Münsterer Jugendfeuerwehr feiert 40-jähriges Bestehen

Wichtige Basis für die Brandschützer

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Ein Klettermax passt gut zur Jugendfeuerwehr, die ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Spiel- und Infoangebot feierte.

Münster - „Ohne Nachwuchs gibt es keine Zukunft“ – die Worte waren kurz und treffend, mit denen Dieter Emig am Sonntagnachmittag in Vertretung des Landrats die Arbeit der Münsterer Jugendwehr lobte.

Wie weitere Honorationen war er gekommen, um der Nachwuchsabteilung für ihr 40-jähriges Bestehen zu gratulieren. Um den Feierlichkeiten einen größeren Rahmen zu geben, integrierte der Feuerwehrverein den Geburtstag in sein Oktoberfest. So war den kleinsten Floriansjüngern zusätzliche Aufmerksamkeit sicher. Zum Programm gehörten eine Schauübung sowie eine Ausstellung aller Rettungsdienste. Gestaunt wurde zudem über die feine Schnauze eines Polizeihundes, der die versteckten Rauschmittel ausfindig machte. Zur weiteren Kinderbelustigung gab es Wasserspiele und eine Klettermöglichkeit.

Dass am Sonntag gefeiert werden konnte, ist auch dem heutigen Vorsitzenden zu verdanken: Josef Haus war damals Mitbegründer der Jugendwehr. Nachdem die umliegenden Wehren, wie Altheim und Dieburg, bereits eine solche Sparte hatten, entschied sich Münster ebenfalls dafür, gezielt Nachwuchs aufzubauen. Die Gründung fand am 6. Dezember 1976 im Rathaus statt. Die ersten sechs Jahre übernahm Josef Haus das Amt des Jugendfeuerwehrwart. Das Interesse war mit 20 bis 25 Jugendlichen unerwartet hoch. Das führte zu Problemen, denn das alte Feuerwehrhaus in der Bahnhofstraße war nicht allzu groß. Man entschied sich daher dazu, die Gruppe zu teilen. Eine Woche war die eine Gruppe dran, darauf die nächste, was stets eine Woche Pause bedeutete.

In den Folgejahren gab es Zeiten, in denen die Jugendwehr stellenweise auf 40 bis 50 Kinder anwuchs. Heute pendelt die Zahl um die 25. Der gegenwärtige Jugendfeuerwehrwart Stefan Schneider gibt sich mit Blick auf einen neuerlichen Boom als Realist. „So viele Kinder werden nicht mehr geboren. Dazu kämpfen immer mehr Vereine um den Nachwuchs.“ Zwei Mädchen befinden sich im Team, Flüchtlingskinder noch nicht. Die Werbung für die Jugendwehr sieht Schneider als die wichtigste Zukunftsaufgabe. Bei Schulfesten und Projektwochen gibt man bereits regelmäßig die Visitenkarte ab. Doch das Aquirieren offenbart sich als schwierig: „Konnte man früher alleine mit Blaulicht und Sirene die Kinder zur Jugendwehr holen, reicht das heute nicht. Von YouTube oder dem Smartphone kennen sie das schon zu genüge“, weiß Schneider. Habe man die Schüler im Boot, verlange dies zusätzlich Spiel und Spaß – etwa mit Zeltlager oder Schwimmbad. Die Zeit vom zehnten bis zum 17. Lebensjahr sieht Schneider als Altersspanne, in der man die Schützlinge oft wieder verliert. Von 200 Kindern in zehn Jahren würden nur 15 bis 20 den Sprung in die Einsatzabteilung schaffen.

Und trotzdem bleibt die Jugendwehr die wichtigste Basis, aus der die Aktiven ihre Nachfolger rekrutieren. Das machte bei der Jubiläumsfeier ein Großteil der Redner deutlich. Laut Kreisjugendfeuerwehrwartin Carina Hoeft begannen 90 Prozent der Aktiven in der Jugendwehr. Mit ihr bedankte sich auch Kreisbrandinspektor Ralph Stühling und der Münsterer Gemeindebrandinspektor Florian Kisling bei den Jüngsten. Kislings erinnerte zudem an die Ausbilder, die in der Einsatzabteilung und den Gruppenstunden gleich doppelt aktiv sind. Bürgermeister Gerald Frank hob die pädagogische Arbeit bei der Jugendwehr heraus: „Auch wenn später kein Feuerwehrmann draus wird – die Kinder und Jugendlichen lernen Verantwortung. Das ist fürs spätere Leben immer gut.“ (mj)

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