Runderneuerung des städtischen Internetauftritts

Mühlheim auf dem Handy

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Aufgeräumter, abgeflacht und vor allem auch für Mobilgeräte brauchbar: ein Blick auf die neue Optik von muehlheim.de.

Mühlheim - Neues Gesicht für den städtischen Internetauftritt: Besucher auf muehlheim.de werden die Seite ab nächstem Montag nicht wiedererkennen. Und vielleicht auch aus anderen Gründen etwas länger bleiben als bisher. Denn zur optischen und strukturellen Renovierung kommt eine funktionelle - der Auftritt ist endlich auch für Smartphone & Co. optimiert. Von Marcus Reinsch

So ziemlich das Schlimmste, das dem Betreiber einer Internetseite passieren kann, sind enttäuschte Besucher. Auch, wenn er mit der Zahl der Klicks und Visits – Hauptwährungen in der Onlinewelt – kein Geld über den Werbewert verdienen muss. Die Bilanz des Mühlheimer Internetauftritts muehlheim.de ist da bisher zwiespältig. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres riefen zwar rund 30.000 Menschen die Adresse auf, was für eine kleinstädtische Seite ein ganz guter Wert ist. Und auch der Anteil der Besucher, die dafür ein mobiles Endgerät wie Telefon oder Tablet nutzten, stieg zuletzt auf die Hälfte. Doch genau die waren meistens schneller wieder weg, als man gucken konnte - keine Lust auf Fingerwischorgien. Bürgermeister Daniel Tybussek rechnet’s vor: „Sie verschwanden wegen der nicht mobil-tauglichen Darstellung nach weniger als 30 Sekunden Verweildauer wieder. Die Nutzer von PCs und Laptops bleiben im Durchschnitt aber dreieinhalb Minuten auf der Seite.“

Sowas kann nicht im Interesse einer Stadt sein, die mit dem Nutzerverhalten immer mobilerer Generationen mithalten will. Also ist der Internetauftritt runderneuert worden. Am diesem Wochende wird noch die seit neun Jahren bekannte Version zu sehen sein, ab Montagmorgen ist’s dann die neue. Die passt sich automatisch an das Gerät an, von dem sie aufgerufen wird. Relaunch nennt sich dieser Wechsel. Neben der optischen Umgestaltung der nun viel aufgeräumteren Seite – unter anderem hat Axel Häsler, der Luftbildfotograf unserer Zeitung, Breitbildformate beigesteuert – gibt es vor allem eine strukturelle. Wer im Auftritt etwas finden will, braucht keine höheren Navigationsfähigkeiten mehr oder gleich Wissen um den Aufbau der Mühlheimer Stadtverwaltung. Stellt man sich eine Internetseite wie ein Haus mit vielen Räumen vor, muss künftig kein Besucher mehr bis ins fünfte Kellergeschoss, um zu finden, was er sucht.

Alle Informationen rund um die Stadt und die Dienstleistungen ihrer Fachbereiche sind nun unter den Themenschwerpunkten „Bürgerservice“ und „Stadtleben“ angesiedelt. Eine weitere Neuerung stellt die Darstellung von Telefonnummern dar. Egal ob es die eines städtischen Mitarbeiters ist oder die eines Restaurants: Alle Nummern sind anklickbar und direkt vom Mobiltelefon anwählbar.

Geblieben ist der Bereich „Aktuelles“. Hier findet man weiterhin Mühlheimer Nachrichten, Baustellen und mehr. Der Bereich „Bürgerservice“ wurde speziell im Themengebiet Abfallkalender vereinfacht. Vom Besucher einmal vorgenommene Straßeneingaben können nun für künftige Seitenaufrufe vorgespeichert werden. Das macht die Sache schneller, und niemand muss mehr als einmal die Winzziffern und -buchstaben auf dem Bildschirmchen seines Handys treffen. Nach den Sommerferien soll außerdem eine neue App, also ein kleines Programm für Handy und Tablet starten, von dem sich die Mühlheimer ans Rausstellen der richtigen Tonne erinnern lassen können.

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

Spielplätze und Bücherschränke sind nun auf interaktiven Karten zu finden, und auch das Ausfüllen von Formularen etwa für die Kindergartenvormerkung ist leichter. Bekannt, gut genutzt und deshalb fast unverändert: der Veranstaltungskalender, für den beispielsweise Vereine ihre Feste melden können. Erstmal von der Seite verschwunden ist die Suchmaske. Sie kommt aber in zwei bis drei Wochen wieder, sobald der Suchmaschinenanbieter Google die Mühlheimer Neuerungen bei sich eingearbeitet hat. Vorher gäbe es sinnlosen Ergebnissalat.

Vor allem in den ersten Wochen und dann kontinuierlicher als bisher werden weitere Inhalte eingepflegt. Eine Stadt ist ja kein statisches Gebilde. Die Vorarbeit haben die Fachbereiche der Verwaltung zusammen mit Klaus Schäfer, dem Fachbereichsleiter Sport und Kultur, dem städtischen Öffentlichkeitsarbeiter Marcus Ruhr und für die technische Umsetzung der Firma Jochum Mediaservices geleistet.

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