Nichts plätschert in den Brunnen

Alle Wasserspeier in Münster sind derzeit defekt

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Nur Brackwasser steht derzeit unterm aufsteigen wollenden Bronze-Schwan im Brunnen am Münsterer Platz des Friedens. Weil alle Wasserspeier im Ort versiegt sind, sieht die CDU-Opposition Münster schon mal auf dem Trockenen sitzen.

Münster - „Es läuft nichts mehr in Münster“, beschwert sich die örtliche CDU und meint die vier kommunalen Brunnen. Vor dem Rathaus, im Bürgerpark, am Friedensplatz und in der Bachgasse lägen die Plätscherer auf dem Trocknen. Alle derzeit defekt, heißt es dazu aus dem Rathaus. Von Thomas Meier 

Kann sich die Union die Trockenheit im lange schon kaputten Pilz-Brunnen auf dem Rathausplatz noch mit dessen anstehender Umgestaltung erklären, so sei für sie das sprudelnde Wasser bei den drei anderen Sprenklern jedoch auf unerklärliche Weise verschwunden. Der sonst in den Sommermonaten von fließendem Nass umplätscherte Schwan auf dem „Platz des Friedens“ starte derzeit furztrockener Schwimmfüße wegen in eine ungewisse Zukunft, heißt es sinngemäß staubtrocken bei den Konservativen. Was auch stimmt, denn eine feuchte Plörre glänzt moosgrün wenige Zentimeter unter des stolzen Bronzeschwanes Schwimmhäuten. Und sie ist auch der Grund versiegten Plätscherns, denn die Anlage am friedlichen Platze ist laut Auskunft von Bürgermeister Gerald Frank schlicht verstopft. Weshalb das hinein fließende Regenwasser nicht ablaufen kann und derzeit für den eigentlich unerwünschten floralen Grünbesatz im Becken unterm abhenden Vogel sorgt.

Nichts rinnt momentan mehr vom Verschwisterungsbrunnen mit Reinsdorf herunter.

Kaputt ist auch die Pumpe im Bürgerpark, weshalb die an die Partnerschaft mit Reinsdorf erinnernde große, schwere Steinkugel über den um sie herum drapierten Katzenköpfen unbefeuchtet bleibt – und somit das Wasser von dem kugelrunden Spender auch nicht via Kunstkanal munter durch die Parkanlage mäandern kann. Was die Ursache für die derzeitige Trockenheit am Brunnen in der die Feuchtigkeit eigentlich im Namen tragenden Bachgasse angeht, weiß der Bürgermeister „aus dem Stegreif“ nicht zu beantworten, außer, dass auch dort dem Defekt nachgegangen werde. Keinesfalls jedoch sei eine Flaute in der Gemeindekasse verantwortlich für die derzeitige Dürre in den Springbrunnen der Kommune.

Münster nicht mehr tröpfelnder Brunnen in der Bachgasse.

Der Verwaltungschef fragt sich allerdings, warum die um örtliche Feuchtigkeitsspender besorgte Union sich über eine Pressemitteilung um Antworten bemüht und nicht selbst im Rathaus um Antworten vorstellig wird. Nun, die Union gibt sich auch ohne flüssige Begründungen schon mal feuchtfröhlichen Erklärungsversuchen hin. „An den Kosten kann die Trockenheit der Brunnen nicht liegen“, schließt sie etwa messerscharf, denn immerhin habe die Rathauskoalition 500.000 Euro für eine „parkplatzvernichtende Rathausplatzgestaltung“ übrig. Warum die Oppositionspolitiker in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass in der Bachgass’ schon mal Wein aus dem nun versiegten Wasserspeier floss, bleibt offen.

Doch auch, dass die neue Rathausmehrheit ihren Koalitionsvertrag ausgerechnet vor dem just versiegten Schwanenbrunnen zeitungswirksam besiegelte, habe für die CDU symbolische Bedeutung: „Wenn in Münster weiter Geld für Prestigeobjekte eingeplant wird, sitzen die Bürger bald auf dem Trockenen.“ Und die Konservativen schieben dieser Mutmaßung knochentrocken eine Altforderung hinterher: „Kindergarten statt Rathausplatz“. Na, wenn das den derart Angesprochenen jetzt nicht runter geht wie verdunstetes Wasser...

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