Neuer Verein gegründet

Eltern planen Montessori-Schule

Neu-Isenburg - Wenn es nach dem Wunsch einer Gruppe engagierter Eltern geht, soll in Neu-Isenburg spätestens bis zum Schuljahr 2018/19 eine eigene Montessori-Einrichtung an den Start gehen. Vieles hat sich bereits getan.

Doch allen Beteiligten ist bewusst, dass noch ein langer Weg vor ihnen liegt. „Hilf mir, es selbst zu tun!“: Eine Elterninitiative nimmt Maria Montessori beim Wort und engagiert sich mit ihrem Verein für die Gründung einer Montessori-Schule in der Hugenottenstadt. „Die Idee dazu kam uns nach einem Elternabend des Kindergartens im Januar dieses Jahres“, berichtet Florian Wooge, einer von drei Vorständen des am Sonntag gegründeten Montessori-Verein Neu-Isenburg. „Einige Eltern diskutierten danach noch über die Grundschulen in Neu-Isenburg und stellten fest, dass sie für ihre Kinder mit keiner der Regelschulen richtig glücklich wären.“ Im Gespräch sei man auf Alternativen zu sprechen gekommen und war sich einig, dass die Montessori-Schule in Dietzenbach eigentlich die Wunschlösung wäre – „aber auch nur eigentlich, denn für die ganze Fahrerei morgens und am Nachmittag haben wir alle im Alltag keine Zeit. Und im Idealfall sollen die Kinder ja zu Fuß die Schule erreichen können und ihre Freunde hier im Ort haben“, ergänzt Florian Obst, ebenfalls Vorstand des Vereins.

„Vielleicht machen wir einfach selbst eine Schule auf?“, warf Wooge damals scherzhaft ein – und keiner hätte damals daran geglaubt, dass aus diesem Einwurf so schnell Wirklichkeit werden könnte. Inzwischen hat sich vieles getan. Aus der Elterninitiative wurde gerade ein Verein. „Aktuell zählen wir 17 Mitgliedsfamilien mit fast 30 Kindern; Tendenz glücklicherweise sehr schnell steigend“, sagt Vorstandsmitglied Miriam Dudek. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, spätestens bis zum Schuljahr 2018/19 mit einer Montessori-Schule in Isenburg an den Start zu gehen. Aktuell führe man Gespräche mit einer im Umkreis gelegenen Montessori-Einrichtung, um möglicherweise eine Kooperation einzugehen. Zu einem Standort gibt es noch keine Aussagen vom Verein. Ein Termin mit Bürgermeister Herbert Hunkel stehe bald ebenso an wie ein Gespräch mit Landrat Oliver Quilling. „Wir wollen die Stadt früh ins Boot holen, um gemeinsam etwas Gutes für die Kinder Isenburgs zu tun“, sagt Obst. „Gut ausgebildete und zuverlässig betreute Kinder kommen schließlich der ganzen Gesellschaft zu Gute.“

Doch wieso sollte man sein Kind auf eine Montessori-Schule schicken? Ist das das, wo die Kinder lernen, ihren Namen zu tanzen? „Nein, nein“, sagt Dudek und lacht, „aber das werden wir tatsächlich immer wieder gefragt.“ Dabei habe die Montessori-Pädagogik weder etwas mit Rudolf Steiner, dem Begründer der Waldorf-Pädagogik, zu tun, noch sei sie ein Ansatz für Kinder mit Lerndefiziten. Das seien jedoch gängige Klischees, die immer wieder angesprochen würden.

Abitur und Schulabschluss: Klassenbilder aus der Region

„Bei der Montessori-Pädagogik stehen die individuellen Talente und Bedürfnisse der Kinder im Fokus, sie werden als wertvolle Menschen angesehen und sollen aus ihrer eigenen Motivation heraus und in ihrem eigenen Rhythmus lernen“, erklärt Dudek. In der Praxis bedeute dies: eigenverantwortliches Lernen in altersgemischten Klassen, selbständiges Arbeiten, individuelle Förderung, Englischunterricht ab Klasse 1, zuverlässige Nachmittagsbetreuung.

Allen Beteiligten ist bewusst, dass es noch ein langer Weg bis hin zur Eröffnung der Schule ist. „Aber wir glauben an unsere Idee und engagieren uns mit ganzem Herzen“, bekräftigt Dudek. „Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an der Außendarstellung des Vereins, um es Interessierten möglichst leicht zu machen, uns zu finden.“ Die Website steht bereits, Flyer und Plakate sollen ebenso fürs Anliegen werben wie ein Infostand auf dem Weltkindertagsfest der Stadt am 25. September im Sportpark. Bald sollen eine Facebook-Seite und Infoabende folgen. Wooge betont, der Verein stehe Jedem offen, „wir freuen uns sehr über jeden, der mit anpacken will“. Interessierte können sich an Miriam Dudek (miriam.dudek@montessori-isenburg.de) wenden.

hov

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare