Psycho-Doc ein Fall für die Couch

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Handgemenge oder Mordversuch? Monika Pfennig (Inge Constantin), Mimi Schönberg (Claudia Winter) und Sprechstundenhilfe Sabine (Rita Bauer) kämpfen um Dr. Pfennig (Bernd Schmitt).

Mühlheim ‐ Was wäre wohl passiert, wenn Hausmeister Manfred Thierau am späten Sonntagnachmittag den Bühnenvorhang im Pfarrheim von St. Sebastian in der Hanauer Straße nicht hätte reparieren können und der Vorhang geschlossen geblieben wäre? Von Karl-Heinz Otterbein

Die Besucher im voll besetzten Saal des Pfarrheims hätten wohl nach Hause gehen müssen und die Aufführung der Posse „Alles nur Verrückte“ durch die „Kirchturm Komödianten“ verpasst.

Glücklicherweise war die Szene mit Manfred Thierau schon Teil des Stücks, die Auftritte des „Hausmeisters“ waren ein Running Gag. Der Vorhang öffnete sich natürlich bei allen fünf wieder ausverkauften Vorstellungen rechtzeitig und die Besucher konnten sich an den Darbietungen der Truppe um Regisseur Kurt Weber erfreuen.

Mit „Alles nur Verrückte“ hatten sich die Dietesheimer Laienschauspieler ein Stück ausgesucht, das weitgehend ohne die üblichen Schenkelklopfer und auch ohne das bei Komödien obligatorische Happy End auskommen musste. Für etwas Verwirrung unter den Besuchern sorgte zudem der Auftritt von Stefan Heberer als „Kommissar a.D. Karl Berchtold“ und „Komödianten“-Urgestein Katharina Koniecnzny, die als Berchtolds Frau Hertha ihr komödiantisches Talent diesmal nicht in gewohntem Maß präsentieren durfte.

Viele Lacher erntete Helmut Jung

Allerdings spielte die Handlung des Dreiakters wie bei den vorangegangenen 13 Stücken der „Kirchturm Komödianten“ ohnehin nur eine Nebenrolle. Viel wichtiger war den Besuchern auch in diesem Jahr wieder das Agieren der Akteure, die seit Jahren auf der Pfarrheim-Bühne stehen.

Bernd Schmitt überzeugte in der (Haupt)-Rolle des nervlich angeschlagenen Nervenarztes Dr. Klaus Pfennig ebenso wie Inge Constantin als dessen etwas kratzbürstige Frau Monika und Rita Bauer als überaus geduldige und verständnisvolle Sprechstundenhilfe Sabine. Viele Lacher erntete Helmut Jung, der als Patient und vermeintlicher Arzt den Psycho-Doc Dr. Pfennig beinahe in den Wahnsinn trieb, auch Claudia Winter konnte als nymphomanischer Vamp Mimi Schönberg überzeugen. Die „Kampfszenen“ zwischen der Patientin Mimi, Pfennigs Frau Monika und Sprechstundenhilfe Sabine gehörten zu den Höhepunkten der Aufführungen, auch Stefan Heberers Auftritt als Hund „Bello“ sorgte für Szenenapplaus.

Jutta Gasse agierte getreu dem Titel des Stückes als Patientin Laura Weinert, die eine Macke hat, seit sie versucht, sich das Rauchen abzugewöhnen. Regisseur Kurt Weber mischte sich gegen Ende selbst unter die Schauspieler, um die Verwirrung um den Auftritt des Ex-Kommissars Berchtold aufzulösen, was ihm schließlich auch gelang.

Komplettiert wurde das bewährte „Komödianten“-Team wieder von Souffleuse Hildegard Hofmann und Inge Weber, die für die Requisiten verantwortlich zeichnete.

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