Schule auf der Aue in Münster

Französisch: so frisch wie Baguette

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Der France-Mobil-Referent Hakim Benbedra hat gut Lachen: Die Sechstklässler fanden seinen Schnupperunterricht in Französisch gestern sogleich „formidable“ und gingen begeistert an der Tafel mit.

Münster - Die Fachschaft Französisch an der Schule auf der Aue bietet den aktuellen Sechstklässlern, die vor der Einwahl in eine zweite Fremdsprache stehen, Schnupperkurse im Fach Französisch an. Von Thomas Meier 

Hierfür hat Fachleiterin Lila Sandberg als Kooperationspartner das „France Mobil“ des „Institut Francais“ gewonnen. Die Schüler vier sechster Klassen an der Schule auf der Aue hatten gestern und haben heute nochmals großen Spaß an einer Demonstration eines Französisch-Unterrichts der etwas anderen Art. Weil das Interesse an Französisch als zweiter Fremdsprache bei den Siebtklässlern seit längerem schwindet, noch mehr, seit vor rund sechs Jahren auch Spanisch als Fach wählbar wurde, rühren Französisch-Lehrer die Werbetrommel. Lila Sandberg, Französin, die seit 35 Jahren in Deutschland lebt und sowohl ihre Muttersprache als auch Deutsch und Spanisch spricht und unterrichtet, hat sich für dieses Unterfangen professionelle Hilfe ins große Schulhaus an der Heinrich-Heine-Straße geholt. Das „Institut Francais“, vergleichbar dem deutschen Goethe-Institut, schickte sein 2002 ins Leben gerufene „France Mobil“ aus. Vor acht Jahren war es bereits schon einmal an der Aue-Schule, doch sind die zwölf jungen Franzosen, die das „Mobil“ ausmachen, heiß begehrte Gäste und, wie Sandberg versichert: „Sehr schwer zu bekommen.“

Das Erlernen einer Fremdsprache wird von vielen als schwierig betrachtet, besonders, wenn es um die französische Sprache geht. Zumindest glauben laut Sandberg viele Eltern das. Wohl auch wegen schlechter Erinnerungen an den eigenen Französisch-Frontalunterricht, wie er einst gehalten wurde. Das dies nicht richtig ist, treten die französischen „Mobilisten“ in den Schulen an zu beweisen.

Von Anbeginn haben die zwölf Sprachwerber den Auftrag, deutsche Schulen zu besuchen und den Schülern zu zeigen, wie spannend, jung und dynamisch Frankreich ist. Mit ihren Renault Kangoos fahren die France-Mobil-Referenten durch ganz Deutschland, um junge Deutsche zu treffen. Dafür haben sie Spiele, Musik, Bücher, Jugendzeitschriften und touristische Broschüren aus Frankreich im Gepäck.

In der Aue-Schule heißt der besuchende Lektor Hakim Benbedra, ein bärtiger Franzose, der mit Esprit und viel Witz bei den Sechstklässlern bestens ankommt. Er möchte den Schülern mit modernem und ansprechendem Material ein lebendiges und aktuelles Bild Frankreichs und der französischen Sprache vermitteln. Dazu gehören Memory, eine bunte Frankreichkarte, Musik, Magazine, Filme und mehr. Geschickt zeigt er den Jugendlichen auf, was sie schon alles auf Französisch kennen und können. Der Lektor aktiviert die Schüler dabei natürlich auf Französisch. Und Benbedra versteht es, den Charme und die exotische Seite Frankreichs und der Frankophonie sowie der französischen Sprache hervorheben.

Abgängerfest der Schule auf der Aue in Münster: Fotos

Die Schüler werden darüber informiert, welche Studiengänge es beispielsweise bei der deutsch-französischen Hochschule gibt und welche weiteren Möglichkeiten, in Frankreich zu studieren oder Praktika zu absolvieren.

„Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie Französischkenntnisse die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen“, sagt Fachschaftsleiterin Sandberg. Ein Argument, das ihr auch bei Elterngesprächen oftmals hilft. Denn die Französin hat ausgemacht, dass Spanisch, das sie auch unterrichtet, bei vielen Schülern und Eltern einen Bonus hat, weil Spanien der deutschen liebes Urlaubsland ist. Und einige glaubten, dass es leichter als Französisch zu erlernen sei. „Das mag für den Einstieg stimmen, aber dann wird Spanisch eher schwieriger für deutsche Zungen“, sagt die Expertin.

Die Realschüler, die gestern im Schnupperkurs Französisch mindestens so schmackhaft serviert bekamen wie ein frisches Baguette, waren jedenfalls sehr angetan von der beredten Demonstration ihres Besuchs-Lektors. „Bis vorhin war ich ja noch für Spanisch, aber jetzt muss ich wohl noch mal darüber genauer nachdenken“, war sich eine Schülerin unsicher geworden, deren Muttersprache übrigens Türkisch ist.

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