Stadtbibliothek schreiben erneut Rekordzahlen

Da bleibt kein Platz für Langeweile

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„Auch die Art der Präsentation ist wichtig“, weiß Bibliothekschefin Jutta Duchmann. Mit Medieninseln zu aktuellen Themen beispielsweise machen sie und ihr Team Besuchern immer wieder erfolgreich Appetit auf neues Lesefutter.

Neu-Isenburg - Die Stadtbibliothek mit ihren Zweigstellen hat im vergangenen Jahr erneut zugelegt.

Auch der Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Hauptstelle, die Eröffnung des Gravenbrucher Ablegers und die gute Resonanz auf mehr als 400 Führungen, Ausstellungen, Lesungen und sonstiges lassen die Verantwortlichen äußerst zufrieden Bilanz ziehen. 4,8 Prozent mehr Besucher hatte die Bibliothek, die Onleihe „hat sich zu einem Renner entwickelt“ und übertraf ihr Vorjahresergebnis gar um 7,8 Prozent, wie Theo Wershoven (CDU) berichtet. Es sei „eine reine Freude, die Bilanz zu lesen“, schickt der Kulturdezernent den folgenden Zahlen gut gelaunt voraus. Mit 414.000 Ausleihen und mehr als 140.000 Besuchern könne man von einem höchst erfolgreichen Jahr sprechen, „es wurde ein Spitzenergebnis erreicht“.

Auf knapp 68 000 Medien, davon 25 Prozent digital, beziffert der Dezernent den Gesamtbestand, dieser wurde wie im Vorjahr 6,1 Mal ausgeliehen. Statistisch gesehen hat also jeder Isenburger mehr als elf Medien in der Stadtbibliothek geliehen und sämtliche Bürger besuchten in 2543 Öffnungsstunden über vier Mal die Bibliothek mit ihren Zweigstellen im Westend und in Zeppelinheim.

14 Prozent des gesamten Bestands wurde 2015 neu angeschafft. So sei den Nutzern ein aktuelles und vielseitiges Medienangebot zu brisanten Themen und literarischen Neuerscheinungen garantiert. Zudem bleibe der Bestand so ansehnlich, „Leser freuen sich, wenn die Bücher keinen zerlesenen, zerfledderten Eindruck machen“, sagt Bibliothekschefin Jutta Duchmann. Möglich ist diese Neuerungsquote, weil die Bibliothek finanziell gut ausgestattet ist: Ein Etat von 100.000 Euro für Neuanschaffungen sucht weit und breit seinesgleichen. „Die Bibliothek ist ein wichtiger Image- und weicher Standortfaktor“, sagt dazu Bürgermeister Herbert Hunkel.

Die Einrichtung, so berichtet Duchmann, habe sich 2015 im Sinne einer „Open Library“, in der sich Menschen wohlfühlen, bilden und informieren, austauschen, zum Lernen und Begegnen treffen, erfolgreich weiterentwickelt. Bei den aktiven Benutzern stieg der Anteil der über 60-Jährigen auf 13 Prozent. Stärkste Ausleihjahrgänge waren die 1965 und 1967 Geborenen, bei den Kindern waren es die jeweils Neun- bis Zehnjährigen, also Leseanfänger, die ihre frisch erworbene Fähigkeit auch rege anwenden.

Duchmann ist sehr froh, dass seit dem Frühjahr 2015 endlich alle Baustellen in der Hauptstelle, wo seit 2013 saniert, modernisiert, neu eingerichtet und erweitert wurde, abgeschlossen sind. „Wir haben jetzt auch mehr Platz, unserer Medien ansprechend zu präsentieren.“ Wichtig sei zudem, Rückzugsorte für einzelne Nutzergruppen bieten zu können – etwa für Jugendliche, die sich in der Bücherei zum Lernen treffen.

Die technische Ausstattung wurde im Belletristik-Bereich um zwei zusätzliche PC-Arbeitsplätze ergänzt, so dass jetzt insgesamt 20 internetfähige Computer mit Office-Programmen, Kopfhörern und Druckern bereitstehen. Und: Jeder, der mit dem eigenen Laptop oder Tablet arbeiten möchte, kann dank der finanziellen Unterstützung des Freundeskreises kostenloses W-Lan nutzen. Auch E-Book-Reader stehen bereit.

Rund 400 Veranstaltungen hat das Bibliotheks-Team zudem im vergangenen Jahr angeboten, darunter Ausstellungen, Lesungen, Integrationskurse, Besuche von Kindergärten, Basare oder die Beteiligung an Schulprojekten. Unter den Gästen waren so bekannte Autoren wie Jan Seghers, Thomas Brussig und Alissa Walser. Mit 182 Klassenführungen haben die Mitarbeiterinnen der Kinderbibliothek und der Zweigstellen einen neuen Rekord aufgestellt. „Kinder, die einen Bibliotheks-Führerschein erworben haben oder auf andere Art spielerisch an die Nutzung herangeführt wurden, wissen, wo man Rezepte gegen Langeweile erhält“, lobt Duchmann den Einsatz ihrer Mitarbeiterinnen. (hov)

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