Bierfest von FSV und AGV Münster kommt wegen Hitze erst spät in Gang

Pro Grad weniger zehn Besucher mehr

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Sie eröffneten das „3. Minsderer Bierfest“ auf dem Festgelände des FSV (von links): Peter Samoschkoff, Norbert Schewe, Rosi Thalmann und Thorsten Heckmann.

Münster - Etwas weniger Temperaturen hätten den Besucherzahlen beim Gemeinschaftsfest von FSV und AGV Eintracht gut getan. Doch auch so fanden viele Freunde guten Biers und engagierter Chormusik aufs Festgelände an der Frankfurter Straße. Von Jens Dörr

Mit ihrem dritten gemeinsamen Bierfest haben FSV und AGV „Eintracht“ Münster am Samstag und Sonntag die Freunde des Gerstensafts angesprochen, dabei allerdings mit den hohen, nicht unbedingt zum übermäßigen Bierkonsum einladenden Temperaturen gekämpft. Die beiden „Arbeitervereine“ drückten damit auch ihre noch immer bestehende enge Verbindung aus. Der Sonntag ging mit viel Musik über die eigens aufgestellte Bühne. Dort hatte am Samstagabend das DJ-Duo Wicked Wilz, das auch im vergangenen Jahr aufgelegt hatte, seinen Platz eingenommen. Um 18 Uhr, als „Freie“ und Arbeitergesangverein das Bierfest offiziell eröffnen wollten, schauten nicht nur die beiden Entertainer noch auf überwiegend unbesetzte Bänke. „Es ist zu heiß“, sagte FSV-Vorsitzender Peter Samoschkoff, der kürzlich erneut zum ersten Mann des 480 Mitglieder zählenden, vor einigen Herausforderungen stehenden Vereins gewählt wurde, am frühen Abend. Kaum vier Dutzend Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt ihre Plätze eingenommen.

Es ging heiß zu beim dritten Bierfest von FSV und AGV, weshalb sich die Plätze auch erst nach und nach füllten.

Also warteten FSV und AGV noch etwas mit dem Fassanstich. Als Samoschkoff, AGV-Vize-Vorsitzende Rosi Thalmann, Brauereivertreter Thorsten Heckmann und Beigeordneter Norbert Schewe (als Vertreter des in Lastra a Signa weilenden Bürgermeisters Gerald Frank) eine halbe Stunde später zur Tat schritten, hatte sich die Zahl noch immer kaum erhöht. Das sollte zu späterer Stunde und mit abklingenden Temperaturen anders werden. Ob Schewes Wunsch („Pro Grad weniger kommen zehn Besucher mehr“) exakt eintrat, ist nicht verbrieft. Mit angenehmerer Witterung stieg aber die Lust der Münsterer auf Pils, Export und Weizen. Samoschkoff gab derweil auch zu bedenken, dass das Fest ein wenig auch in Konkurrenz mehrerer anderer Veranstaltungen in der Region stattfand und anderweitig doch den ein oder anderen potenziellen Besucher hinverloren haben könnte. Die Kerb in Groß-Zimmern zählte der FSV-Vorsitzende ebenso auf wie jene in Schaafheim. Auch das Eppertshäuser Spritzenhausfest der Feuerwehr war am Samstagabend bereits im Gang und lief am Sonntag parallel zum „Minsderer“ Bierfest, wie es FSV und AGV ganz offiziell in Mundart betiteln und wie es sich trotz allem mehr und mehr seinen Rang im jährlichen Münsterer Veranstaltungsreigen sichert.

Nachdem Schewe seinen Wunsch nach mehr Gästen ausgesprochen und Schmucker-Brauerei-Vertreter Heckmann standesgemäß auf DLG-Prämierungen und die besondere Güte des Mossautaler Brauwassers aus dem eigenen Brunnen verwiesen hatte, schlug Schewe ohne großes Tamtam und Biervergießen das Fass an. Der Ansturm auf die ersten Gratisbierchen hielt sich in Grenzen, später wurde es indes besser. Am Sonntag lockten gleich fünf Chöre zum zweiten Teil des Bierfests: „Vocal Total“ vertrat Gastgeber AGV „Eintracht“ ebenso wie „da capo“. Zudem trat der Männerchor der Münsterer gemeinsam mit Sängern des Sonntagsvereins Nieder-Roden auf. Zu Gast hatten FSV und AGV auch die Chöre von Germania Eppertshausen und Liederkranz-Frohsinn Eppertshausen.

Neue Bilder des Bierfests 2016 auf dem Aliceplatz

Beziehungen pflegen FSV und AGV derweil nicht nur über die noch junge gemeinsame Ausrichtung des Bierfests, wie Samoschkoff am Wochenende hervorhob. „Die FSV war früher ja der Arbeiterverein in Münster - wie bei den Gesangsvereinen auch der AGV Eintracht. Bis heute ist es Tradition, dass der Erste Vorsitzende der FSV auch Mitglied beim AGV ist - und umgekehrt.“ Und hat sich auch der einstige Status, dass die Freie Sportvereinigung vor allem die Anlaufstelle für die Arbeiterklasse ist, längst wie in fast allen früher dergestalt gestrickten Vereinen gewandelt, so ist die Bindung zwischen FSV und AGV durch das gemeinsame Bierfest doch wieder enger geworden.

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