Bei Verkehrsschau wird auf Probleme aufmerksam gemacht

Autofahrer manchmal neben der Spur

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Blick aus dem Bus: Die Rundfahrt durch die Stadt führte unter anderem an die Kempinski-Kreuzung. Dort soll im Herbst die Ampelanlage erneuert werden.

Neu-Isenburg - Der zunehmende Parkdruck, das Lernen von Autofahrern im Umgang mit Fahrradschutzstreifen, die Suche nach einer Ideallösung im Eschenweg und die Annahme von Radfahrschutz- und Leiteinrichtungen durch die Radler selbst – dies waren die Schwerpunkte bei der Verkehrsschau. Von Leo F. Postl 

Sinn und Zweck der von der Stadt initiierten Bustour ist es, den Zustand und die Sichtbarkeit der Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen zu überprüfen sowie mögliche Gefahren im Straßenraum unter die Lupe zu nehmen. Hier mal ein ausgebleichtes Schild, dort ein nicht mehr notwendiger Hinweis auf den Autoreisezug, aber auch von den Radlern nicht so recht angenommene Schutzstreifenmarkierungen: Derlei Erkenntnisse nehmen die Verkehrsspezialisten bei der Tour am Dienstag zu Protokoll. Dass ausgerechnet vor den Augen aller Teilnehmer der Verkehrsschau ein Taxifahrer ohne zu zögern gegen die eigens eingerichtete Einbahnstraße vor der Dependance der Albert-Schweitzer-Schule im Eschenweg fährt, zeigt aber auch, wie rücksichtslos oft gegen Verkehrsregeln verstoßen wird. Bei der rund dreistündigen Rundfahrt durch Neu-Isenburg und die Stadtteile sind neben Vertretern von Ordnungsamt, Stadtplanungsdezernent Stefan Schmitt und Isenburgs Polizeichef Volkmar Meyer auch Verkehrssicherheitsberater Herbert Maas für den ADAC und Franz Drews für den ADFC mit an Bord.

Recht schnell sind die Auswirkungen des hohen Parkdrucks zu erkennen – es wird auch dort geparkt, wo es eigentlich nicht erlaubt ist. Werner Geiß von der Montagsrunde reklamiert die öfters zugeparkten Fahrradwege, insbesondere an der Endhaltestelle der Linie 17 am Stadtrand. „Wir haben gerade diesbezüglich mit dem Ordnungsdezernenten der Stadt Frankfurt einen Ortstermin abgehalten und ich bin vorsichtig optimistisch“, erklärt hierzu Stefan Schmitt. Er verweist aber auch darauf, dass es gerade hier einen „Konflikt der Interessen“ gebe, denn für eine Erweiterung der Parkplatzflächen müssten auch Bäume fallen. „Wir wollen versuchen, mit einer optimierten Parkflächenordnung hier eine Verbesserung zu erreichen“, sagt der Erste Stadtrat. Für die Radfahrer soll auf dem ehemaligen Gelände des Forstwirtschaftshofes eine Abstellanlage mit abschließbaren Fahrradboxen entstehen.

Bei der Fahrt durch die Herzogstraße zeigen sich Autolenker irritiert über das plötzliche Enden der Schutzstreifenmarkierung und Weiterführung durch Piktogramme. „Dies ist darin begründet, dass an einigen Stellen die vorgeschriebene Fahrbahnbreite nicht eingehalten werden kann“, erklärt Stefan Schmitt. Er habe sich aber auch gewundert, wie wenig der in der Friedensallee aufgebrachte Fahrradschutzstreifen von Radlern genutzt werde. „Ich fahre hier jeden Tag entlang, habe aber erst einmal einen Radler hier gesehen“, betont der Stadtplanungsdezernent und verweist darauf, künftig auch mal geforderte Schutzstreifen in Frage zu stellen.

Bei der Fahrt gen Zeppelinheim – die soll durch das Gewerbegelände „Am Gehespitz“ führen – gibt es den berühmten Vorführeffekt an der Busschranke. Zuvor hat Stefan Schmitt erklärt, mit wie viel Aufwand man diese Schranke hatte einrichten lassen und welche „Sicherungsmaßnahmen“ es mittlerweile gebe, damit Busfahrer nicht davor stünden und sie würde sich nicht öffnen; doch genau dies passiert. Also ist die Kunst des Busfahrers gefragt, das Gefährt wieder rückwärts heraus zu lotsen. In solche Situationen geraten immer wieder Brummifahrer – jedoch an anderer Stelle, da sie das Hinweisschild „Keine Wendemöglichkeit“ nicht beachten und dennoch in die Straße einfahren, die zum Parkhaus führt. In Zeppelinheim und Gravenbruch geht es generell recht eng zu für größere Fahrzeuge, gerade dort ist in manchen Straßen der Parkdruck durch Bewohner sehr groß.

Auch noch wichtig in Gravenbruch: Wie Stefan Schmitt erläutert, soll im Herbst die Ampelanlage an der Kempinski-Kreuzung komplett erneuert werden. „Wir haben darauf bestanden, dass dies nicht zeitgleich mit den Baumaßnahmen auf der A3 erfolgt, sonst ist das Verkehrschaos perfekt“, betont Schmitt.

Rüber in den Buchenbusch. Dort wurde – auf Wunsch von Eltern und Anwohnern – vor der Dependance der Albert-Schweitzer-Schule und der Friedrich-Fröbel-Schule eine Einbahnstraßenregelung installiert. „Jetzt suchen sich die Autofahrer andere Wege und es gibt Beschwerden von den dortigen Anwohnern“, berichtet Schmitt. Es soll hierzu bald eine Bürgerversammlung geben, um eine noch bessere Lösung zu erreichen. „Wer eine Idee hat, wir sind sehr dankbar“, so Schmitt. Vorrang hat für ihn jedoch die Sicherheit der Kinder.

Schmitt spricht ein besonderes Lob aus in Richtung DLB, der durch den Technischen Leiter Harald Schäfer bei der Tour vertreten ist. „Was Sie da an vielen Stellen gemacht haben, beeindruckt nicht nur uns Isenburger, wir bekommen auch Lob von außen“, verweist Schmitt auf besonders gestaltete Verkehrsinseln, wie an der Kreuzung L3117/Carl-Ulrich-Straße mit der Kurt-Schumacher-Straße oder an der südlichen Stadtgrenze Rathenaustraße/Frankfurter Straße.

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