Tabula Rasen

„Sofortprogramm Friedhofspflege“ ist umgesetzt

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Die Teams des Bauhofs und der Friedhöfe haben diese Woche auf allen Mühlheimer Gottesäckern klar Schiff gemacht.

Mühlheim - Haken hinters Mühlheimer „Sofortprogramm Friedhofspflege“: Der Bauhof ist in dieser Woche auf allen vier Gottesäckern der Stadt den Wasser- und Wegschäden und Wildwuchs zu Leibe gerückt. Von Marcus Reinsch

Ein Vorgriff auf die ganz große Sanierung, die bis 2019 Schritt für Schritt folgt. Und bald sollen auch Ehrenamtliche anpacken. Mitarbeiter des Bauhofs haben das erst am 9. Juni von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Sofortprogramm für die Friedhöfe umgesetzt. In den vergangenen Tagen packten sie und das Team der Friedhöfe auf den Gottesäckern an Mühlheims Bieberer Straße und Südring, Dietesheims Hegelstraße und Lämmerspiels Steinheimer Straße an. Sie beseitigten Wasser- und Wegschäden, Unkraut und sonstigen Wildwuchs. Bürgermeister Daniel Tybussek sieht nun auf den Arealen „endlich wieder ein Erscheinungsbild, das einem würdevollen Ort der Trauer und Stille entspricht.“

Das haben zweifellos viele Menschen vermisst. Wäre es nur das extreme Wetter der vergangenen Wochen gewesen - Erste Stadträtin Gudrun Monat nennt als Zusatzherausforderung „über Wochen hinweg immer wieder Starkregen mit Sturmböen, die Aufräumarbeiten und Reparaturen an den Wegen verursachen und gleichzeitig extremes Wachstum und erschwerte Bedingungen beim Mähen verursachen“ - hätten die Mühlheimer wohl toleranter über den Zustand der Gottesäcker hinweggesehen. Beschwerden gibt es aber seit Jahren immer wieder. Vor allem von Hinterbliebenen. Von denen hat schon mancher den Fotoapparat zu Besen, Gießkanne und Miniharke gepackt, um die Pfützen in der Dimension kleiner Seen, Stolperfallen, wucherndes Unkraut und andere Mängel zu dokumentieren.

Tybussek: „Es war klar, dass die Friedhofsmitarbeiter diese Aufgabe nicht allein bewältigen können.“ Umso mehr freue ihn der Sondereinsatz des Bauhofes. Er wolle, sagt er, „auch in Zukunft als nichtzuständiger Dezernent verstärkt ein Augenmerk auf diese Anlagen haben.“ Für besagte Zukunft steht ohnehin der große Schlag an. Im Dezember letzten Jahres hatte die Verwaltung der Politik ihr neues Friedhofskonzept vorgestellt. In ihm sind alle Sanierungsarbeiten mit Kostenschätzungen und einem Zeitplan aufgelistet. Und auch „geplante Veränderungen bezüglich des Verwaltungs- und Pflegebereichs wurden skizziert“.

Für die Investitionen in die maroden Gebäude und die Wege, aber etwa auch in die Kanäle, die Errichtung eines Memoriam-Gartens und die Friedhofserweiterungen sind bis zum Jahr 2019 insgesamt 710.000 Euro im Haushalt reserviert. Beginn ist auf dem Friedhof an der Bieberer Straße, die drei anderen Areal folgen. Monat: „Seit einigen Monaten ist die Verwaltung damit beschäftigt, die Unterhaltung und Gestaltung der vier Friedhöfe ganz grundsätzlich zu überprüfen und neu auszurichten.“ Manche Maßnahmen griffen bereits, andere seien in der Umsetzung. „Insgesamt sind wir auf einem guten Weg.“ Aber erstmal sei schnelles Handeln“ durch das Sofortprogramm möglich gewesen. Das habe auch dem Wunsch vieler Bürger entsprochen, und „die Sofortaktion war für die vier Mitarbeiter der Friedhöfe eine enorme Hilfe“.

Bestattung auf Britisch

Um den seit gestern erreichten Pflegezustand zu erhalten, sollen „langfristig Grünpflegearbeiten auch an Fremdfirmen vergeben werden“. Derzeit würden für in Frage kommende Flächen Leistungsbeschreibungen erstellt. Umsonst werden die Firmen aber natürlich nicht anrücken, für nächstes Jahr sollen deshalb 30.000 Euro zusätzlich für die Grünpflege in den Haushalt eingestellt werden. Für einen weiteren Eckpfeiler könne künftig das Ehrenamt sorgen. Tybussek hält es für möglich, „dass einige Teile oder auch kleinere Parzellen der Friedhöfe ehrenamtlich betreut werden“. Privatbürger, aber auch Kirchen, Vereine oder Gewerbetrebende könnten sich einbringen. Die Verwaltung werde Interessierte also bald zu einem gemeinsamen Termin einladen, um konkrete Möglichkeiten vorzustellen.

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