Jugendarbeit wurde der Verein 1992 mit dem Mühlheimer Jugendpreis ausgezeichnet.

Cramer betreibt eine erfolgreiche Darstellung des Vereins und des Budo-Sports und pflegt Kontakte zu Sportkreis, Stadt und Kreis. Zwölfmal organisierte er den Wettkampf um den Internationalen Mühlrad-Pokal mit sowie fünf Einladungsturniere für „Judo der Behinderten“.

Ein weiteres Hobby pflegt Cramer in der Schützengemeinschaft Mühlheim-Dietesheim. Seit vielen Jahren ist er aktiver Schütze in mehreren Disziplinen. Von 1983 bis 2001 war er bei der SGMD Schatzmeister.

„Jürgen Cramer hat in 40 Jahren Vereinstätigkeit und 30 Jahren Vorstandsarbeit das Vereinsleben Mühlheims entscheidend geprägt“, betonte der Landtags-Vizepräsident. So wurde der Ehrenbrief-Träger bereits mit mehreren Auszeichnungen bekleidet. Der Steuerberater ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Günter Schmitt ist ständiger Mitarbeiter im Arbeitskreis Museum des Geschichtsvereins und seit Jahren am Aufbau von Ausstellungen im Stadtmuseum beteiligt. „Seine handwerkliche Mitarbeit, die Beschaffung von Exponaten und sein Dienst als Museumsaufsicht werden sehr geschätzt“, bilanzierte Lortz. Ebenso wirke Schmitt schon lange beim Mühlentag, recherchiert und schreibt für Publikationen. Seit 2004 sitzt er als Vertreter Lämmerspiels im Vorstand des Geschichtsvereins.

Einer, der alles über Lämmerspiel weiß

Schon seit 1984 gehört er der Geschichtsgruppe der Lämmerspieler Ortsvereine an, seit 1998 ist er Leiter. Schmitt verfasste Artikel zu 700 Jahren Lämmerspiel und über die „Babbscher“ im Ort. Er war Hauptinitiator und Autor vieler Beiträge des Buch „Lämmerspiel… einmalig“. Innerhalb weniger Tage waren die erste und auch zweite Auflage verkauft.

Eine weitere große Aufgabe ist das Zusammentragen von Gegenständen aus früheren Zeiten. Der Aufbau eines Foto- und Dokumentenarchivs für Lämmerspiel liegt in seiner Hand. Sein jüngstes Kind sind die Führungen der Grundschulklassen der Brüder-Grimm-Schule in die Umgebung. Seine Idee, mit Hinweistafeln auf die Geschichte der Steinkautenbrücke aufmerksam zu machen, wurde 2015 umgesetzt. Und sein Vorhaben eines Sandsteindenkmals zur Namensentwicklung Lämmerspiels steht kurz vor der Verwirklichung.

Günter Schmitt ist Gründungsmitglied des Lämmerspieler Carneval-Vereins, saß seit 1969 im Vorstand, war 1994 bis 2003 Vorsitzender. 1960 waren er und Ursula Fischer Prinzenpaar. Dazu war er mehr als 35 Jahre im Männerballett, und natürlich steigt er in die Bütt. Fast 50 Jahre gestaltete er die Bühne, bis heute ist er Maler und Schildergestalter und kreiert die Orden des LCV. Dem einstigen Werbetechniker bei Coca-Cola gratulierten Ehefrau Hilma, Sohn, Tochter und vier Enkelkinder. (M.)

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