Werbung für Zeltlager mit Gruselpfad

Fürchterliche Wesen im Wald

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Das Lächeln wich bei manch einem Teilnehmer beim Gruselpfad einem gehörigen Schrecken. Die Organisatoren um Pascal Bodensohn haben sich nämlich eine besonders schaurige Geschichte einfallen lassen, um auf ihr Zeltlager aufmerksam zu machen.

Mühlheim - Im Naherholungsgebiet von Dietesheim hört man auf dem Weg zur alten Pelzfabrik schon von weitem schrille Schreie aus dem Wald. Heute ist das aber kein Grund, die Polizei zu rufen. Das „Zeltlager der Katholischen Jugend Mühlheim (KJM)“ inszeniert eine Halloween-Party - samt Gruselpfad. Von Stefan Mangold

Vor dem Weg zur Pelzfabrik stehen Lukas Kopf (15) und Matthew Band (16) und zeigen, wo es langgeht. Unter seiner Maske samt Perücke könnte auch die eigene Mutter beim besten Willen Matthew nicht erkennen. Relativ früh, wenn auch schon in der Dunkelheit, kommen Jessica und Sascha Froböse mit ihren drei Kindern zurück. Die Tante Jaqueline Weber ist mit von der Partie. Der aufwendig verkleideten Familie hatte es bei den frischen Temperaturen ein wenig zu lange gedauert, bis der nächste Gang auf dem Gruselpfad anfing. Zu den Organisatoren der Nacht gehört Pascal Bodensohn. Der 19-Jährige erzählt, die KJM wolle durch die Geschichte auch das Zeltlager bewerben, das jeweils zu Beginn der großen Ferien über zwei Wochen läuft. Seltsam habe es sich anfangs angefühlt, erinnert sich der Lehramtsstudent, von einem aufs andere Jahr vom Teilnehmer zum Leiter zu avancieren: „Plötzlich trug ich Verantwortung.“

Auch für die Gruselgeschichte, die manch einem Teilnehmer einen gehörigen Schrecken einjagt. Sie beginnt mit einem Schluck Wasser am Eingang des Zelts und einem festen Händedruck von Dr. Krieger, unter dessen Glatzenmaske Max Paluch steckt.

Im Zelt erfährt der Zuschauer in einem einführenden Film, um was für eine Type es sich bei diesem Dr. Krieger handelt. Der ambitionierte Militärarzt injiziert einem Soldaten eine von ihm entwickelte Substanz, die dessen Kondition und Belastbarkeit massiv steigern soll. Das Zeug wirkt zwar wie erhofft, mit den Nebenwirkungen hatte der Mediziner aber nicht gerechnet. Statt nur Befehle auszuführen, mutiert der Soldat zum nicht mehr zu kontrollierenden Killer. Wie auch alle anderen, die später unfreiwillig von der Essenz trinken.

Denn Kriegers Mitarbeiter halten von Umweltschutz gar nichts und entsorgen die blauen Fässer mit der Aggressionen fördernden Flüssigkeit im Grünen See. Sie landet letztlich im Grundwasser. Das trinken die Mühlheimer, wodurch die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Die Wirkung erfahren die Spaziergänger auf dem Gruselpfad. Der Pfiff beim Erschrecken liegt in der Überraschung. Das funktioniert sogar noch besser, wenn das Opfer zwar weiß, „es wird etwas kommen“, aber keine Ahnung hat, in welchem Moment das passieren wird, in welcher Sekunde ein fürchterliches Wesen hinter dem Busch aus dem Dunkeln hervorspringt. Der Rundgang führt am Gelände der Artificial Family vorbei. Auch dort ist was los. Eine Band trotzt der Kälte.

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Am Rand liegen immer wieder jammernde Verletzte. Einer erzählt von einem irre gewordenen Metzger, der ihm offensichtlich das Messer in den Bauch rammte. Bevor das Opfer stirbt, redet es noch von dem Gegengift, das es irgendwo gäbe.

Für die Schreie sorgen jedoch die Maskenmenschen, die auf ihre Opfer zuspringen, sie festhalten und mit Schwertimitationen bedrohen. Einer der Teilnehmer lässt sich schließlich nach hinten in der Gruppe fallen, aus der Furcht heraus: „Nicht schon wieder ich!“, ruft er. Später erzählt auch eine Frau vom Virus, das sie befallen habe und vom Gegengift.

An einer Stelle könnte sich mancher Rundgänger an die eigene Wehrpflichtzeit erinnert fühlen. Zum Glück verkündet Pascal Bodensohn, dass, wer älter als 25 Jahre alt ist, nicht durch den künstlichen Tunnel krabbeln muss, sondern auch vorbeilaufen darf. Ohne Schreck geht aber natürlich auch das nicht. Wieder zurück an der Pelzfabrik, gilt es bei Würstchen, Salaten und Getränken die Angst wenigstens so einigermaßen wieder aus den Knochen zu kriegen.

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