Friedhofssanierung: Neue Wege des Südring-Gottesackers

Stabil genug für dicke Autos

Mühlheim - Auf Mühlheims Waldfriedhof am Südring steht bevor, was schon mehrfach für kommunalpolitisches Rumoren gesorgt hat: die Sanierung. Ab nächster Woche gibt es erstmal neue Wege. Von Marcus Reinsch 

Bei Sanierungen liegt es in der Natur der Sache, dass erstmal schlechter werden muss, was besser werden soll. Der Waldfriedhof am Südring ist da keine Ausnahme. Die in die Jahre gekommenen Wege werden teilsaniert und erhalten einen neuen Aufbau. Dazu wird vom 22. August bis voraussichtlich 2. September die Wegedecke in Teilabschnitten zunächst großflächig abgetragen. In einem nächsten Schritt folgt dann der Einbau des neuen Belags. Das wird zwangsläufig Auswirkungen auf die Lebenden haben, die privat oder beruflich auf dem Friedhof zu tun haben. Ob nun mit Gießkanne und Harke in der Hand oder Säcken mit Pflanzerde auf der Ladefläche: Das Begehen und Befahren des Friedhofs ist aufgrund der Bauarbeiten „nur sehr eingeschränkt möglich“, wie die Stadt vorwarnt. Sie fordert Firmen auf, in diesem Zeitraum geplante Aktionen wie Grünpflege, Steinmetzarbeiten und andere Aktionen mit der Friedhofsverwaltung unter Tel.: 06108/793468 abzusprechen.

Beschwerden von Bürgern über die Maßnahme dürften kaum drohen. Sie wären schlicht widersinnig. Denn letztlich waren es vor allem Hinterbliebene selbst, die das Sanierungsprogramm für alle Gottesäcker mit Hinweis auf Mängel von Schlammpfützen nach Regengüssen bis bröckelnden Mauern wiederholt gefordert hatten. Die Volksvertreter hatten daraufhin besagtem von der Verwaltung ausgeklügelten Sanierungsprogramm ihren Segen gegeben. Alles in allem ist es mit 710.000 Euro für alle vier Friedhöfe ausgestattet.

Wobei es wiederholt zu Unstimmigkeiten zwischen den politischen Lagern kam. Als die Stadtverordnetenversammlung vor einigen Monaten beschloss, über die grundlegende Sanierung hinaus ein Sofortprogramm mit Rasenmäher und Laubbläsern für die Beseitigung der oberflächlichen optischen Unzulänglichkeiten zu starten, sah darin nicht jeder einen ausschließlich der Würde der Toten geltenden Akt. Die Grünen etwa mutmaßten, dass die SPD/CDU-Regierungskoalition mit dem spontanen Großeinsatz der Bauhofsmitarbeiter außer dem zu üppigen Grün auch das Ansehen der aus den Reihen der Ökopartei stammenden Ersten Stadträtin Gudrun Monat beschneiden wollen.

Bestattung auf Britisch

Die Aufregung an der parteipolitischen Friedhofsfront hat sich mittlerweile wieder etwas beruhigt. Zumal nun das echte Kratzen und Baggern beginnt. „Die Umsetzung des Konzepts zur Sanierung der Friedhöfe beinhaltet auch, die Wege wieder instand zu setzen“, erklärt Gudrun Monat. Die müssten künftig so aufgebaut sein, dass sie auch dauerhaft der Befahrung mit großen Fahrzeugen standhalten. So arbeite die Stadt Schritt für Schritt an der Verbesserung des Erscheinungsbilds der Areale.

Vor wenigen Wochen hat die Stadt auf dem Waldfriedhof ein muslimisches Gräberfeld eröffnet. Der Ausländerbeirat hatte sich das gewünscht, damit Menschen muslimischen Glaubens nach den Riten ihrer Religion mit dem Gesicht gen Mekka und ohne Sarg bestattet werden können.

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