Privater Kindergarten erblickt vor 20 Jahren das Licht

Große „Wilde Zwerge“

+
Kinder und Erzieher der „Wilden Zwerge“ erwarten viele Gäste zum Jubiläumsfest.

Mühlheim - Die „Wilden Zwerge“ werden 20. Das feiert der Betreuungsverein groß. Der Werdegang der Institution ist bemerkenswert. Sie ist eine der wenigen weit und breit, die nicht in einer Initiative von Eltern wurzelt, sondern in der einer Erzieherin. Von Marcus Reinsch 

„Wilde Zwerge“ werden vielleicht nie groß. Aber sie werden erwachsen. Ohne den gleichnamigen Verein würde dem Mühlheimer Betreuungspuzzle ein wichtiges Teil fehlen. Und zwar seit 20 Jahren. Ihren Geburtstag begeht die Institution an diesem Freitag mit allem Drum und Dran. Der Kalender zeigte noch das Jahr 1994, als die Erzieherin Angela Hart erste Gespräche mit Mühlheims damaligem Bürgermeister Karl-Christian Schelzke führte. Sie rannte offene Türen ein bei ihm mit ihrer Idee eines privaten Kindergartens. Die Chronik des Vereins, der daraus entstand, führt heute auch den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz als Grund für die Unterstützung durch die Stadt auf.

Die Suche nach einem geeigneten Gebäude fand 1995 ein Ende, als die alte Post vorgeschlagen wurde. Also Umbau – kleine Menschen haben deutlich größere Ansprüche als Pakete. Die Suche nach qualifiziertem Personal begann, Verbündete gesellten sich hinzu, Angela Hart überzeugte städtische Gremien, der Verein „Wilde Zwerge“ war reif für seine Gründung. Im Sommer 1995 lud die Stadt zum Infoabend ins Rathaus. An seinem Ende lagen die ersten 50 Anmeldungen vor. Es blieb die einzige Versammlung dieser Art. Denn schon im Jahr drauf wurden die Anmeldegespräche im fertigen Kindergarten geführt. Der „Rohling“ umfasste damals zwei Gruppen, der Raum der heutigen Bärengruppe war noch Turnraum.

Der 2. September 1996 war der erste Arbeitstag der Erzieherinnen, am 13. September war feierliche Eröffnung der Einrichtung mit pädagogischem Konzept und dem unbedingten Willen zum Erfolg – alles andere als vergeblich. 1997 verließen die ersten zwei Kinder die Einrichtung gen Grundschule. Und 20 neue wurden aufgenommen. Dies war nur möglich durch die Umgestaltung des Turnraums zu einem zusätzlichen Gruppenraum und die Neuanstellung von zwei Erzieherinnen. Seither ist die Beliebtheit der Tagesstätte bei Eltern und Kindern ungebrochen.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Nicht ohne Stolz vermerken die „Wilden Zwerge“, in Sachen Kinderbetreuung „eine der besten Adressen in Mühlheim und Umgebung“ zu sein. Das liege nicht zuletzt am engagierten Team, das sich schon sehr früh als Dienstleister begriffen habe. Es habe sich also außer der kontinuierlichen Weiterentwicklung der inhaltlichen Arbeit und der pädagogischen Ausrichtung auch der Kundenorientierung verschrieben. Wobei „wir unter Kunden in erster Linie die hier betreuten Kinder und erst in zweiter Linie deren Eltern verstehen“. Ein Mitglied der Zwerge wird die Einrichtung nie in Richtung Grundschule loslassen müssen: Seit Sommer 2010 gehört mit „Curly“ ein Hund zum pädagogischen Team an der Dietesheimer Straße.

Kommentare