Übers Offizielle hinaus

50 gemeinsame Jahre Mühlheim und St. Priest

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Kommt da etwa schon wieder was runter? Einer der wenigen Momente ohne Regenschirm bei der ins GMF-Sommerfest gebetteten Verschwisterungsfeier. Für Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter (2. von rechts), die Bürgermeister Daniel Tybussek (rechts) und Gilles Gascon (links) und die Delegationen kein Grund, sich die Laune verwässern zu lassen.

Mühlheim - Ihre Goldhochzeit hatten sie Anfang Mai. Doch mit Gästen feierten sie eingebettet in der Stadt größten Fete: Die Verschwisterung zwischen dem französischen St. Priest und Mühlheim ist 50 Jahre alt.

Seit 50 Jahren sind Mühlheim und St. Priest verschwistert. Eine Städtepartnerschaft muss den Menschen hier wie dort zwar nicht zwangläufig viel bedeuten. Doch über die rein offiziellen Anlässe sind die Stadt am Main und die in der Nähe von Lyon längst weit hinaus. Das wurde auch bei ihrem in die Sommersause des Gewerbevereins gebetteten Treffen deutlich. Die Jungs vom Trio La Pouche á Tron zum Beispiel machten die dicken schwarzen Wolken über der Begegnung mit ihren Chansons fast vergessen.

Die Verbindung der Kommunen ist von Leben auf privater Ebene beseelt. Bereits 1966, im Windschatten von Adenauer und de Gaulle, hatten die damaligen Bürgermeister Werner Grasmück und Charles Ottina den Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Damals, nach langer Völker-Feindschaft, ein geradezu unerhört offener Schritt auf einander zu. Solche Verschwisterungen seien ein „gutes Werkzeug für einen dauerhaften Frieden in Europa“, beurteilte Gastgeber Daniel Tybussek mit der schweren Amtskette um den Hals. Die Freundschaft sei durch Mut, Tatendrang und Neugierde geprägt, durch Vereine und besagte ganz private Kontakte.

„Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir bewegen uns in dieselbe Richtung“, formulierte es Gilles Gascon, heute Rathaus-chef in St. Priest. Beide Länder seien der Motor Europas. Gascon rief Kritiker auf, „europäisch zu fühlen“ und die Zusammenarbeit der Städte zu verstärken. „Europa braucht Seele, Verantwortung und einen politischen Willen.“ Der Austausch von Erfahrungen helfe, eigene Standpunkte zu entwickeln. So können beide Seiten voneinander lernen.

Bilder: Sommerfest der GMF

M.

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