Altheimer Jugendfeuerwehr absolviert Jahresabschluss-Übung

Menschenrettung hat oberste Priorität

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Fachgerecht und zügig löschte die Altheimer Jugendfeuerwehr die brennenden Paletten.

Münster - Mit der Firma IKRA dürfte in Münster und selbst im Ortsteil Altheim längst nicht jeder etwas anfangen können.

Dabei handelt es sich bei dem Vertreiber (und über ein weiteres Unternehmen im Erzgebirge auch Produzent) von Gartengeräten aller Art doch um einen der größten Arbeitgeber der Gemeinde und einen der Hauptzahler von Gewerbesteuern. 40 Menschen arbeiten für IKRA allein im Verwaltungsgebäude in der Altheimer Pommernstraße; zudem hat das Unternehmen noch ein Lager in der Kärcherstraße, das auch als Schauraum für die eigenen Produkte und denen von Fremdmarken, die man ebenfalls vertreibt, dient. Genau dort, im Lager, rückte am Samstagnachmittag die Altheimer Jugendfeuerwehr zu ihrer Jahresabschluss-Übung an. IKRA hatte das Gelände in der Kärcherstraße zur Verfügung gestellt; dass es dorthin gehen würde, wusste aber keiner unter den zehn- bis 17-jährigen Einsatzkräften. „Wir haben das geheim gehalten“, erläuterte Jugendfeuerwehrwart Thilo Becker während der Übung – nicht ohne die Arbeit der jungen Wehrleute dabei zusammen mit Stellvertreter und zwei weiteren Übungsleitern genau unter die Lupe zu nehmen.

13 aktive Mitglieder hat die Altheimer Jugendfeuerwehr derzeit, wegen der angebrochenen Herbstferien waren am Samstag nur sieben von ihnen mit von der Partie. „Damit war ein Löschgruppenfahrzeug komplett besetzt“, sagte Becker. Hinzu kam ein in Münster stationiertes Tanklöschfahrzeug, das ein Kollege der Münsterer Wehr zum Einsatzort fuhr. Der Grund, weshalb man dieses Fahrzeug brauchte: „Der nächste Hydrant war recht weit weg.“ Das Verlegen der Schläuche wäre zur Bekämpfung der Brandstelle zu aufwändig geworden. Also holte man sich das Nass aus dem Fahrzeug. Das von drei Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Altheims vorbereitete Szenario sah vor, dass einerseits im Hof des IKRA-Geländes ein Stapel Paletten in Brand geraten war. Die jungen Wehrleute mussten allerdings nicht nur das Feuer im Blick behalten und löschen, sondern zugleich auf das (mit einer Nebelmaschine) „verrauchte“ Lager selbst achten. Dort wartete ein Darsteller, den es zu bergen galt.

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Unter anderem, weil dies Priorität gegenüber der Brandbekämpfung hatte und von den sieben jungen Altheimern so berücksichtigt wurde, war Becker mit dem Verlauf der Übung zufrieden. „Es war gut, dass der Schwerpunkt auf die Menschenrettung gelegt wurde“, lobte er. In „echt“ sänken die Überlebenschancen in verqualmten Räumen nach zehn Minuten nochmals deutlich. Die Jugendwehr war bereits fünf Minuten nach Auslösung des Alarms um 13.30 Uhr vor Ort und hatte nochmals fünf Minuten später den Darsteller, der das „Opfer“ mimte, aus dem Lager herausgeholt.

Auch das Feuer wurde fachgerecht und zügig gelöscht. Nach etwa einer halben Stunde konnte die Jugendwehr ihre Schläuche bereits wieder einrollen. Und das IKRA-Lager ist heute ohne Beeinträchtigung wieder einsatzbereit: Schon kurz nach Übungsende hatte sich der Kunstnebel ohne nennenswerte Rückstände verzogen. (jd)

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