Aue-Orchester besucht Mozart-Stadt

Wenn’s in Wien heißt: „Münster rrraus!“

Münster - Auf der Wienfahrt der Siebt- und Achtklässler des Orchesters der Schule auf der Aue haben die 26 Schüler die schönsten Seiten Wiens entdeckt. Von ihrer Reise berichten die Schülerinnen Julia Hartmann, Chiara Schumann und Sophie Stork.

Die Siebt- und Achtklässler des Orchester der Münsterer Schule auf der Aue besuchten Wien und gaben auch ein Konzert.

Samstag ging es bereits um 6.38 Uhr am Hanauer Bahnhof los und nach fast sieben Stunden Zugfahrt erreichten die Schüler den Wiener Hauptbahnhof. Bei strahlendem Sonnenschein ging es auf eine erste Stadtführung. „Der Vogelfänger bin ich ja…“, so sang der lustige Papageno am Samstag Abend in der Volksoper. Die Reisenden erlebten eine wunderbare Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“ mit beeindruckenden Sängern, fantastischen Kostümen und einem märchenhaften Bühnenbild. Die Münsterer hatten das Glück, nicht nur das Geschehen auf der Bühne, sondern auch das großartige Orchester von den Rängen aus bewundern zu dürfen.

Der nächste Morgen begann mit einem Besuch im „Haus der Musik“, einem interaktiven Museum mit interessanten Stationen rund um die Welt der Musik. So konnten die Wissbegierigen einen Walzer würfeln, auf dem Boden liegend erfahren, wie sich ein Baby im Mutterleib fühlt und welche Geräusche es wahrnimmt. Auch Beethovens Hörgeräte konnte man testen und erfahren, wie viel er in welchem Stadium seines Leidens zu hören im Stande war. Der Höhepunkt: Jeder durfte versuchen, die Wiener Philharmoniker virtuell zu dirigieren und sich als Orchesterchef zu fühlen.

Es folgte ein Ausflug ins Schloss Schönbrunn. Durch eine Fahrt mit der Kutsche oder der Bimmelbahn konnten die Aueschüler die riesige Parkanlage erkunden und bestaunen. Doch es gab auch noch mehr zu sehen, so beispielsweise die alten Ställe, in denen die Pferde der Kaiserin Sissi standen, den Irrgarten oder einen großen Tierpark. Nach einem spannenden zweistündigen Ausflug kehrten alle in die Jugendherberge zurück, um noch für den Auftritt im Schönbrunner Seniorenstift zu proben.

Tags darauf war das Mozarthaus Ziel, in dem der berühmte Komponist für eine Zeit gewohnt hatte. Mit Hilfe von Audioguides wurden die Schüler durch die dreistöckige Ausstellung geführt und erfuhren viele spannende Details aus dem Leben der Familie Mozart und ihrem Papagei „Pimperl“.

Am Nachmittag stand das Konzert im Seniorenstift auf dem Programm, das unter dem Motto „Kaffeehausmusik“ stand. Die Zuhörer spendeten eifrig Applaus, einige weinten sogar vor Rührung. Besonders beeindruckt waren die Musiker von einer älteren Dame in der ersten Reihe. Sie hielt einen Stoffhund fest im Arm, streichelte ihn liebevoll und flüsterte ihm immer wieder etwas ins Ohr. Später erfuhren die Schüler, dass sie ihren Hund vor dem Einzug ins Seniorenheim abgeben musste und nun all ihre Liebe ihrem Stoffhund widmete.

Die alten Leute wollten die Gäste gar nicht gehen lassen und baten sie, ganz bald wieder zu kommen. Ein sehr schönes Gefühl, wenn man mit seiner Musik so berühren kann, befanden die Aufführenden

Am lustigsten waren die Fahrten mit der Wiener U-Bahn. 30 Münsterer einsteigen, 30 Münsterer aussteigen – sie hätten eigentlich immer einen eigenen Waggon für sich gebraucht. Die U-Bahn-Fahrer Wiens hatten wohl alle ihren Führerschein beim legendären österreichischen Rennfahrer Niki Lauda gemacht. Ihre Vollbremsungen waren spektakulär. Damit sich die Aueschüler nicht verloren, hatte eine Lehrerin immer einen orangefarbenen Regenschirm dabei.

Eins werden die Wienbesucher jedoch nicht vergessen: Nämlich die verdutzten Gesichter der Mitfahrenden, wenn es an der U-Bahnstation wieder hieß: „Münster rrraus!“

tm

Rubriklistenbild: © p

Kommentare