Irreführende Schreiben im Umlauf

Dubiose Aufforderung zur Gewerbeanmeldung

Neu-Isenburg - Die Masche ist nicht neu, aber offenbar immer noch beliebt: Wieder einmal landen derzeit irreführende Schreiben mit einer Aufforderung zur Gewerbeanmeldung in den Briefkästen.

Die Stadt weist deshalb gestern erneut darauf hin, dass es sich bei dem von der Firma „europe reg services“ verschickten Briefen zur zentralen Gewerbeverzeichniserfassung um keine Behördenanfrage der Stadt Neu-Isenburg handelt – auch wenn auf dem Schreiben „Neu-Isenburg.Gewerbe-Meldung.de“ zu lesen ist. „Das Formular ist so gestaltet, dass der Eindruck erweckt wird, es handele sich um ein amtliches Dokument“, warnt der Magistrat. Ferner werde durch die Aufforderung zur Ergänzung und Korrektur der Daten suggeriert, dass bereits ein Eintrag vorliege. „Gewerbetreibende, die dieses Formular erhalten, werden daher darauf hingewiesen, sich vor der Mitteilung von Unternehmensdaten, genauere Informationen einzuholen“, schreibt der Magistrat.

Bereits im Februar hatte die Stadt vor solchen Schreiben gewarnt. Jetzt sind erneut entsprechende Briefe mit dem Hinweis „Eilige Mitteilung“ im Stadtgebiet aufgetaucht. Als Absender ist die „europe reg services“ mit Adressangabe „Gerichtsweg 2, Leipzig“ angegeben. Auf dem Kopfbogen des Schreibens befindet sich eine Vogelabbildung, die mit dem Bundesadler – und damit mit einem behördlichen Schreiben – in Verbindung gebracht werden kann. Darunter steht „Neu-Isenburg.Gewerbe-Meldung.de“. In dem Schreiben wird gebeten, um die rechtzeitige zentrale Eintragung zu gewährleisten, ein beigefügtes Formular auszufüllen und dieses bis zu einem bestimmten Tag „gebührenfrei“ zurückzusenden. Das fettgedruckte „gebührenfrei“ suggeriert, es handele sich um eine kostenfreie Leistung.

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Dies sei nicht der Fall, betont der Magistrat. „Mit der Rücksendung des unterschriebenen Formulars kommt ein Vertrag über einen Eintrag in ein angebliches Gewerbeverzeichnis in der Bundesrepublik Deutschland zustande mit der Folge einer dreijährigen Mindestlaufzeit und 348 Euro zuzüglich Umsatzsteuer pro Jahr. Sofern der Empfänger dieses Schreiben ignoriert, wird er sogar mit einem zweiten Schreiben gleichen Inhalts nochmals aufgefordert, entsprechend zu agieren.“

Wer dem Brief Glauben schenke oder das Kleingedruckte im Formular nicht aufmerksam lese, werde in die Irre geführt. Denn laut Magistrat gibt es offiziell weder eine „interne Auflösung dezentraler Gewerbeverzeichnisse“, noch wird „die Abwicklung der Gewerbeverzeichnisse in der Bundesrepublik Deutschland“ durch den genannten Absender Leipzig übernommen. (hov)

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