Sanierung soll im Zeitplan sein

Kita Im Rüssel: Zum Schimmel kommt falsche Statik

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Münster - Eigentlich sollte 2016 das Jubiläum „40 Jahre Kindergarten Im Rüssel“ gefeiert werden. Doch Schimmelbefall führte im August 2015 zur Evakuierung des Kindergartens ins JUZ.

Und jetzt stimmt auch noch die Prüfstatik nicht mit örtlichen Gegebenheiten überein, heißt es aus der Verwaltung. Zwei toxikologische Gutachten und ein Baugutachten wurden zu Rate gezogen, um für die Zukunft zu planen. Hinzu kamen aktuelle belastbare Bedarfsentwicklungszahlen der vorschulischen Kinderbetreuung, die bei einer Entscheidung zur Sanierung mit oder ohne Anbau eine Rolle spielten. Die Entscheidung fiel auf Sanierung im Bestand. Seither sind die Maßnahmen in vollem Gang. Der Bauzeitenplan sieht die Endreinigung nach Abschluss der Bauarbeiten für die 51. Woche vor.

In der letzten Sitzung der abgelaufenen Legislaturperiode hatte die Gemeindevertretung am 22. Februar die energetische Sanierung der Kita Im Rüssel und die Beseitigung des Schimmelschadens beschlossen. Von der ursprünglich vorgesehenen Erweiterung um zwei Gruppen wurde abgesehen, da die neusten Bedarfszahlen an Kinderbetreuungsplätzen in Münster mehr als den Bau eines vollständigen Kindergartens erfordert. Vor der Aufnahme von Planungen sollte die Sanierung und der Umbau für zwei U3- und zwei Ü3-Gruppen ohne Anbauten schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. Durch die Sanierung fiel die übliche Bearbeitungszeit eines Bauantrags weg was einen Zeitgewinn von drei Monaten bedeutet hätte.

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Architekt Happel hatte in der Sitzung bei der Präsentation der Pläne angekündigt, dass mit einer Bauzeit zur Sanierung von neun bis zwölf Monaten zu rechnen ist. „Der Bauzeitenplan“, so Bürgermeister Gerald Frank, „ist äußerst sportlich. Wenn er planmäßig umgesetzt wird, erfolgt die Bauendreinigung nach Fertigstellung in der 51. Kalenderwoche.“ „Mir geht das alles viel zu langsam“, sagte Frank. Aber alles brauche seinen Vorlauf. Gesetzliche Vorgaben seien einzuhalten. Auch wenn man von außen keine Bauaktivitäten sehen könne, seien die planerischen Arbeiten umgehend angegangen worden. Viel sei seitdem passiert. Seit April sind die Planungsbüros für alle Gewerke an der Arbeit. Vor allem die Grundrissgestaltung wurde abgestimmt und geplant. Hierzu gab es viele Abstimmungstermine mit den Fachbüros, der Kiga-Leitung, der Fachabteilungen und des Bürgermeisters, wobei versucht wurde, allen Vorstellungen der Kindergartenleitung und der Fachabteilung gerecht zu werden. Dabei ging es um Feinheiten der Innenausstattung von Küche, Bistro, Leitungsbüro und Ausstattung in den haustechnischen Anlagen.

Zwischenzeitlich wurden von den Fachbüros die ersten Leistungsverzeichnisse erstellt und zur Angebotseinholung versandt. Aktuell steht noch eine Überprüfung des Dachtragwerks bevor, da hier durch energetische Verbesserungsmaßnahmen neue Lasten auf die Konstruktion gebracht werden. Architekt Happel hatte die Prüfstatik des Gebäudes beim Kreisbauamt angefordert und musste feststellen, dass die zugesandte Prüfstatik des 40 Jahre alten Gebäudes nicht mit den örtlichen Gegebenheiten übereinstimmt. In der Berechnung ist ein Sparrendach und kein Fachwerkträger-Dachtragwerk berechnet. „Da im Zuge der energetischen Sanierung die Deckenebene ja neu gedämmt werden muss und neue Akustikdecken geplant sind“, so Happel, „erachten wir es für dringend notwendig, das Dachtragwerk durch einen erfahrenen Tragwerksplaner überprüfen zu lassen.“

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Für Bürgermeister Gerald Frank ist dies wie ein Déjà-vu-Erlebnis. 2011 war er Mitglied des Akteneinsichtsausschusses, der die Baumängel im Kindergarten „Haus der Kinder“ untersuchte, die damals zu Schimmelschäden mit einer millionenschweren Sanierung geführt hatten. Die Verwaltung gehe allerdings nicht davon aus, dass es weitere Probleme gibt.

In dieser Woche endet die Frist für die Angebotsabgabe bezüglich der Ausschreibungen für Heizung, Lüftung, Sanitär sowie Entkernung. In den kommenden drei Wochen werden die eingehenden Angebote geprüft. Damit der Bau schnell voranschreiten kann, ist eine rasche Beschlussfassung durch den Gemeindevorstand geplant, sodass planmäßig spätestens Anfang Juli mit „Leistungsphase 8“, der Bauausführung begonnen werden kann. In den darauffolgenden zwei Wochen werden sämtliche Abbruch- und Demontagearbeiten vorgenommen.

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Bis Ende November schließlich sollen auch Fassadenarbeiten, Trockenbau, Fußbodendämmung, Heizung, Estrich, Malerarbeiten, Deckenbekleidung, Fließenarbeiten, Sanitärarbeiten und Montage der Innentüren erledigt sein, sodass nach der Endmontage der technischen Ausstattungen und der neuen Küche in der Kalenderwoche 51 die Bauendreinigung erfolgen kann. Nach Übergabe der neuen Räumlichkeiten kann der Kindergarten mit neuen Möbeln und allem was die Kinder benötigen ausgestattet werden. Der Wiedereinzug wäre ein guter Anlass für die Feier zum Jubiläum „40 Jahre Kindergarten Rüssel“.

tm

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