Neubau gegen die Lücken

Stadt plant Kita in der Wilhelm-Busch-Straße

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Das Areal für die neue Kita liegt zwischen Wilhelm-Busch-Straße und Hauffstraße auf einer ersten Planungsansicht der Stadt.

Mühlheim - Eine neue Kita für 100 Kinder soll helfen, die mit dem neuen Bedarfsplan bekannt gewordenen riesigen Betreuungslücken zu stopfen. Als Standort ist ein Areal an der Wilhelm-Busch-Straße ausgeguckt. Von Marcus Reinsch 

Platz wäre für vier Kindergartengruppen und zwei Krabbelstubengruppen. Ob was draus wird, entscheidet die Politik. An der Wilhelm-Busch-Straße soll eine neue Kindertagesstätte entstehen. Am grünen Licht der Politik für die Verwaltung kann kein Zweifel bestehen. Schon, weil der vor wenigen Monaten erschienene Kindergartenbedarfsplan den Volksvertretern immer noch laut in den Ohren klingelt. Kurz gesagt: Die Prognose verweist auf massive Versorgungslücken, die sich in nächster Zukunft vor allem durch den Einwohnerzuwachs Mühlheims und den extrem starken Jahrgang 2015 auftun werden. In ihrer Juli-Sitzung hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat deshalb beauftragt, umgehend „die Planung zur Schaffung von 100 zusätzlichen Betreuungsplätzen für Kindergartenkinder in der Mühlheimer Kernstadt aufzunehmen“, wie Bürgermeister Daniel Tybussek gestern erinnerte. Das ist in Rekordzeit geschehen. In der Sitzung des parlamentarischen Familien- und Sozialausschusses, der das nächste politische Gipfeltreffen (22. September, 18 Uhr, Rathaus, Friedensstraße 20) vorbereitet, brachte die Stadtplanung das Areal zwischen Wilhelm-Busch-Straße und Hauffstraße ins Spiel.

Es drängt sich regelrecht auf. Denn zum einen ist es bereits seit den 1960er Jahren als „Sondergebiet Kindergarten ausgewiesen“, muss also nicht erst in einem zeitraubenden Verfahren für den Zweck Betreuung umgewidmet werden. Zum anderen „leben in diesem Gebiet bereits viele Familien, die diese Kindertagesstätte fußläufig erreichen können, und es verstärkt sich durch diesen Neubau die sowieso schon dezentrale Verteilung der Einrichtungen unserer Stadt“, sagt Tybussek.

Außerdem würden so auch gleich die Domizile von Neubürgern versorgt. Die Häuser neben der neuen Wohnbau-Geschäftsstelle im Ex-Feuerwehrhaus an der Dietesheimer Straße etwa und perspektivisch die Neubauten auf dem Seewiesen-Grundstück gegenüber dem Friedrich-Ebert-Gymnasium.

Das Areal für die Kita umfasst insgesamt 2800 Quadratmeter und wird derzeit zum Teil als Spielplatz genutzt. Platz wäre dort neben dem Freizeitareal für eine Kindertagesstätte mit vier Kindergartengruppen für Drei- bis Sechsjährige und zwei Krabbelstubengruppen für unter Dreijährige. Bei zwei Geschossen wird eine Grundfläche von 500 Quadratmetern benötigt, sodass noch 1200 Quadratmeter Spiel- und Freifläche auf insgesamt 1700 Quadratmeter Grundstück verbleiben würden. Daneben kann auf 1200 Quadratmetern ein öffentlicher Spielplatz angelegt werden, der größer als der heutige ist. Mehr als praktisch: Die Stadt wird nicht alle Kosten aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Sie kann Zuschüsse aus dem neuen kommunalen Investitionsförderprogramm beantragen. Das Geld stünde fast sofort zur Verfügung.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Tybusssek zeigt sich also erfreut. Weil „der kontinuierliche Ausbau der letzten Jahre in der Kinderbetreuung fortgesetzt wird“. Als Beispiele nennt er den Frau-Mutter-Kind-Verein in der Hallgartenstraße, den Ausbau der Bürgerpark-Kita und den U3- Anbau im St. Markus-Kindergarten plus die Erweiterung in der Lämmerspieler Schlesierstraße. Und auch, weil „meine Kollegen aus der Stadtplanung in kürzester Zeit eine tragfähige Lösung erarbeitet haben“.

Die Freude teilt er mit der Ersten Stadträtin, Bau- und Sozialdezernentin Gudrun Monat. Selbstverständlich lasse ihr Dezernat auch bei der Suche nach kurzfristigen Lösung nicht locker, „damit wir Eltern auch im Lauf des nächsten Jahres schon etwas anbieten können“. Den Standort Wilhelm-Busch-Straße nennt sie ideal. Eine Vorstellung der Überlegungen zum Kita-Neubau mit anschließender Diskussion für Anwohner gibt es am Freitag, 23. September, um 19 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses.

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