Neubau eines vierzügigen Kindergartens

Einstimmig bei Kita-Sanierung

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Die Kindertagesstätte Im Rüssel bekommt keinen Anbau, soll aber dafür grundlegend saniert werden. Dumm nur, dass für einen Anbau bereits Bäume gefällt und Spielgeräte demontiert wurden.

Münster - Einstimmig passierte der Tagesordnungspunkt „Kindergarten im Rüssel“ am Montagabend die letzte Sitzung der Gemeindevertretung in dieser Legislaturperiode. Von Thomas Meier 

Die von Schimmel befallene Kita Im Rüssel wird generalsaniert, sie bekommt keinen Anbau, wie zunächst geplant, dafür wird ein weiterer, neuer Kindergarten gebaut. Auch wenn sich im Vorfeld bereits die Entscheidung abzeichnete, gab es eine wohl der anstehenden Kommunalwahl geschuldete heftige Diskussion. Sie betraf aber eher die Geschichte zur Entscheidungsfindung und eine Abrechnung des Miteinanders in der letzten Legislaturperiode als die Sache selbst.

Die Ausschüsse hatten die Umsetzung des Konzepts mit zwei Gruppen U 3 und zwei Ü 3 ohne zusätzlichen Anbau, jedoch mit energetischer Sanierung der Außenwände, Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmeückgewinnung und Dämmung des Estrichs im Flurbereich empfohlen. Beschlossen ist, die Rüssel-Kita möglichst bis Oktober komplett zu sanieren. Alle Parteien trugen die Kostensteigerungen hierfür mit, folgten also des Bürgermeisters Argument, nur so seien hohe Zuschüsse für die rund 600.000 Euro teure Maßnahme zu bekommen.

Die 300.000 Euro für den abgeplanten Anbau an die Kita will man nun in einen Neubau für vier Kita-Gruppen stecken, der mit rund 1,25 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Als Standort ist das Frankenbachgelände im Gespräch, doch muss hierzu noch entschieden werden. Die Planung dieses Projektes wird das neue Gemeindeparlament sicher eine Weile beschäftigen.

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SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Fritsch eröffnete den Redereigen mit der Zustimmung seiner Partei zum neuen Beschlussvorschlag. Es sei ein guter Weg, die ins Jugendzentrum ausgelagerten Kinder und Erzieher schnellstmöglich ins angestammte Domizil zurückzubringen und dem Gesamtbedarf an Kita-Plätzen mit einem Neubau zu begegnen.

Für die Alternative Liste Münster und Altheim, ALMA, signalisierte Gerhard Bonifer-Dörr Zustimmung, auch wenn sie durch den von der Verwaltung vorgelegten neuen Beschlussvorschlag doch zunächst überrascht gewesen sei. „Das Provisorium muss beendet werden“, befand er, die Unterbringung an der Gersprenz kritisierend. Er freue sich über das große Einvernehmen, Kapazitätsengpässe der Kinderbetreuung zu beenden.

Erna Roßkopf von der CDU hatte „erwartet, dass eigentlich schneller etwas passiert“. Sie kritisierte, es sei viel Zeit verstrichen, bis Bedarfszahlen vorgelegen hätten. Die Verwaltung habe nicht mit Nachdruck an der Problembeseitigung gearbeitet. Ihre Partei habe einer Erweiterung der Rüssel-Kita auf sechs Gruppen nicht zustimmen mögen, zu groß wäre dann die Einrichtung für eine sinnvolle pädagogische Arbeit geworden. „Wir fordern nun ein Konzept, auf dass sich die Eltern verlassen können“, sagte sie. Bei den Planungen für den neuen Kindergarten seien alle Träger Münsterer Kitas mit ins Boot zu nehmen.

Die Art des Unionsvortrages provozierte Protest. Bürgermeister Gerald Frank verwahrte sich dagegen, die Verwaltung habe schleppend gearbeitet, gelte es doch, hier „dicke Bretter zu bohren“. Und Angelika Dahms erinnerte daran, dass es gerade die SPD gewesen sei, die in den vergangenen 30 Jahren um bessere Kitas und Betreuungskonzepte gekämpft und immer wieder um korrekte Bedarfszahlen nachgehakt hätte: „Und wenn wir mal Zahlen bekamen, so waren die falsch.“ In diese Kerbe hieb auch Bonifer-Dörr, Roßkopf schreibe für die Union die Geschichte um. Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, kam es zum einstimmigen Abstimmungsergebnis.

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