Jean Sibelius „Finlandia“

Aueschüler gemeinsam mit dem HR-Sinfonieorchester auf der Bühne

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Eine Delegation von Musikern der Schule auf der Aue war beim HR-Projekt „Super.Sibelius-Orchester“ im Großen Sendesaal in Frankfurt dabei. Mit großer Begeisterung, wie die jungen Musiker hier demonstrieren.

Münster/Frankfurt - 19 Schulensembles aus Hessen waren vom Hessischen Rundfunk auserwählt, gemeinsam mit dem Sinfonieorchester im Großen Sendesaal Sibelius Werk „Finlandia“ zu spielen. Mit darunter eine Auswahl von zehn Musikern der Aue-Schule.

„Beim Proben hatte ich das Gefühl, das läuft. Doch als ich gehört habe, wie das der Profi neben mir gespielt hat, wackelten meine Knie wie Pudding.“ Seit einem Vierteljahr hatte die Zehntklässlerin Lauren Hener einen Part aus Jean Sibelius Sinfonischer Dichtung „Finlandia“ auf ihrer Geige geübt. Nun war es dann so weit: Sie bildete gemeinsam mit neun anderen Orchestermitgliedern der Münsterer „Schule auf der Aue“ sowie Berufsmusikern des Hessischen Rundfunks (HR) das „Super-Sibelius-Orchester“. Der HR öffnete zum zweiten Mal nach 2014 hessischen Schulensembles die Türen seines Sendesaales. Erklang damals Antonin Dvoráks weltberühmte neunte Sinfonie „Aus der neuen Welt“, so verschickte er an die Schulen nun Mitte Juni die Partituren von Sibelius‘ Werk. Außerdem spielten die Schüler Ludwig van Beethovens weltberühmte „Ode an die Freude“, die auch als Europa-Hymne gilt.

„Als der HR im Mai eine Ausschreibung gemacht hat und hessische Schulorchester fragte, ob sie nicht mit den Profis gemeinsam musizieren wollen, überlegten wir nicht lange und bewarben uns sofort“, erinnert sich Cornelia Krones, Dirigentin des Orchesters der „Schule auf der Aue“. Diesmal konnte jedoch nicht das ganze Orchester teilnehmen, sondern nur zehn Auserwählte. „Insgesamt haben sich an diesem Projekt 19 Schulensembles beteiligt, deswegen mussten wir uns auf eine Auswahl beschränken“, erklärt Musiklehrerin Krones. Und so reisten am frühen Morgen neben Lauren auch Buket Ceken aus der 7Gb, Noemie Wulfes aus der 7Ga und Can Pascal Steiner aus der 8Ga mit in die Mainmetropole. Zudem verstärkten Emilia Vitale, Charlotte Sebastian, Julia Hartmann und Emma Müller (alle 9Ga) ebenso wie die Oberstufenschülerinnen Linn Neumann und Klara Bussalb das Ensemble.

Klara spielte noch im vergangenen Schuljahr mit im Aue-Orchester, im Sommer hat sie die Schule gewechselt. Für sie war es keine Frage, Krones bei diesem wichtigen Auftritt zu unterstützen. Und auch die Aufregung war nicht ganz so groß, schließlich spielte Klara schon des Öfteren Geigen-Soli vor einem größeren Publikum. „Trotzdem – das war schon sehr ergreifend, mit den Profis gemeinsam aufzutreten“, freute sie sich. Dass Klara ebenso wie ihre Mitschülerinnen wenig Nervosität zeigte, lag auch an den „coolen“, netten Profimusikern des HR, die ihre jungen Kollegen aufmunternd anlächelten und gerne Tipps gaben. Und nicht zuletzt vermochte es der US-amerikanische Dirigent Robert Trevino mit seiner lockeren, humorvollen Art, die jungen Musiker zu motivieren. Die wirkten nämlich bisweilen etwas verschämt. „Ihr übt eine der schönsten Künste aus, die es auf der Welt gibt: Ihr macht Musik. Genießt es!“, rief er ihnen auf Englisch zu.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Auch die Freude, die von Beethovens ergreifendem vierten Satz seiner neunten Sinfonie ausgedrückt wird, vermochte Trevino auf die Nachwuchsmusiker zu übertragen. Und so klappte der Konzertmitschnitt um 11.30 Uhr ganz hervorragend: Alle Teilnehmer dieser besonderen Veranstaltung bekamen nach dem Ende des Konzertvormittags einen Mitschnitt zum Download angeboten. Das Projekt „Super-X-Orchester“ wird vom Netzwerk „Musik und Schule“ koordiniert, das vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Es ist ein Kooperationsprojekt des Hessischen Rundfunks mit dem Hessischen Kultusministerium. Die Teilnahme am Netzwerk „Musik und Schule“ steht allen hessischen Schulen offen. Bei positiver Resonanz soll dieses Projekt alle zwei Jahre fortgeführt werden. tm

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