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Eine Etage ist nur für Mädchen reserviert

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Nach Umbau und Sanierung des ehemaligen Kinderhauses in der Friedrichstraße (Foto) sollen dort das Jugendbüro, „Alt hilft Jung“ und die Schulverweigerer-Stelle unterkommen, aber auch ein Teenie-Bildungszentrum und eine eigene „Mädchenetage“ entstehen.Foto: Sauda
Nach Umbau und Sanierung des ehemaligen Kinderhauses in der Friedrichstraße (Foto) sollen dort das Jugendbüro, „Alt hilft Jung“ und die Schulverweigerer-Stelle unterkommen, aber auch ein Teenie-Bildungszentrum und eine eigene „Mädchenetage“ entstehen.Foto: Sauda

Neu-Isenburg - (lu) „Das städtische Angebot für Mädchen ist noch etwas schwach ausgeprägt“, räumt Erster Stadtrat Herbert Hunkel ein. Doch das soll sich bald ändern durch eine neu konzipierte Nutzung des ehemaligen Kinderhauses.

Nach dem Umzug der Einrichtung in den Neubau des Kinder- und Familienzentrums Gartenstraße sind nämlich die Räume in der Friedrichstraße 43 frei geworden und sollen saniert und umgebaut werden. Dort will die Stadt ihr Jugendbüro, die Aktion „Alt hilft Jung“ und die Schulverweigerer-Stelle - in enger Verzahnung mit der Brüder-Grimm-Schule (BGS) - unterbringen, aber auch eine eigene Etage für Mädchen und junge Frauen sowie ein Teenie-Bildungszentrum schaffen. Eine Vorlage des Magistrats mit entsprechenden Entwürfen wird Thema in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 18. März, sein.

Schon seit geraumer Zeit ist die Gegend im Bereich Beethovenstraße, Hugenottenallee und Friedrichstraße ein Treffpunkt für Jugendliche. „Nun besteht die Möglichkeit, neben dem Jugendbüro dort auch zielgerichtete Bildungsangebote für Mädchen und Jugendliche der Altersgruppe von zehn bis 14 Jahren zu etablieren“, erläutert Herbert Hunkel das Vorhaben.

Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von rund 82 000 Euro für das Jugendbüro, das erweitert wird, einschließlich „Alt hilft Jung“ und dem Teenie-Bildungszentrum sowie mit rund 38 000 Euro für die Mädchen- und Frauenetage. In der Summe kommen dadurch Kosten rund 120 000 Euro für die verstärkte Jugendarbeit auf die Stadt zu. Gut angelegtes Geld, wie Hunkel betont, zumal man im Jahr rund 28 000 Euro an Miete für das Jugendbüro einsparen könne, das derzeit noch in angemieteten Räumen in der Carl-Ulrich-Straße 11 untergebracht sei.

Das Teenie-Zentrum soll ab September Anlaufstelle für zehn- bis 14-jährige Jungen und Mädchen, Jugendliche und Eltern sein und der Bildung, der Gewaltprävention und der Integration Jugendlicher dienen. In enger Zusammenarbeit mit der unmittelbar benachbarten BGS soll es Werkstattangebote, sportliche Aktivitäten und Medienpädagogisches sowie Angebote zum sozialen Lernen geben.

Die Räume des Bildungszentrums stehen zudem Integrationskursen oder Sprachangeboten für Erwachsene offen. Vormittags könnten Schulklassen hinein und beispielsweise Werkstatt oder Küche für verschiedene Projekte nutzen, aber auch in den Sommerferien für Ferienkurse, Workcamps und „Lernferien“-Programme.

Weil der Besuch offener Jugendangebote der Stadt nur männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund größtenteils aus dem islamischen Kulturkreis von den Familien erlaubt wird, soll für Mädchen und junge Frauen eine „Mädchenetage“ geschaffen werden. Sie biete „geschützten Raum für die Förderung, Festigung und Erweiterung von Fähigkeiten und Interessen der Mädchen und Frauen“, so der Magistrat, „und helfe in Not- und Konfliktsituationen.“

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