Viel mehr Nachfragen als Angebote

Baugebiet „Am Seerich“: Auch Unternehmen zeigen Interesse

+
Die Erschließungsarbeiten des Baugebiets „Am Seerich“ (hier fotografiert vom Quartier „Auf der Beune“ aus, an das es sich gen Altheim anschließen wird) laufen. Auch die Nachfrage nach den Gewerbegrundstücken übersteigt bereits das Angebot.

Münster - Nicht nur die Bagger und Baumaschinen brummen im neu ausgewiesenen Mischgebiet „Am Seerich“, auch die Nachfrage nach Grundstücken ist so groß, dass sie von der Gemeinde nicht befriedigt werden kann. Von Jens Dörr 

Mit dem Wohn-, Misch- und Gewerbegebiet „Am Seerich“ will Münster in den nächsten Jahren wachsen. Vor wenigen Wochen gaben Verwaltung, Kommunalpolitiker und die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH mit einem gemeinsamen Spatenstich das Startsignal für die Bauarbeiten an der Altheimer Straße ( außerorts L 3095), wo sich das neue Baugebiet an das Quartier „Auf der Beune“, in dem vor allem Gewerbe, aber beispielsweise auch die Christliche Gemeinde beheimatet ist, anschließen wird. Nicht nur die Nachfrage nach den Grundstücken für die Wohnbebauung ist hoch. Auch Unternehmen zeigen für die Gemeinde erfreulich großes Interesse.

„Wir haben eine viel größere Nachfrage als Angebot an Platz“, sagt Bürgermeister Gerald Frank explizit mit Blick auf das Interesse der Wirtschaft an den Arealen im kommenden Misch- und Gewerbegebietsareal des Neubaugebiets „Am Seerich“. Man habe „sowohl konkrete Anfragen von neuen Unternehmen, aber auch von ortsansässigen, die sich erweitern wollen“, so der Bürgermeister, der nah am Stand der Dinge dran ist. „Wirtschaftsförderung ist immer auch Chefsache“, findet er. Maßgeblich unterstützt wird Frank dabei vom entsprechenden Fachbereich im Münsterer Rathaus, den Olaf Burmeister-Salg leitet.

Mit Blick auf die Bearbeitung der Anfragen der Unternehmer, bei denen Handwerker einen Schwerpunkt bilden, arbeitet die Gemeinde Hand in Hand mit der LBBW. Sie bewirbt als Grundstücksbesitzer, -vertreiber und -entwickler den Wirtschaftsstandort „Am Seerich“ unter anderem mit der guten Verkehrsanbindung an B 26 und B 45, die vom Münsterer Ortsrand beide nur ein paar Steinwürfe entfernt sind. Münster sei zudem „zwischen den beiden prosperierenden Metropolregionen Frankfurt-Rhein-Main und Rhein-Neckar gelegen“ und gehöre der „Engineering Region Darmstadt Rhein Main Neckar“ als gefragtem Standort an. Auch „die Nähe zum internationalen Luftfahrtdrehkreuz Frankfurt, die Qualität der Straßen- und Schienenverbindungen“, die hohe Zahl an Fachkräften, die Praxisorientierung der Studenten vieler Hochschulen sowie die Telekommunikationsinfrastruktur werden als Pluspunkte für ansiedlungswillige Unternehmen genannt.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Auch deshalb macht Frank hinsichtlich des Vertriebs der Gewerbegrundstücke, durch deren Belegung sich Münster zusätzliche Steuereinnahmen erhofft, deutlich: „Wir haben überhaupt keine Sorge.“ Optimistisch ist der Bürgermeister auch, dass ein Nahversorger im Neubaugebiet angesiedelt werden kann. Derzeit befinde man sich in Verhandlungen mit möglichen Investoren. Da der Platz auch im neuen Wohngebiet begrenzt ist und bei den Wohnimmobilien die Nachfrage das Angebot extrem überstieg (für die voraussichtlich 31 Plätze für Ein- und Mehrfamilienhäuser hatten sich in den vergangenen zwei Jahren 300 Grundstücksinteressenten eintragen lassen), strebe man an, beim Lebensmittelmarkt nicht einfach einen zweckmäßigen, optisch eher unattraktiven Flachbau hinzustellen. „Wir wollen stattdessen was oben drauf bauen“, meint Frank.

Bei der Wohnsituation verhalte es sich in Münster „ähnlich wie in einer Großstadt“: Der Bedarf an Wohnfläche sei groß. Auch mit der Entlastung durch das neue Baugebiet dürfte Münsters Wohnungsmarkt noch längst nicht gesättigt sein. Der Bau der Häuser kann voraussichtlich im kommenden Frühjahr, wenn die seit wenigen Wochen angelaufenen Erschließungsarbeiten abgeschlossen sein sollen, beginnen. Wann das Areal vollständig, also auch vom Gewerbe, bezogen ist, wagt derzeit noch niemand exakter zu prognostizieren.

Das Auge austricksen: Heimwerker-Tipps für kleine Räume

Kommentare