Kita Im Rüssel soll energetisch saniert werden

Nach Schimmelbefall: Statt Anbau neuer Kindergarten

Die Kindertagesstätte Im Rüssel bekommt keinen Anbau, soll aber dafür grundlegend saniert werden. Dumm nur, dass für einen Anbau bereits Bäume gefällt und Spielgeräte demontiert wurden.
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Die Kindertagesstätte Im Rüssel bekommt keinen Anbau, soll aber dafür grundlegend saniert werden. Dumm nur, dass für einen Anbau bereits Bäume gefällt und Spielgeräte demontiert wurden.

Münster - Der lange geplante Anbau an den seit Monaten wegen Schimmelbefalls verwaisten Kindergarten Im Rüssel wird wahrscheinlich nicht realisiert. Von Thomas Meier

Stattdessen erfährt die Kita, deren Nutzer im Jugendzentrum an der Bahnhofstraße untergebracht sind, eine vollumfängliche Sanierung. So empfahlen es mehrheitlich die Mitglieder von Haupt- und Finanz- sowie Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Im Wesentlichen wird so einem Antrag der ALMA entsprochen. Bürgermeister Gerald Frank erklärte gestern auf Nachfrage, die Bedarfszahlen Münsters sprächen für einen Neubau und die Gesamtsanierung der Rüssel-Kita. Die Kommune hinke bei bereitzustellenden Krippenplätzen dem Bedarf hinterher. Frank rechnet: In den vergangenen zehn, zwölf Jahren verzeichne man in Münster im Jahr durchschnittlich 126 Geburten. Dies ergebe einen Anspruch von jährlich rund 250 Kindern auf einen Krippenplatz, von dem man derzeit gerade einmal 25 Prozent abdecken könne. Frank: „Wir haben also großen Nachholbedarf.“

Der Amtschef begrüßt, dass ALMA und CDU sich für eine schnelle Sanierung im Rüssel ausgesprochen haben, weist auch darauf hin, dass Experten vor zu großen Einrichtungen mit weit über 100 Kindern warnten. Dies sowie die Absicht der Gemeinde, das Frankenbach-Gelände an der Beethovenstraße zu arrondieren, spreche für den dringend benötigten Neubau einer Kindertagesstätte. Bis diese einmal abgesegnet, geplant und realisiert sei, müsse man eventuell mit Übergangslösungen dem Platzmangel begegnen, sagte Frank, der einer Finanzierung von Rüssel-Sanierung und Neubau jedoch optimistisch entgegenschaut. 300.000 Euro stünden beispielsweise für den Anbau Im Rüssel im Haushalt, die man nun für den Neubau einsetze. 600.000 Euro sieht der Haushalt für weitere Kindergartenplätze vor.

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Auch die Kita Im Rüssel profitiert von der Vorgehensweise. Die Einrichtung bietet derzeit rund 80 Kindern einen Platz: Zwei Gruppen mit 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren; eine integrative Gruppe mit 20 Kindern im gleichen Alter und eine Kleinkindgruppe mit zehn Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren. „Das ist überschaubar, heimelig und läuft nicht in Gefahr, zu wuselig zu werden“, befindet Frank. Kindergarten- und Kita-Plätze stellten einen wichtigen Standortfaktor für eine Kommune dar. Deshalb plädiere er auch für den ALMA-Antrag auf energetische, vollumfängliche Sanierung für das Rüssel-Anwesen. Der komplette Sanitärbereich und der Estrich solle erneuert werden. Eine energetische Sanierung sei schon allein deshalb angeraten, weil davon auch die zu erlangende Zuschusshöhe abhängig ist.

Die gravierendsten Mängel in deutschen Kitas

Mit der Planung eines Kindergarten-Neubaus mit vier Gruppen könne man auch Betreutes Wohnen, Altentagespflege und eine Mehrgenerationen-Begegnungsstätte auf dem Frankenbach-Gelände verbinden, befand Frank. Und dort hält er auch die Schaffung von zusätzlichen Krippenplätzen zur Überbrückung der Bauzeit der neuen Kita für möglich. Am kommenden Montagabend (22.) ab 19 Uhr dürften im Rathaus zur letzten Gemeindevertretersitzung der Legislaturperiode zu diesem Themenkomplex erste Nägel mit Köpfen gemacht werden. Höchste Zeit, denn laut Frank sollen die ins JUZ ausgelagerten Rüssel-Kinder „möglichst schon im Herbst“ in ihr angestammtes Domizil zurückziehen können.

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