Erlebbare Experimente im Familienzentrum

Im Ein-Klang mit den Schalen

Die Schwingungen der Klangschalen hautnah zu erleben ist neben den entspannenden Varianten auch ein großer Spaß für die Kinder. Sie lassen sich gern auf die erlebbaren Experimente ein.
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Die Schwingungen der Klangschalen hautnah zu erleben ist neben den entspannenden Varianten auch ein großer Spaß für die Kinder. Sie lassen sich gern auf die erlebbaren Experimente ein. (Bild vergrößern)

Münster - Die Stille scheint beinahe greifbar im gelben Raum des katholischen Familienzentrums St. Michael. Von Thomas Meier

Nur ein kaum wahrnehmbares, sonores Schwingen erfüllt das abgedunkelte Zimmer, das nach geraumer Zeit etwas in seiner Intensität ansteigt, um langsam, aber beständig wieder zu entfliehen. Kinder liegen mit offenen Augen in Decken gehüllt und lauschen bedächtig, scheinen gar entrückt in eine andere Welt. Und dies alles dort, wo ansonsten das Leben in ganz anderen Dimensionen pulsiert, meist gar zu explodieren scheint: im Kindergarten. Der Senior mit grauem Rauschebart, der sich die Szenerie wohlwollenden Blickes anschaut, bedächtig der Erzieherin zunickt, wenn sie den mit Schaumgummi umwickelten Klöppel gegen die mit Wasser gefüllten Schale schlägt, hätte auch gut den Weihnachtsmann geben können. Doch heißt der Ehrengast des Tages Peter Hess. Er und Petra Emily Zurek unterschrieben am Mittwochnachmittag ein Zertifikat, das die Kita St. Michael als „Klangkindergarten“ ausweist.

Peter Hess und Petra Emily Zurekn (von rechts) unterzeichnen das Zertifikat für das Familienzentrum.

Eine ganze Geschichte führt auf diese Zertifizierung zurück, für die sich alle 15 Erzieherinnen ins Zeug legten. Der erste Kontakt mit den Klangschalen kam durch Beate Brand zustande, die ihre Ausbildung im Peter-Hess-Institut als Klang-Therapeutin abgeschlossen hatte. „Wir durften erstmals hören und spüren, was die Klänge bewirkten“, erzählt Erzieherin Gabi Klingendörfer, sich erinnernd: „Damals waren einige noch sehr skeptisch.“ Dennoch wurde eine erste Klangkiste mit mehreren Schalen angeschafft, die Erzieherinnen begannen „ganz vorsichtig“ das Experimentieren in Kleingruppen. Die Erfahrungen waren durchaus positiv, auch die Skeptikerinnen ließen sie in ihre pädagogische Arbeit einfließen. Die Hess’schen Klang-Theorien hatten eine neue Fangemeinde gefunden.

Peter Hess, Physikingenieur und Berufsschullehrer a.D., hat die Klangmassage bereits in den 80er Jahren entwickelt. „Auf der Suche nach alternativen Heilmethoden unternahm ich viele Reisen nach Indien, Nepal und Tibet“, erzählt er im Gespräch. Erlebnisse bei traditionellen Heilern und Beobachtungen bei den Newar, der ältesten Volksgruppe im Kathmandu-Tal, hätten ihn die große Bedeutung der Klänge im traditionellen Heilwesen erkennen lassen: „Ich habe auf meinen Reisen am eigenen Leib erfahren, wie stark Klänge wirken können – heilend, aber auch in ihrer negativen Wirkung; denn alles auf dieser Welt ist von Polarität gekennzeichnet.“

Wieder zurückgekehrt in Deutschland, gab er sein neu erworbenes Wissen und seine Erfahrungen weiter. In Nepal hatte er die Klangschalen kennen gelernt und daraus die Idee entwickelt, dass sie ein ideales Medium sein müssten, um die heilsame Wirkung der Klänge auch für die Menschen im Westen erfahrbar zu machen. Die Idee fand schnell Umsetzung in ersten Seminaren und die positiven Ergebnisse führten zu einer raschen Weiterentwicklung seiner Methode. Heute wird die Peter Hess-Klangmassage in zahlreichen Berufsfeldern aus den Bereichen Pädagogik, Beratung, Therapie und Medizin erfolgreich eingesetzt.

In Münster waren die Erzieherinnen jedenfalls schnell begeistert und dachten sich: „Was Kindern gut tut, tut auch den Eltern gut.“Seitdem bietet das Familienzentrum regelmäßig Klangabende für Eltern an, die sich bestens Besuchs erfreuen. Die Erwachsenen regten an, ein Eltern-Kind-Angebot zu schaffen, und auch dies war rasch ausgebucht, wird ein- zweimal pro Jahr angeboten. Mit dem Projekt „zertifizierter Klangkindergarten nach Peter Hess“ krönte das Familienzentrum nun seine Bestrebungen: „Die Ausbildung, die aus vier Blöcken bestand, wurde mit Erfolg vom gesamten Team innerhalb von zwei Jahren absolviert“, freute sich so auch Pfarrer Bernhard Schüpke, der zur Zertifizierung Gückwünsche aussprach und viel lauschte. Hierzu auch ein „Angemerkt“

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