Eigentümer und Rewe stellen Pläne vor

Ladenzentrum: Abriss und Neubau rücken näher

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Da hilft nur noch die Abrissbirne: Der langsam zerfallende Tengelmann-Markt, der inzwischen als einsturzgefährdet gilt, soll bald Geschichte sein.

Gravenbruch - Eine unansehnliche Ladengalerie, ein alter Supermarkt, dessen Dach schwer einsturzgefährdet ist, Zwangsversteigerung und eine unbefriedigende Nahversorgung für die Gravenbrucher.

Die Geschichte der Forsthausgalerie in der jüngsten Vergangenheit ist nicht rosig – aber es ist Licht am Ende des Tunnels. Am Donnerstagabend präsentierten Metin Altuntas, der die in die Jahre gekommene Ladenzeile im Sommer des vergangenen Jahres bei der Zwangsversteigerung gekauft hatte, und Axel Kittler, Expansionsmanager von Rewe, die neuen Pläne für das Areal den Mitgliedern des Ortsbeirats und des Bauausschusses. Der Architekt Dietmar Moos erläuterte, dass die alte Passage und der langsam zerfallende Tengelmann-Markt abgerissen und auf der bestehenden Tiefgarage ein neuer Markt und Wohnbebauung entstehen werde. Die frei werdende Fläche der alten Ladenzeile soll in Zukunft als Parkplatz dienen. Die Entwürfe sehen vor, das Gebäude mit dem ehemaligen Schlecker-Markt zu erhalten, auch die Apotheke und das Reisebüro sind von den Plänen nicht betroffen. Für die noch wenigen Mieter des alten Teils, der jetzt der Abrissbirne zum Opfer fallen soll, hat Altuntas schon einen Plan B: „Wir werden mit den Betreibern der Pizzeria und der Kneipe sprechen, sie können auf das Gelände des Schleckermarkts umziehen“, kündigte er Alternativen für die Mieter an.

Metin Altuntas (rechts) und Rewe-Expansionsmanager Axel Kittler stellten die Pläne vor, links Bürgermeister Herbert Hunkel.

Zum neuen Supermarkt: Der Rewe ist mit rund 1400 Quadratmetern als Vollsortimenter vorgesehen, rund 13.000 bis 15.000 Artikel sollen dort verkauft werden. „Damit Sie es sich vorstellen können, der Markt ist im gleichen Konzept geplant wie der neue Markt in Heusenstamm und etwas kleiner als der in Neu-Isenburg. Für Sie ist es wichtig, dass wir dort eine Frischfleischtheke mit heißer Theke vorgesehen haben, eine Bäckerei und auch die Landmarkt-Produkte, die uns von Erzeugern aus der Region geliefert werden“, erklärte Kittler. Rewe habe zuvor sehr genau Marktanalysen betrieben und der Standort Gravenbruch sei optimal, die Kaufkraft im Stadtteil sei für einen Vollsortimenter absolut ausreichend.

Über dem Supermarkt sollen 16 Wohneinheiten entstehen, sechs Wohnungen mit jeweils 80 Quadratmetern und zehn Appartements mit je 40 Quadratmetern – seniorengerecht mit Aufzugsanlage auf zwei Geschossen plus einem Staffelgeschoss. „Wir bleiben in der Höhe deutlich unter der bestehenden Bebauung an dieser Stelle“, betonte Dietmar Moos. Für Axel Kittler ist klar, dass die Gravenbrucher den Plänen positiv gegenüber stehen. Die Zuschauer, die zu der Sitzung gekommen waren, applaudierten den Plänen auch tatsächlich. Die Finanzierung des Projektes sei durch den Mietvertrag mit Rewe gesichert, jetzt gelte es, alle Fragen und Auflagen der Behörde abzuarbeiten, um eine Baugenehmigung aus dem Kreishaus zu bekommen.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Da kommt Isenburgs neue Bauamtsleiterin Petra Gerland ins Spiel. Als ehemalige Leiterin der Bauaufsicht im Kreis Offenbach weiß sie, worauf es ankommt. „Es geht hier ja um die Revitalisierung eines Verbrauchermarkts. Natürlich gibt es viele Vorschriften, aber ich habe bereits bei der Bauaufsicht vorgesprochen“, ist Gerland mit den ehemaligen Kollegen schon in Kontakt. Es gebe in Gravenbruch nur noch einen Discounter, keinen Vollversorger mehr, aus diesem Grund könne das Bauvorhaben nach Paragraph 34 a behandelt werden. „Das bedeutet, dass wir keinen Bebauungsplan aufstellen müssen, wir gehen auf die umliegende Bebauung ein und das spart uns sehr viel Zeit“, so Gerland.

Wann tatsächlich mit dem Abriss und Neubau begonnen werden kann, wollten die Herren und die Bauamtsleiterin noch nicht verkünden. „Die reine Bauzeit für einen solchen Markt beträgt rund neun Monate. Wir sind schon dabei, alle Fragen zu klären“, sagte Axel Kittler, dass alle Beteiligten ein Interesse daran haben, dass es bald los geht mit den Bauarbeiten für eine bessere Nahversorgung. col

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