Bürgermeister-Wahl 2017

Keine Überraschung: SPD nominiert Amtsinhaber Daniel Tybussek

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Auf ein Neues: Daniel Tybussek (rechts) tritt nächstes Jahr wieder bei der Bürgermeisterwahl an. Zu den Gratulanten zählt auch der SPD-Vorsitzende Thomas Schmidt, der Tybusseks Ehefrau Tatjana einen Blumenstrauß überreicht.

Mühlheim - Eine Überraschung war’s nicht, aber ein eindrucksvoller Moment des Zusammenhalts: Daniel Tybussek wurde am Mittwochabend mit 40 Stimmen von 40 Mitgliedern des SPD-Ortsvereins im Saal des Mühlheimer Wirtshauses zum Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl im März 2017 gekürt. Von Michael Prochnow

Die Argumente dafür, erneut mit ihm ins Rennen zu gehen, liefert der Amtsinhaber selbst. Daniel Tybussek berichtet von einem ausgeglichenen Haushalt, es seien weder Steuer- noch Gebührenerhöhungen vorgesehen. Die Grundsteuer B liege, verglichen mit anderen Kommunen in der Region, im unteren Drittel, und ab 2020 würden Schulden abgebaut, kündigt er an. „Wir fördern ehrenamtliches Engagement, erhalten Infrastruktur und die städtische Gesellschaften befinden sich auf einem sehr gutem Weg“, so Tybussek. Seine Politik punkte auch bei der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen - ohne die mehr als 200 Ehrenamtlichen sei diese Herausforderung allerdings nicht zu schultern. Richtig planen könne man ohnehin nicht, weil vor einem Jahr noch 55 Menschen im Monat nach Mühlheim gekommen seien und sich diese Zahl mittlerweile auf acht reduziert hätte. „Aktuell ist die Familienzusammenführung ein Thema.“

Das neue Gebäude an der Schillerstraße sei fertig, Bewohner aus dem Block „In der Seewiese“ werden dorthin ziehen. Tybussek möchte das Haus der Öffentlichkeit zeigen: „Drinnen hört man keinen Zug“. Am Gymnasium soll Mehrgenerationen-Wohnen entstehen, das Jugendzentrum nach dem Auszug der Asylbewerber wieder rundum seiner ursprünglichen Nutzung zugeführt werden. Insgesamt habe die Stadt Platz für 120 Personen geschaffen. Kurz streift der Kandidat auch das Thema Biogasanlage. Das Vorhaben der Vorgänger-Regierung brachte Mühlheim bundesweit in die Schlagzeilen. Mit dem Verkauf der Halle habe die rot-grüne Koalition „die Stadt vor finanziellem Schaden bewahrt“. Auch die städtischen Gesellschaften seien heute gut aufgestellt und die Willy-Brandt-Halle habe sich als „Saal für Vereine und ein attraktives Kulturprogramm“ entwickelt. Der flächendeckende Breitband-Ausbau für einen schnellen Internet-Zugang sei ohne Steuergeld möglich.

Erreicht habe die Stadtführung auch, dass Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar blieben - auch im Markwald. Auf der Wunschliste stehe aber weiterhin ein Drogeriemarkt. Nicht unerwähnt lässt der Bürgermeister, dass Mühlheim als erste Kreiskommune zur handwerkerfreundlichen Stadt ernannt wurde. „Unsere Stadt ist sozialer und menschlicher geworden“, lenkte er den Blick auf 180 neue Betreuungsplätze. Die Kita Wilhelm-Busch-Straße soll noch ausgebaut werden.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Das Jugendforum sei neu belebt, Aktionen zu Prävention und Integration gestartet. Dank des Engagements der SPD und 4000 Unterschriften sei es außerdem gelungen, den ärztlichen Notdienst im Rathaus zu erhalten. „Unsere Senioren haben Mühlheim nach dem Krieg aufgebaut, für sie müssen wir eine attraktive, liebenswerte Stadt sein“, fordert der Rathauschef weiter. Eines der ersten und größten Anliegen bei seinem Amtsantritt war es, die Kürzungen der Vereinszuschüsse zurückzuziehen: „Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist nicht bezahlbar und auch bei der Feuerwehr wird nicht gespart“.

Beim Fazit bezieht sich der Bürgermeister auch auf den Koalitionspartner: „Wir haben viel erreicht, auch mit der CDU“. Diese Kooperation sei der SPD „nicht leicht gefallen“, er habe sich aber an den „Applaus in Stereo“ gewöhnt. „Nehmt die Wahl sehr ernst“, schworen SPD-Ehrenmitglied Horst Lehr, Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter und weitere Redner die Genossen auf die kommenden Monate ein. „Bürgermeister-Wahlen werden an der Haustür gewonnen“, mahnt Tybusseks Vorvorgänger Karl-Christian Schelzke.

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