Auch Münsters Gewerbe zeigt Interesse

Ortserweiterung „Am Seerich“: Spatenstich läutet die Erschließung ein

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Vertreter aus Gemeindevorstand und Verwaltung, darunter Bürgermeister Gerald Frank (4. v. r.), nahmen gemeinsam mit Projektleiter Anselm Hilsmeier (r.) den Spatenstich am Feldkreuz an der Altheimer Straße vor.

Münster - Dass sich auch Betriebe eine Ansiedlung „Am Seerich“ vorstellen können, ist insbesondere mit Blick auf die recht niedrigen Gewerbesteuereinnahmen eine gute Nachricht für die Kommune. Von Jens Dörr 

Münster wird wieder ein Stück wachsen – genauer gesagt um ein beieinander liegendes Wohn-, Misch- und Gewerbegebiet; das steht spätestens seit 2013 fest. Damals beauftragte die Gemeinde die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) mit der Entwicklung des nahe am Vogelschutzgebiet liegenden Baugebiet „Am Seerich“, für viele besser bekannt als jenes Gebiet an der Altheimer Straße, das sich an Münsters Ortsausgang gen Altheim an das schon bestehende „Beune“-Viertel anschließen soll. Nun aber kann es richtig losgehen, können die Bagger rollen: Kommunalpolitiker und KE-Projektleiter Anselm Hilsmeier läuteten am Freitagnachmittag im Beisein von 100 Bürgern mit dem gemeinsamen Spatenstich die Erschließung des neun Hek-tar großen Areals ein. Dort wird zunächst jenes für die Wohnbebauung vorgesehene Gebiet realisiert, ehe in späteren Schritten die Grundstücke fürs Gewerbe hergerichtet und final bebaut werden sollen.

Dass sich neben dem Selbstläufer Wohnbebauung (rund 300 Grundstücksinteressenten ließen sich in den vergangenen beiden Jahren bereits listen) auch Unternehmen vorstellen können, ihren Geschäften künftig im nach einem alten Gewann benannten „Seerich“-Quartier nachzugehen, zeigte wenige Stunden nach dem Spatenstich und einer kleinen Feier in der Feuerwehrhalle eine Informationsveranstaltung fürs Gewerbe im Rathaus. Unter anderem Bürgermeister Gerald Frank und Verwaltungsmitarbeiter Olaf Burmeister-Salg, der sich zunehmend als örtlicher Wirtschaftsförderer profiliert, schauten dabei auf voll besetzte Stuhlreihen, in denen normalerweise die Gemeindevertreter Platz nehmen. „Es waren vor allem Gewerbetreibende aus Münster, die sich vorstellen können, sich zu erweitern oder an einen neuen Standort umzuziehen“, ordnete Frank die Teilnehmer der Veranstaltung in erster Linie bereits ortsansässigen Unternehmen zu.

Die Ansiedlung von Betrieben im „Seerich“, aber auch auf dem Frankenbach-Areal seien insbesondere mit Blick auf die recht niedrigen Gewerbesteuereinnahmen Münsters eine wichtige Aufgabe. „Bei einem Haushalt von 23 Millionen Euro machen die bei uns nur zwei Millionen aus“, erinnerte Frank an eine der markantesten Zahlen, die auch bei den Investitionsplanungen der Gemeinde immer wieder Handlungsspielräume begrenzt. Zum Vergleich: Der in punkto Einwohnerzahl fast gleich große Nachbar Dieburg nimmt aus der Gewerbesteuer jährlich das Sieben- bis Achtfache ein.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Während die Besiedlung von „Seerich“- und Frankenbach-Gelände mit Gewerbe noch in etwas fernerer Zukunft liegt – an der Altheimer Straße sind etwa zehn reine Gewerbegrundstücke auf insgesamt vier Hektar Bauland geplant -, wird es mit der Wohnbebauung (voraussichtlich 31 Ein- und Mehrfamilienhäuser) schneller gehen. Bis April 2017 sollen die Erschließung durchgeführt und erste Grundstücke zur Neubebauung übergeben werden. Im gesamten „Seerich“-Gebiet, in dem KE vom Groß-Umstädter Vermessungsbüro Heinen+Fischer im Umlegungsverfahren unterstützt wurde, seien Projektleiter Hilsmeier zufolge lediglich zwei (von 36) Grundbesitzern bis heute tausch- und verkaufsunwillig geblieben. „Dabei handelt es sich aber nur um zwei Ackerstreifen.“ Der Fortgang der Arbeiten werde dadurch kaum beeinträchtigt.

Geplant wird die Erschließung vom Dreieicher Ingenieurbüro Schäfer, das auch die Baustelle betreuen wird. Die Erschließungsarbeiten durchführen wird die Firma Strassing aus Bad-Soden. Zu ihren Aufgaben zählen Kanaltrassen- und Wasserleitungs-Bau und die Herrichtung von 6 000 Quadratmetern Straßen und Gehwegen. Wann das gesamte Gebiet mit Wohn- und Gewerbeimmobilien vollständig entwickelt und bebaut sein könnte, wollte Hilsmeier am Freitag nicht prognostizieren.

Weitere Informationen und eine Übersicht über die Grundstücke gibt auf der Website www.bauen-am-seerich.de.

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