Projekt „Nachhaltigkeit“

Aue-Schule managt Müll-Missstände

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Die Aue-Schüler der 6Fc fanden nahe des Inselviertels bei ihrem Putzkommando gar eine ausrangierte Plastik-Kinderrutsche. Die eignete sich prächtig zum Transport der vielen, gut gefüllten ZAW-Müllsäcke. Lehrerin Vera Reitzel lobte den großen Einsatz aller Beteiligten.

Münster - Die Schule Auf der Aue hat das Projekt „Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen und widmet sich ganz einer sauberen Umwelt, die auch hinterm Pausenhof weiter geht. Mit dem ZAW ging sie einen Vertrag ein, der sich für alle Beteiligten auszahlt. Von Thomas Meier 

Sie trugen leuchtendorangene Westen und eilten planvoll in ganz Münster umher: Vier Klassen der Schule auf der Aue machten gestern zu ihrem ersten Nachhaltigkeitstag klar Schiff im Ort. Und da kam einiges zusammen, was die eifrigen Schüler an Müll und Unrat einsammelten. Sogar eine zweieinhalb Meter lange, ausrangierte Kinderrutsche war unter den Fundstücken. Der erste Projekttag dieser Art unter der Überschrift „Auf dem Weg zur sauberen Aue-Schule“ hat eine etwas „anrüchige“ Vorgeschichte: Schülern und Lehrern stanken im wahrsten Sinne die Zustände in den Toilettenanlagen auf dem Komplex an der Heinrich-Heine-Straße. Und so entschlossen sich Schüler- und Lehrerschaft, etwas zur Besserung in Angriff zu nehmen.

Das Darmstadt-Dieburg-Werk (Da-Di-Werk) ist schon lange daran interessiert, Betrieb und Unterhaltung der Schulgebäude des Landkreises zu optimieren. Als 23. Schule im Landkreis nahm so die Aue-Schule das Angebot des Da-Di-Werkes zur „Einführung des Ressourcenmanagements“ an, um Vandalismus auf den Toiletten einzuschränken und das Schulgelände sauber zu halten. Da die Schule die Voraussetzungen hierfür inzwischen erfüllt hat, wurde vor einiger Zeit bereits eine zusätzliche Reinigungskraft eingestellt. „Und seitdem ist das Problem mit den Toiletten eigentlich keines mehr“, berichtet Lehrerin Vera Reitzel, die von ihren 16 Schülern der 6Fc kräftig Zustimmung für dieses Statement bekommt. Sie jedenfalls waren gestern rund um die Kulturhalle und im Inselviertel Münsters unterwegs, um Unrat einzusammeln. Dass ihre Arbeit sinnvoll und notwenig war, bewiesen sie mit ihren gut gefüllten Tüten, die der ZAW stellte. Von ihm kamen auch die Warnwesten und Arbeitshandschuhe, die die sauber machenden Kinder behalten durften.

Außerdem setzen sich Lehrkräfte und Schüler seit Einführung des Ressourcenmanagements in Sonderveranstaltungen mit Fragen des ökologischen und ökonomischen Verhaltens auseinander und dokumentieren die Inhalte der Veranstaltungen. Zum gestrigen Projekttag, an dem alle Klassen der Schule teilnahmen, wurde nicht nur Dreck aufgesammelt. Da gab es Unternehmungen wie energetisches Bauen, Umweltschutz der Imker, sauberes Wasser, wie aus Abfall Kompost werden kann und vieles mehr. Schuklassen begaben sich auf den Naturlehrpfad in Dieburg und andere lernten, wie etwa der Elektroschrott fachgerecht entsorgt wird.

Doch sind solche Sonderaktionen nur die Spitze des Nachhaltigkeits-Eisbergs an der Schule. Denn die wahren Wunder werden in der Lehranstalt selbst vollbracht: So lautet ein Ziel, das Restmüllvolumen von aktuell 78 Liter pro Schüler im Jahr auf 50 zu reduzieren. Eine Restmüllcontainerleerung wird dann nur noch zweiwöchig (aktuell einwöchig) nötig sein und spart immense Kosten. Drei gelbe Container für Verpackungsmüll wurden mittlerweile aufgestellt und werden bestens angenommen, gleiches gilt für neue Container für Essensreste der Mensa. Die Schulgemeinde – dazu zählen Schulleitung, Schüler, Lehr- und Verwaltungskräfte, Hausmeister und Reinigungskräfte – verpflichten sich, zum Abschluss eines jeden Schultages folgende Punkte in allen genutzten Räumen sicherzustellen:

Fenster und Türen sind geschlossen; die Beleuchtung und alle elektronischen Geräte sind ausgeschaltet (und zwar nicht nur auf Stand-by-Betrieb); Papier ist aufgesammelt; die Gemeinschafts- und Klassenräume werden täglich so hinterlassen, dass die Reinigung ohne große Vorarbeiten durchgeführt werden kann; Stühle sind auf die jeweiligen Tische gestellt, die Tafel ist geputzt, der Papiermülleimer geleert und der Boden gefegt.

Während der Heizperiode sollen ferner die Fenster nicht dauerhaft geöffnet oder gekippt sein, die Räume werden nur stoßgelüftet. Bei der Säuberung des Außengeländes der Schule wird der Hausmeister durch Schüler unterstützt, insbesondere beim Auflesen von Müll und dem Leeren der Außen-Abfalleimer. So umfassend, wie dieses Projekt aufgestellt ist, dürfte eines sicher sein: Es wird sich nachhaltig im Bewusstsein aller daran Beteiligten auswirken.

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