Ab Frühjahr 2017: Kanalsanierung und Straßengestaltung

Rote Warte auf Operationstisch

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Die Baustelle für die Kanalsanierung wird sich den Alten Frankfurter Weg von Osten gen Westen entlangarbeiten und sich gen Süden durch die Rote-Warte-Straße bis zur Waldheimer Straße fortsetzen.

Mühlheim - Die Stadt hat ihre Pläne für Kanalsanierung und Straßengestaltung in der Roten Warte vorgestellt. Elementare Botschaft: Die Siedler müssen keine Anliegerbeiträge zahlen. Von Marcus Reinsch 

Zu früh, um Kanalsanierung und Straßenumgestaltung in der Roten Warte in Warnfarbe im Kalender zu markieren. Nächstes Jahr werden dann allerdings sehr lange Striche fällig. Die Baustelle auf dem Alten Frankfurter Weg wandert voraussichtlich von Februar oder März 2017 bis Mai 2018 die 520 Meter von der Rathenaustraße bis zur Rote-Warte-Straße. In der Rote-Warte-Straße selbst ist der Baubeginn auf Höhe des Alten Frankfurter Wegs für April 2018 und das Ende mit Erreichen der Einmündung zur Waldheimer Straße nach 150 Metern etwa für August 2018 vorgesehen. Ein roter Punkt auf dem 18. Mai 2016 ist aber schon angebracht. Denn die Stadt vermeldete beim Infoabend zum Gesamtpaket am Mittwoch, dass sie wie schon beim Kanalaustausch in der Forsthausstraße keine Anliegerbeiträge von den Hauseigentümern verlangen wird. Gemessen am spontanen Beifall im vollen Siedlergemeinschaftshaus eine enorm erleichternde Botschaft für viele Besucher. Aus gutem Grund: Anliegerbeiträge sind selbst jenseits von Hauptstraßen sehr teuer.

Beweggrund für die Bagger ist der Zustand des Hauptkanals. Der hat Jahrzehnte auf dem Buckel, Untersuchungen mit fahrenden Kameras zufolge bekannte und sicher auch einige unbekannte Mängel und unterm Strich den dringendsten Handlungsbedarf in der Mühlheimer Unterwelt. Vor allem an den Abzweigungen zu den Wohnhäusern. Repariert werden die Schäden nicht. Lohnt nicht. Denn die Kanalerneuerung ist eine Kanalvergrößerung. Heißt: Das alte Rohr kommt raus und ein neues mit mehr als doppelt so viel Fassungskapazität und aus besserem Material rein. Damit dürfte sich die Überlastung des Kanals außer bei mit dem Klimawandel etwas häufiger zu erwartenden Starkregen erledigen. Dafür müssen die Straßen aber auch aufgegraben und jeweils zwischen den Querstraßen nach und nach gesperrt werden. Rund 2,4 Millionen Euro sind dafür fällig, finanziert aus dem Abwasserbudget der Stadt, also von der Allgemeinheit.

Dass der Kanal kaputt und für sie nur die Heilung maroder Hausanschlüsse kostenpflichtig ist, dürfen die Siedler als Glücksfall sehen. Denn die Straße muss danach natürlich wieder zugemacht werden. Das verbindet die Stadt mit einer kleinen Umgestaltung des größeren Teils des Alten Frankfurter Wegs. Sprich: Die Baumstandorte nördlich der Fahrbahn werden auf den vom einstigen Radweg übriggebliebenen Asphaltstreifen verschoben. Zwischen dem hohen Grün werden Parkplätze eingerichtet. Allerdings nicht durchgängig, sodass außer den Kreuzungsbereichen mit den Querstraßen auch dort Ausweichmöglichkeiten bestehen bleiben, wenn auf der gewollt schmalen Straße zwei Autos aneinander vorbei müssen. Auf diese Weise wird der nördliche Gehweg etwa zwei Meter breit und hindernisfrei. In der Praxis sind die Nutzungen bisher nicht so klar voneinander getrennt.

Als weitere Verkehrsberuhigung sind die Veränderungen nicht gedacht. Objektiv gilt das auch nicht als nötig. Denn mal offene und mal versteckte Tempomessungen haben laut Bürgermeister Daniel Tybussek ergeben, dass sich 83 Prozent aller Autofahrer im Alten Frankfurter Weg an das Tempo-30-Limit halten. Das seien sogar „die geringsten Geschwindigkeitsübertretungen“ in ganz Mühlheim. Natürlich gebe es wie überall auch hier immer mal Ausreißer nach oben.

Die teils bereits stark geschädigten Birken, die momentan entlang der Straße stehen, kommen weg. Sie sollen durch Bäume ersetzt werden, die den Stress des städtischen Asphalt-Daseins besser aushalten. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz empfiehlt momentan die Hopfenbuche, den Feldahorn und die Säulen-Hainbuche als anspruchslos und schön genug. Sie aktualisiert ihre Liste ständig. So oder so wird die Entscheidung, dann eventuell mit Anwohnerbeteiligung, erst fallen, wenn die Pflanzung bevorsteht.

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