Hoch der edlen Götter Trank

Weinfest des MGV Münster zum 5. Mal am Mäusberg

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Die Groß-Umstädter Weinhoheiten eröffneten das fünfte Münsterer Weinfest.

Münster - „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr ein Leben lang. “ Ob der Vers wirklich Martin Luther zugeschrieben werden kann, wie es viele tun, darüber streiten die Gelehrten.

Ein wenig unklar ist auch, ob der Herrrgott ein Weinliebhaber ist oder doch eher ein Eppertshäuser, der den Münsterer Nachbarn zu ärgern gedenkt. Denn anderthalb Stündchen nachdem am Donnerstagabend in Lothar Pistauer einer der Vorstände des MGV Münster die fünfte Auflage des Weinfests auf dem Gelände des SV Münster am Mäusberg eröffnet und dabei noch erfreut die ruhige Witterung zur Kenntnis genommen hatte, öffnete der Himmel aufs Heftigste seine Schleusen.

Mit musikalischen Ansagen à la „Hoch der edlen Götter Trank“ hatte das kleine Weinfest-Jubiläum da aber schon drei Stündchen auf dem Buckel, war der erste Rebensaft in die Gläser und durch die Kehlen geronnen. Für die flüssige Kulinarik zeichneten die Odenwälder Winzergenossenschaft, die Münsterer Weinhandlung Wolf und das Weingut Hans Hermann Buscher aus Bechtsheim verantwortlich. Bei zwei Euro fürs 0,1-Liter Glas und vier Euro für die doppelte Menge machte sich der Genuss bereits am ersten der vier Festtage unter vielen Gästen breit. Etwas mehr als 100 entspannten bereits am Donnerstag, als der MGV-Chor unter der Leitung von Vizedirigent Alex Pistauer - Dirigent Dirk Schneider war im Urlaub seine Stimmen erklingen ließ. Wer den Stachelberg Riesling Spätlese trocken oder den roten Spätburgunder beziehungsweise Dornfelder wollte, musste etwas tiefer in die Tasche greifen. Auch hier kostete die Flasche beim Verzehr auf dem Weinfest jedoch maximal 14 Euro und war bei erfreulichen regionalen Geschmackserlebnissen fernab vom allzu gern kultivierten Preiswahn nicht nur für ältere Jahrgänge.

Ein leichtes Lüftchen – in das sich auch der Duft von Flammkuchen und Winzersteaks mischte – wehte bereits über die Sommerterrasse des SV Münster, als die amtierenden Groß-Umstädter Weinhoheiten das Fest offiziell eröffneten. Königin Saskia riet, sich das gemütliche Flair des eher klein gehaltenen MGV-Weinfests zu bewahren. Die Prinzessinnen Michelle und Isabelle strahlten mit ihrer „Chefin“ um die Wette, die Männersänger, die sie auf der kleinen Bühne zwischen Terrasse und Rasenplatz einrahmten, nicht minder. Bürgermeister Gerald Frank ließ sich bei der Eröffnung durch den Gemeinde-Beigeordneten Jan Stemme vertreten, der den hinter dem Fest ehrenamtlichen Einsatz würdigte.

Bilder: Weinfest in Nieder-Roden

Am gestrigen Freitag unterhielten „Wolfgang und Norbert“ mit Handwerks- und Gesellenliedern das Weinfest-Publikum in Münster, anschließend Simon Wehner, der an Gitarre und Akkordeon sowie gesanglich ein Multitalent ist. Am heutigen Samstag findet kein Musikprogramm statt, geöffnet ist das Weinfest (ab 17.30 Uhr) dennoch. „Wir haben für den Samstag absichtlich auf Programm verzichtet“, erläuterte Lothar Pistauer am Donnerstag. Mancher freut sich auf Weinfesten bekanntlich auch darüber, wenn es bei Gesprächen und ohne Beschallung etwas gediegener zugeht. Am morgigen Sonntag endet das Weinfest mit einer Matinee und wird bereits um 10.30 Uhr eröffnet. Ab 10.40 Uhr treten der MGV Münster, der AGV „Eintracht“ Münster (Chor Da Capo), der Liederkranz Hergershausen, der MGV Altheim, der Liederkranz-Frohsinn Eppertshausen sowie Frauen- und Männerchor des MGV Groß-Umstadt auf. Aus den Reihen der Groß-Umstädter stammen auch „Wolfgang und Norbert“, die gestern für den eher ungewöhnlichen musikalischen Ansatz sorgten.

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