Albert Hammond begeistert in der Hugenottenhalle

Einmal quer durch die Musikgeschichte

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Gut gelaunt und noch immer in Höchstform: Albert Hammond reihte in der Huha Hit an Hit. Wer’s verpasst hat: Die Tour mit vielen Stationen in Deutschland geht das ganze Jahr weiter.

Neu-Isenburg -   Kalifornien erlebt seit einigen Jahren eine Dürreperiode nach der anderen – doch wenn einer „It never rains in Southern California“ singen darf, ohne dass es ihm jemand krummnimmt, dann Albert Hammond. Von Markus Schaible 

Fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem er in der Hugenottenhalle einen umjubelten Auftritt hingelegt hat, stand der Musiker am Mittwochabend erneut auf dieser Bühne. Und, um es vorwegzunehmen: Es war wieder ein grandioses Konzert.

Es scheint, als hätte Albert Hammond auf seine alten Tage noch mal richtig Spaß an Tourneen bekommen. 72 wird er in der kommenden Woche, doch das merkt man ihm zu keiner Sekunde an. In roten Chucks tanzt er über die Bühne – und als er irgendwann die rote Lederjacke in hohem Bogen zur Seite wirft und in T-Shirt (knalleng) und Jeans (noch knallenger) zu „When you tell me that you love me“ durch die Stuhlreihen läuft und Zuschauer-Hände schüttelt, schaut manch einer neidisch auf seinen durchtrainierten Körper. Den Song hat einst Diana Ross zum Hit gemacht – und so ist es bei vielen Stücken, die Hammond geschrieben hat: Der Zuhörer verbindet eigentlich einen ganz anderen Namen damit. „One moment in time“ (Whitney Houston’s Olympia-Hymne von 1988), „Nothing’s gonna stop us now“ (Starship), „The air that I breathe“ (The Hollys), „I don’t wanna lose you“ (Tina Turner) oder „Don’t turn around“ (für Asward, Ace of Base und Neil Diamond ein Hit) – alles Lieder, die Hammond, teilweise zusammen mit anderen großen Songwritern, komponiert hat. Und alles Lieder, die in Isenburg die Fans zum Jubeln bringen.

Gut zwei Stunden gibt es einen Gang durch 50 Jahre Musikgeschichte, dank ausgezeichneter Band perfekt dargeboten und mit Licht und (reichlich) Bühnennebel stimmungsvoll in Szene gesetzt. Hammond singt immer noch hervorragend, die etwas rauer gewordene Stimme passt sogar ganz gut zu vielen Stücken. Dazu gibt es allerlei Anekdoten, von Julio Iglesias, Johnny Cash und anderen Größen. Der einzige Wermutstropfen des Abends ist der, dass er viel zu schnell zu Ende ist ...

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