SPD und ALMA setzten Kandidaten durch

Neue Mehrheit stellt Parlamentschef

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Der neue Vorsitzende der Gemeindevertretung Münster, Klaus Bulang (SPD), bei der Stimmabgabe, rechts daneben im Hintergrund sitzend beobachtete sein Vorgänger Günter Willmann (CDU) das Geschehen.

Münster - Erstmals seit über drei Jahrzehnten steht ein Genosse der Gemeindevertretung vor. Zwar ist die CDU nach wie vor stärkste Fraktion, stellt 17 Sitze, doch SPD (10) und Alma (6) setzten ihren Kandidaten Klaus Bulang durch. Von Thomas Meier 

Auch beim Gemeindevorstand stellt die neue Mehrheit den Ersten Beigeordneten. Rund 40 Besucher verfolgten die Gründung der Gemeindevertretung. Es mussten noch weitere Stühle in den Sitzungssaal des Rathauses gebracht werden, so groß war das Interesse der Bürger an der Konstituierung. Bürgermeister Gerald Frank wünschte sich in seiner Begrüßung, dass die kommende Legislaturperiode von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt geprägt sein möge. Faire Zusammenarbeit mit dem politisch Andersdenkenden wurde an diesem Abend noch oftmals angemahnt.

86 Prozent der Bundesbürger hielten die Demokratie für die richtige Staatsform, zitierte Frank aus einer Umfrage. Und für Münster bat er die im März neu gewählten Gemeindevertreter, sich stets am Wohle Münsters, nicht an parteipolitischen Ideologien zu orientieren bei ihren Entscheidungen. Sollte dies gelingen, würden in fünf Jahren zur nächsten Kommunalwahl vielleicht auch wieder mehr als 50 Prozent der Wählerschaft an die Urnen kommen.

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Als Alterspräsident fungierte der 74-jährige Bernd Mürdter, dem es oblag, die Wahl zum Vorsitzenden der Gemeindevertretung zu leiten. Er dankte den 36 von 37 anwesenden Kommunalpolitikern, dass sie sich von ihren Parteien fürs Ehrenamt haben aufstellen lassen und wünschte allen, „gute Beschlüsse guten Gewissens“ zu fassen. Sollte eine Partei bei einer Abstimmung einmal unterliegen, sollten sich die anderen Fraktionen nicht in Häme üben.

Die CDU schlug für das Amt des Vorsitzenden der Gemeindevertretung wie erwartet den langjährigen Amtsinhaber vergangener Legislaturperioden, Günter Willmann, vor. Er ist seit 1985 dem Gemeindeparlament angehörig und stand ihm seit 2003 bis jetzt vor. Laut Thorsten Schrod habe er sein Amt stets neutral und bei großem Ansehen in der Bevölkerung ausgeübt.

SPD und ALMA verständigten sich auf ihren Kandidaten Klaus Bulang. Seine Nominierung begründete SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Fritsch: „Der Vorsitzende repräsentiert die Gemeinde auch in der Öffentlichkeit. Neue politische Zeiten haben in Münster begonnen, SPD und ALMA haben nun eine klare Mehrheit.“ Dies müsse sich auch in der Repräsentanz der Gemeinde ausdrücken. 20 Jahre sei Bulang in der Gemeindevertretung, er verfüge über alle nötigen Kenntnisse und Erfahrungen. Für die ALMA unterstrich deren Vorsitzender Gerhard Bonifer-Dörr das von Fritsch Vorgetragene.

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Die CDU hatte geheime Wahl beantragt, deren Ergebnis aber ebenso klar ausfiel wie zahlreiche spätere Abstimmungen: Mit ihren 20 Stimmen setzten SPD und ALMA ihren Kandidaten gegen den der CDU durch, auf den 16 entfielen. Klaus Bulang dankte für das Vertrauen, wünschte sich fairen Umgang auch von jenen, die ihm die Stimme versagten, und lobte die Arbeit seiner Vorgängers Willmann, der oftmals die Wogen im Parlament geglättet habe.

Vier Stellvertreter wurden für den Gemeindevertretervorsitzenden ins Rennen geschickt. Die Union nominierte Thomas Heinz und Michael Ries, SPD/ALMA Gerhard Bonifer-Dörr und Elke Müller. Nur drei Kandidaten werden benötigt. In der Reihenfolge Gerhard Bonifer-Dörr, Thomas Heinz und Elke Müller werden sie Bulang bei Ausfall vertreten.

Nachdem die neue Mehrheit bereits den Posten des Chefs der Gemeindevertretung für sich reklamierten, verlief die Wahl zum Gemeindevorstand nicht überraschend. Erster Beigeordneter und somit Vertreter des Bürgermeisters wurde Jan Stemme (ALMA). Diesen Posten hatte lange Jahre Norbert Schewe (CDU) inne, der jedoch auch wieder zum Beigeordneten nominiert und gewählt wurde. Ferner sitzen Peter Waldmann für die CDU und Elisabeth Happel und Ernst Soer für die SPD im für Münster wichtigen Gremium.

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