Ersatzbau am Stiegelgraben muss neu ausgeschrieben werden

Kleine Brücke teurer als erwartet

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Die kleine, alte Brücke über den Stiegelgraben muss erneuert werden, doch kostet ein Neubau mehr als der Haushalt hergibt.

Münster - Seit Mai 2015 ist die schmale, aber für die Kleingärtner wichtige Brücke, die neben der Bahnlinie vom Eppertshäuser Pfad kommend über den Stiegelgraben zum Max-Bock-Heim führt, wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt. Von Thomas Meier 

Dies wird sie auch noch länger bleiben, denn die veranschlagten Reparaturkosten waren zu knapp bemessen. Eine neue Ausschreibung muss erfolgen. Die plötzliche Komplettsperrung der so wichtigen Brücke sorgte vor über einem Jahr für großen Unmut bei den rund 30 betroffenen Kleingärtnern, versetzte die Maßnahme ihre Anwesen doch in eine Insellage. Auch eine Informationsveranstaltung konnte die Gemüter nicht beruhigen. Erst eine spektakuläre Aktion, bei der mit Unterstützung eines Hubkranes Traktoren und Hänger über die Gersprenz gehieft wurden, glättete die Wogen. Dazu trug freilich auch das Versprechen bei, eine neue Brücke baldmöglichst zu bauen (eine Sanierung schied aus zu hohen Kosten gleich aus).

Gioia Meyer vom Bauamt präsentierte am Infoabend die gravierenden Schäden. Weite Teile der Widerlager sind ausgeschwemmt, die Tragbewehrung liegt zum Teil frei und rostet, der Beton ist aufgeplatzt und das Geländer ist alles andere als an zeitgenössische Vorschriften angepasst. Durch die Vollsperrung sind seitdem nicht nur die Garteneigentümer betroffen, sondern auch das Max-Bock-Heim, der Wasserverband Gersprenz, Rettungskräfte und Radfahrer sowie Spaziergänger. Doch der Neubau muss warten. Zwar wurde das Projekt alsbald ausgeschrieben, doch erwiesen sich laut Bürgermeister Gerald Frank die im Rathaus zwischenzeitlich eingetrudelten Angebote als wesentlich teurer als im laufenden Haushalt einkalkuliert.

Insgesamt 17 Brücken gibt es in Münster, die für die Landwirtschaft wichtige im Werlacher Weg wurde 2015 für 400.000 Euro saniert. Für 2016 stellte die Gemeinde die gleiche Summe für die Sanierung der Brücke über den Stiegelgraben und die etwas besser erhaltene, aber trotzdem reparaturbedürftige Querung am Jugendzentrum im Etat ein.

Hierfür verschwendet der Staat unsere Steuergelder

„Doch der Branche geht es wohl derzeit sehr gut“, weiß Gerald Frank zu berichten. Zeitnahe Angebote für eine Brückenerrichtung am Stiegelgraben jedenfalls sprengten den finanziellen Rahmen. Mit etwas mehr Zeit im Rücken hofft man auch auf einen günstigeren Preis, wobei man den Kleingärtnern dennoch auch zeitnah entgegenkommen kann und will. Weil für einen Brückenneubau direkt neben der Eisenbahnquerung eine Behelfsbrücke nötig sein wird, solle diese schon umgehend gebaut werden. Und die Ausschreibung für das Behelfswerk ist auch schon auf dem Weg. Zumindest Spaziergänger, Jogger, Gassigeher und die Kleingartenbewirtschafter sollen so per Pedes oder mit dem Rad schon bald wieder auf kürzerem Weg ans Ziel gelangen, ohne den langen Umweg über die Landesstraße wählen zu müssen. „Ich hoffe, dass dieser Übergang bereits im September steht“, sagt der Bürgermeister. Wie die Endabrechnung einmal für die Stiegelgrabenbrücke ausfallen wird, steht noch in den Sternen.

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