Nicht gut für die Psyche und den Körper

Ergebnisse der Norah-Lärmschutzstudie

Neu-Isenburg - Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) fordert Konsequenzen aus den Ergebnissen der Norah-Lärmwirkungsstudie, die die Stadtverordneten nach der Sommerpause diskutieren.

Vor allem der Teil, der die subjektiv empfundene Belästigung der Anwohner untersucht, sei alarmierend, hebt der Magistrat hervor.  Wie berichtet, stellt die Studie, die im Auftrag des Forums Flughafen und Region erstellt wurde, die Auswirkungen von Flug, Straßen- und Schienenlärm auf Belästigung, Gesundheit und Schlaf sowie die Beeinträchtigung durch Lärm auf das Lernverhalten von Grundschülern dar. Norah steht für Noise-related annoyance, cognition and health. Die Stadt Neu-Isenburg war über die Initiative „Zukunft Rhein-Main“ finanziell am Projekt beteiligt und hat es laut Magistrat über die gesamte Dauer kritisch begleitet. Die Teilstudie zu Erkrankungsrisiken belege eine Zunahme bestimmter Herzkrankheiten (Herzinfarkt, Herzinsuffizienz) in Abhängigkeit vom nächtlichen Fluglärmpegel. Die anonym ausgewerteten Krankenkassendaten von etwa 900. 000 Versicherten dokumentierten auch erhöhte Risikofaktoren für Depression und Brustkrebs. Das Ergebnis der Studie wurde nun den Stadtverordneten vorgelegt.

Deutlich signifikant erhöhte Erkrankungsrisiken zeigen laut der Studie auch die Auswirkungen von Schienen- und Straßenlärm – und zwar nicht nur in in der Nacht, sondern sogar über den gesamten Zeitraum von 24 Stunden. Insbesondere der Teil der Studie, der die subjektiv empfundene Belästigung der Anwohner untersuche, sei alarmierend, schreibt der Magistrat: Die Gruppe der erheblich Belästigten sei gegenüber der Untersuchung des Regionalen Dialogforums (RDF) aus dem Jahre 2005 nochmals angestiegen und eine Belästigung werde bereits bei wesentlich niedrigeren Dauerschallpegeln empfunden. Demnach fühlen sich schon bei 45 dB(A) Dauerschallpegel 30 Prozent der Befragten stark belästigt, bei der RDF-Studie waren es nur circa 15 Prozent. Auch im Vergleich mit anderen Flughäfen sei der Anteil der Hochbelästigten in Frankfurt am höchsten. Vor allem die Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr werden als besonders belastend empfunden. „Hierbei wird Fluglärm deutlich negativer bewertet als Straßen- und Schienenlärm“, berichtet der Magistrat.

Trotz der Einführung des Nachtflugverbots von 23 bis 5 Uhr leidet laut der Studie der Schlaf in den Randstunden der Nacht, was sich auch auf die Lebensqualität auswirke. Auch wenn sich das Durchschlafen verbessert habe, sei für viele kein Ausschlafen mehr möglich, wenn morgens um 5 Uhr abrupt der Fluglärm einsetzt. Der bereits Ende 2014 veröffentlichte dritte Teil der Norah-Studie zur Lernentwicklung von Kindern weise nach, dass der Nachwuchs bei Lärm größere Schwierigkeiten habe, lesen zu lernen.

So schützen Sie Ihr Ohr: Die wichtigsten Tipps

„Die Norah-Studie konnte bestätigen, dass Lärm eine signifikante Auswirkung auf die Gesundheit, die Schlaf- und Lebensqualität sowie auf das Lernverhalten hat“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt. „Im Hinblick auf die Novellierung des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm fordern wir unter dem Eindruck der Ergebnisse, die Grenzwerte für die Schutzzonen entsprechend abzusenken – und zwar mindestens um 5 dB(A) Dauerschallpegel. Im Fall des Frankfurter Flughafens würde das eine Ausweitung der Begrenzung der Tagschutzzone 1 von 60 auf 55, bei der Nachtschutzzone von 50 auf 45 dB(A) bedeuten.“ Fluglärm mache krank, so Schmitt weiter: „Je länger Menschen diesem Lärm ausgesetzt sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses auf die Gesundheit negativ auswirkt.“

Die Ergebnisse der Studie gibt’s unter www.laermstudie.de.

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