Und neben St. Lucia belebt Lämmerspiel weitere Erinnerungen

Die Ortspumpe kommt wieder

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Schweres Gerät neben St. Lucia.

Mühlheim - Besucher von St. Lucia können bald im Schatten der Kirche verweilen und sich an der Geschichte ihres Heimatorts ergötzen. Bis zum Sommer soll die Arbeit am Osteingang des Lämmerspieler Gotteshauses abgeschlossen sein.

Eine weitere Ampel, rot-weiße Absperrgitter, ein kleiner Bagger und viel planierte Erde. So präsentiert sich in diesen Tagen die Bischof-Ketteler-Straße in Höhe der Pfarrkirche. Wer bei den Feierlichkeiten zum 725. Geburtstag des wilden Südens der Mühlenstadt die Ohren gespitzt hat, erinnert sich: Die früheren Namen der Gemeinde sollen auf einem Gedenkstein festgehalten werden, der im Herzen Lämmerspiels verankert wird. Jetzt ist es also soweit. Vor 14 Tagen begannen Arbeiter mit der Vorbereitung des Projekts, entfernten das Beton-Mäuerchen und das Gebüsch im Hochbeet unterhalb der Sakristei. Mit wendigem Baugerät glätteten und festigten die Männer die Fläche, jetzt folgt der Aufbau. Er teilt sich in zwei Zuständigkeiten, denn Bauherren sind sowohl die katholische Kirchengemeinde als auch die Lämmerspieler Ortsvereine (LOV).

Den Anstoß hat Günter Schmitt vom Carneval-Verein gegeben. Danach wird neben dem Pfarrhaus die alte Orts-pumpe wieder aufgestellt, die bis ins vergangene Jahrhundert an dieser Ecke frisches Nass spendete. Außerdem wird ein Gedenkstein aus Sandstein aus Miltenberg gesetzt. Er wird in diesen Tagen von einem Steinmetz in Hausen bearbeitet und den Wandel des Ortsnamens dokumentieren.

Als sich die ersten Siedler um das Jahr 1280 an der Rodau niederließen, tauften sie den Hügel Limmersbure. Als Lymmersbohl verkauften es die Herren von Eppstein 1425 an den Mainzer Bischof. Seit 1750, verrät die Chronik des Geschichtsvereins, heißt der Ort Lämmerspiel. Es ist die Version Numero elf, dokumentierte die Römergruppe vor zwei Jahren auf dem Festzug mit einer großen Tafel. Um so viel Wissen um seine Heimat verdauen zu können, werden zwei Bänke in der Nische zwischen Pfarrbüro und Gotteshaus aufgestellt. Die Pfarrei nutzt die Gelegenheit, den Seiteneingang von St. Lucia neu und zeitgemäß zu gestalten. Das Areal sei ohnehin renovierungsbedürftig gewesen, bemerkt Alfons Ott vom Pfarrgemeinderat. „Wir bauen eine neue, kleine Ortsmitte auf“, informiert der Sprecher.

Pfarrfest St. Lucia

Dazu zählen ein behindertengerechter Aufgang, eine gepflasterte Rampe, die in zwei Schenkeln und ohne Treppenstufen an die Kirchentür führen soll. An ihrem Fuß werde noch ein Fahrradabstellplatz eingerichtet, der Einlass erhalte eine passende Überdachung. Bis zum Sommer sollen die Arbeiten erledigt sein, die Installationen Passanten zum Verweilen einladen, berichtet Ott.

M.

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