Evangelische Gemeinde Gravenbruch

Große Zäsur steht bevor

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Bleibt bei der Neuausrichtung der Gravenbrucher Kirchengemeinde noch genügend Platz für die Jugend? Diese Frage blieb beim Frühschoppen am Samstag ungeklärt.

Gravenbruch - „Es wird kein Stein mehr auf dem anderen bleiben“ – so heißt es in der Bibel. Damit es für die seit Jahren finanziell klamme Evangelische Kirchengemeinde in Gravenbruch nicht so weit kommt, wird an einer Zukunftslösung gearbeitet.

Nach einem Frühschoppen mit Frankfurter Spezialitäten im Hof der Gemeinde am Samstag informierten Dr. Andreas Friebel, Vorsitzender des Kirchenvorstands, sowie Pfarrerin Barbara Friedrich über erste Details. „Es gab am Mittwoch ein knallhartes Gespräch mit der Leitung der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau in Darmstadt“, berichtete Friebel. Dennoch sei das Ergebnis ein großer Fortschritt gewesen, was das Überleben der Gemeinde betrifft. Bereits mehrfach mussten die Gravenbrucher eine finanzielle Unterstützung durch die Landeskirche in Anspruch nehmen – diese soll es nun nicht mehr geben.

Seit 2009 wurde die Kirchengemeinde Gravenbruch aufgefordert, ein Konzept vorzulegen. Auslöser für die Finanzkrise ist vor allem die gesunkene Mitgliederzahl von einst 4 000 auf derzeit rund 1 000. Für den nächsten Konfirmandenjahrgang haben sich gerade mal vier Jugendliche angemeldet. „Der Zuschuss für die Gemeinden durch die Landeskirche basiert alleine auf der Zahl der Mitglieder“, so die Pfarrerin. Den Realitäten müsse man ins Auge sehen. Die Veränderungen stehen unter dem Motto „Mitten im Stadtteil für den Stadtteil“. Friebel berichtete von Gesprächen nicht nur mit der Kirchenleitung, sondern auch mit der Stadt und verschiedenen Bauträgern. Daraus war abzuleiten, dass man sich von „größeren Flächen“ trennen müsse.

„Wir haben aus fünf Architektenplänen einen favorisiert, dieser war Grundlage beim Gespräch mit der Kirchenleitung“, erklärte Friebel. Demnach soll sich die Gemeinde, die über ein Areal von rund 6 000 Quadratmetern verfügt, von allen Nebengebäuden trennen. „Wir wollen den Kirchenkubus erhalten und auf der jetzt noch freien Fläche zum Turm hin ein neues Gemeindezentrum mit Kindergarten bauen“, verkündete die Pfarrerin. Ob es darin weiter Platz für die Jugend geben wird, konnte sie nicht zusagen. „Wir versuchen, möglichst viel zu erhalten, aber garantieren kann derzeit keiner etwas.“ Wichtigster Aspekt sei die Zukunftsfähigkeit, die auch von den wenigen Mitgliedern getragen werden kann.

Konzert zum Jubiläum: St.Cäcilia leuchtet

Noch unklar ist, ob die Orgel an ihrem jetzigen Platz zu halten ist oder umgesetzt werden muss. Für die Älteren sind die Orgel, die mit vielen Spenden angeschafft wurde, als auch der etwas vom Gebäude abgesetzte Kirchturm, bedeutsame Bestandteile ihrer Gemeinde. „Wenn der Turm weg kommt, dann kette ich mich an“, meinte spontan Angelika Eby. Entscheidend für die Realisierung der angedachten Neubauten werden die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen sein.

Bis zum Gemeindefest im September sollen konkretere Ergebnisse vorliegen.

lfp

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