Wenig Zuspruch beim Sommerfest auf dem Abtenauer-Platz

Rummelplatz ohne Rummel

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Diese Autoscooter-Fahrer lösten ihre Ermäßigungsgutscheine ein, bekamen beim Sommerfest auf dem Abtenauerplatz zwei Chips zum Preis von einem. Der Veranstalter machte indes kein gutes Geschäft.

Münster - Die Resonanz auf das Sommerfest, das von Freitag bis Sonntag den Abtenauerplatz in einen Rummelplatz verwandelte, lässt zu wünschen übrig. Halbwegs passablen Zuspruch gab’s am Sonntag. Insgesamt aber nutzten nur wenige die zuvor verteilten Ermäßigungsgutscheine. Von Jens Dörr 

Da hätte Helmut Fendt gut und gerne auch ein paar seiner seltenen Urlaubstage verbringen können: Der Schausteller aus Babenhausen (Vergnügungsbetriebe Angelika Fendt) veranstaltete am Freitag, Samstag und Sonntag erstmals ein „Sommerfest“ auf dem Abtenauer Platz in Münster. Die Resonanz aber ließ zu wünschen übrig. „Ich weiß schon, was am Ende unter dem Strich steht“, sagte Fendt am Sonntag gegen 16 Uhr, ohne das Wort „Minus“ in den Mund zu nehmen. Zu dieser Zeit waren zwei der drei Festtage bereits rum, und auch der Abschlusstag lockte nicht gerade die Massen auf den Parkplatz gegenüber der Kulturhalle. Lag’s am Termin in den Sommerferien, lag’s an den zeitgleichen Veranstaltungen in Dieburg (Schlossgartenfest) und Erbach (Wiesenmarkt), die dem kleinen Rummelplatz in Münster das Wasser abgruben? „Es war der einzige Termin, der möglich war“, sagte Fendt. Er war auf dem Abtenauer Platz auch schon Gastgeber eines Frühlingsfests gewesen. Dies änderte er diesmal wegen des späteren Termins in ein Sommerfest. „Der Platz wurde sonst immer benötigt, weil in der Kulturhalle Veranstaltungen waren.“

Also ging der Babenhäuser Unternehmer auf das vorletzte Juli-Wochenende, rührte im Rahmen seiner Möglichkeiten auch die Werbetrommel. Eine Anzeige in der Zeitung und 5 000 Ermäßigungsgutscheine, die eine Vertrauensperson in jeden Münsterer Briefkasten (nicht in Altheim) warf, waren seine Mittel. „Früher habe ich 30 Plakate in Münster aufge hängt, die hat man auch wahrgenommen“, so Fendt. Diesmal habe ihm die Gemeinde aber nur zehn im gesamten Ort gestattet, habe für die Erlaubnis zudem 80 Euro verlangt. Da ließ er es gleich ganz bleiben.

Von eben jenen Ermäßigungsgutscheinen, die für die Fahrgeschäfte zwei Chips zum Preis von einem versprachen, wurden bis zum Sonntagnachmittag gerade einmal 25 eingelöst. Bis zum Ende des Sommerfests am Sonntagabend wurden es noch ein paar mehr. Fendts Erwartungen („wenigstens 200“) wurden aber bei Weitem nicht erreicht. Der dritte Festtag war noch am passabelsten besucht. Mehr als 70 oder 80 Leute gleichzeitig tummelten sich am Sonntagnachmittag allerdings auch nur selten auf dem Gelände.

„Am gestrigen Samstag waren wir noch meilenweit davon entfernt, zumindest unsere Leute bezahlen zu können“, ging Fendt schon vor der letzten Abrechnung von einem Verlustgeschäft aus. Vier Mitarbeiter und er selbst kümmerten sich um die dem Babenhäuser Betrieb gehörenden Angebote – in Münster am Wochenende ein Kinderkarussell, eine Schiffsschaukel, ein Greifer, eine Schießbude und ein Süßwarenstand. Hinzu geholt hatte Fendt überdies einige externe Anbieter, die zum Sommerfest Autoscooter, Entenheben, Crêpes und eine Grillhütte mit Deftigem beitrugen.

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Für Fendt ging es nach dem Wochenende weiter zur nächsten Veranstaltung im Taunus. „Dort hätte ich jetzt schon stehen und mich etwas erholen, mal auf den Feldberg oder in den Opel-Zoo fahren können“, bedauerte Fendt, dass er die möglichen freien Tage– bis Jahresende seien keine mehr in Sicht – für den enttäuschenden Rummel in Münster sausen ließ. Eine Wiederholung des Sommerfests im kommenden Jahr sei derzeit mehr als fraglich.

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