Sauerstoffzufuhr für See am Freizeitzentrum

Luft gegen Verschlammung kostet 45.000 Euro

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Der See am Freizeitzentrum soll über eine Schlauchbelüftung und einen Zufluss sauerstoffreicher werden. Dafür gibt Münster im kommenden Jahr voraussichtlich 45.000 Euro (brutto) aus.

Münster - Der Umweltausschuss empfiehlt für die Rettung des Sees am Freizeitzentrum Münster eine Sofortmaßnahme für 45.000 Euro: Dem beliebten Gewässer droht Verschlammung. Von Jens Dörr 

Wer daran zweifelt, dass der See am Freizeitzentrum zur Naherholung eine wichtige Bedeutung für Münsters Einwohner hat, der sollte an einem schönen Tag einen Spaziergang dorthin unternehmen. Nicht nur an Sonn- und Feiertagen ist das Areal rund um den See gut frequentiert. Zudem hat der Angelsportverein den See zu Fischereizwecken gepachtet. Weil sich im See in den vergangenen Jahren immer mehr (überflüssige und schädliche) Biomasse und Nährstoffe anreicherten – der See im Fachjargon zusehends „eutrophiert“ – gab die Gemeinde dazu vor einiger Zeit eine Studie beim Ingenieurbüro WMEC (Bad König) in Auftrag. Nun war die „Rettung“ des Sees Thema im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss, der der Gemeindevertretung am Ende einstimmig eine 45.000 Euro (brutto) teure Erhaltungsmaßnahme empfahl.

Im Sommer sinkt im See am Freizeitzentrum die Sauerstoffkonzentration. Dazu tragen auch die Algen bei. Ohne Sauerstoff im Wasser wird mehr und mehr organisches Material im See abgebaut, giftige Ammoniakverbindungen entstehen, Fische und andere Organismen können dadurch sterben.

Dass das im See am Freizeitzentrum mehr und mehr der Fall ist, wie vor einigen Monaten auch die Münsterer Angler schon kundtaten, hängt vor allem damit zusammen, dass das Gewässer ausschließlich vom Regen gespeist wird und es keinen ständigen Zu- und Abfluss gibt. Die bereits installierten beiden Belüftungsanlagen reichen nicht aus, um die Anreicherung des Sees mit Sauerstoff auch auf dem Grund oder am Rande des Sees zu bewirken. Weil die bisherigen Belüfter nur in kleineren Teilen des Sees effektiv wirken, steht Münster 2017 eine weitere größere Investition ins Haus.

Denn die sieben anwesenden Ausschussmitglieder votierten nach der Behandlung des Themas unter der Leitung des Ausschussvorsitzenden Edmund Galli (SPD) einstimmig dafür, der Gemeindevertreter-Sitzung das Einstellen von 45.000 Euro in den Haushalt 2017 zu empfehlen. Hierbei ist ein kleiner Puffer mit eingeplant, auch wenn man die Umsatzsteuer auf die vom Ingenieurbüro kalkulierten Nettokosten in Höhe von 31.274 Euro aufschlägt.

Konkret ausgegeben werden soll das Geld – die endgültige Entscheidung der Gemeindevertreter vorausgesetzt – insbesondere für ein weiteres Belüftungssystem. Ein bestimmter Schlauch soll dabei mit feinen Blasen gleichmäßig auf dem Grund des Gewässers belüften, was die Sauerstoff-Zufuhr in diesem Bereich verbessern würde. In Folge der besseren Zufuhr wiederum würde mikrobakteriell nach und nach ein Großteil des Schlamms auf dem Grund abgebaut.

Die Minimalbelüftung, für die am Münsterer See vier Kompressoren mit jeweils einem Schlauch daran benötigt werden, schätzt das Ingenieurbüro als geeignet dazu ein, den See und besonders seinen Grund und sein Sediment dauerhaft sauerstoffreich zu halten und damit die Grundlage für ein weiterhin lebendiges Gewässer mit der Möglichkeit des Fischfangs zu schaffen. Wichtig sei daneben jedoch auch ein dauerhafter Zulauf, der in den Gesamtkosten bereits beinhaltet ist. Allein würde nach Einschätzungen des Ingenieurbüros ein solcher Zufluss gerade in niederschlagsarmen Zeiten nicht reichen, um das Problem im See am Freizeitzentrum zu beheben. Als optimalen Zeitpunkt für die Umsetzung der wichtigen Maßnahmen – gerade der Verlegung der Schläuche – sieht das Ingenieurbüro das Frühjahr an.

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