Wo Geselligkeit Trumpf ist

Bilanz nach zehn Tagen Weinfest

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In fröhlicher Runde mundet der Rebensaft wie immer doppelt so gut – findet auch diese treue Weinfest-Gesellschaft mit (von links) Michael Schmitter, Christine Krener-Thomas, Jürgen Holzmann, Karl Kulick, Diana Flucke-Leber und Elke Schmitter.

Neu-Isenburg - Das Finale des Jubiläumsweinfests hatten sich Winzer und Besucher zwar wettertechnisch etwas anders vorgestellt. Aber insgesamt wertet das Team des städtischen Kulturbüros nach zehntägigem Trubel auf dem Rosenauplatz das 25. Weinfest als vollen Erfolg.

Und auch die Winzer zeigen sich zufrieden mit dem Zuspruch. „Neu-Isenburg ist ein gutes Pflaster“, so die einhellige Meinung der Festbeschicker – und dies bezieht sich nicht nur auf den stabilen Untergrund des Rosenauplatzes. „Es ist wirklich wieder einmal gut gelaufen, die Leute haben unseren Wein genossen und waren zufrieden, das freut auch den Winzer“, sagt Hans Helmut Boxhemer vom Weingut St. Michaels. Zusammen mit seiner Frau Claudia stand er jeden Tag an seinem Stand. Aber auch die anderen Winzer zeigen sich sehr zufrieden mit der Resonanz. „Das Wetter hat ganz gut mitgespielt, wenngleich es heute Abend alles andere als gemütlich ist“, meint Karl Kulick von der Winzergenossenschaft Groß-Umstadt am Samstag. Die unter dem Label Vinum Autmundis vermarkteten Weine „Weißer Burgunder Kabinett trocken“ oder „Riesling Spätlese mild“ waren besonders gefragt. Am kommenden Wochenende gibt es zufällig einen Tag der offenen Tür mit Kellerführungen in Groß-Umstadt. „Da sehe ich wohl wieder einige von hier“, ist sich Kulick sicher.

„Wir kommen immer gerne nach Neu-Isenburg, nicht nur, weil das Geschäft hier recht gut läuft und wir viele treue Kunden haben, sondern auch weil die Besucher eine schöne Gemeinschaft sind“, hebt Josef Bungert vom gleichnamigen Weingut in Bingen-Kempten hervor. Lob für das Publikum gibt es auch wieder von den Gästen aus der österreichischen Partnerstadt Bad Vöslau. Der Grüne Veltliner ist ein hierzulande selten angebotener Wein, er ging in Isenburg oft über die Theke. Erstmals dabei war Guido D´Antonio vom Weingut Côte Roannaise an der Loire, rund 50 Kilometer von Veauché, der französischen Partnerstadt Isenburgs, entfernt. „Er wurde uns von französischen Freunden empfohlen und ich glaube, es hat sich gelohnt“, zieht Margit Emde vom Freundeskreis Städtepartnerschaften ebenfalls eine positive Bilanz.

Eigens aus Mainz kam Stephanie Bollig zum Weinfest. „Ich habe von diesen schönen Fest-Ambiente gehört, bin hergefahren und war begeistert – ich komme nächstes Jahr wieder“, betont die Weinkennerin. Bei Reinhard Eifel aus Trittenheim an der Mosel hat sie auch ihren Lieblingswein gefunden, das „Altärchen“, einen fein-herben Riesling. Viel gefragt wurde aber auch der Dornfelder rosé. In diesem Jahr haben die Winzer erhebliche Probleme, überhaupt genügend Wein zu produzieren. „Uns macht die Essigfliege und der falsche Mehltau sehr zu schaffen“, nennt Winzermeister Reinhard Eifel die Gründe. Besonders die Bio-Weinproduzenten müssen bis zu 20 Mal spritzen, um Essigfliege und Mehltau in den Griff zu bekommen. „Sobald die Trauben einigermaßen reif sind, wird schon geerntet, sonst ist die Essigfliege dran“, beschreibt er die Situation.

Bilder: Weinfest 2016 in Neu-Isenburg

Zum Finale des 25. Weinfest lief auch der Neu-Isenburger Lions Club noch einmal zur Hochform auf. Alles, was Rang und Namen hat, stellte sich für den Losverkauf zur Verfügung, auch Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) war mit von der Partie. „Ja, das war schon ein ungewohntes Gefühl, mit einem Bauchladen durch die Reihen zu gehen und Lose anzubieten“, beschreibt er seine Erfahrungen. Zunächst seien die Menschen etwas zögerlich gewesen, doch als sie erfuhren, dass es für einen sozialen Zweck in Isenburg sei, griffen sie gerne in den Lostopf.

Mit Spannung wurde die Verlosung der beiden Hauptpreise – ein Mountainbike von Fahrrad Holzmann sowie ein Kühlschrank in der Optik einer klassischen englischen Telefonzelle von Küchen Großjohann – erwartet. Das schicke Fahrrad ging an Christine Krener-Thomas, über den besonderen Kühlschrank freute sich Danielo Heim. lfp 

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