Bogensportler der SGNI wecken Begeisterung für ihr Hobby

Ferienspiele: Einmal wie Robin Hood sein

+
Tipps zu Technik und Körperhaltung: Peter Kunzmann unterstützt Vivien bei ihren ersten Versuchen, die Scheibe zu treffen.

Neu-Isenburg - Vivien nimmt sich einen Pfeil aus dem Köcher, spannt den Bogen – und dann? „Nein, nicht so. Der Arm, der den Bogen hält, muss ganz muss gestreckt bleiben und mit dem anderen spannst du den Bogen, soweit du kannst“, erklärt Bea Otschipka.

Dann zeigt sie der Jugendlichen, wie es richtig aussieht. „Wenn der Bogen für dich zu schwer ist, dann müssen wir einen anderen nehmen“, erklärt die erfahrene Bogenschützin. Dann sitzt alles – Pfeil auf der Sehne, die Sehne mit der Rechten in Richtung Ohr gespannt. Dann loslassen, der Pfeil zischt ab, und schon steckt er vorne in der Scheibe. Oder fliegt auch anfangs mal vorbei und landet im Gras. Aber mit jedem Schuss wächst der Ehrgeiz, jetzt endlich die Mitte zu treffen. Nebenan zeigt auch Peter Kunzmann, Leiter der Abteilung Bogenschießen bei der Isenburger Schützengesellschaft (SGNI), anderen Teilnehmern der Ferienspiele des Jugendcafés, wie man mit Pfeil und Bogen umgeht. „Am besten ist es, wenn die Sehne die Lippen küsst“, erklärt Kunzmann eine Regel.

Seit Anfang der Woche nehmen zehn Jugendliche am Angebot der Ferienspiele des Jugendcafés teil. Sie treffen sich in den Räumen des Familienzentrums in der Gartenstraße, dort werden sie vom Ferienspiele-Team um Dirk Kühnel betreut. „Am Montag haben wir uns ja erstmals getroffen und in Spielgruppen kennengelernt“, erzählt Kühnel. Der Dienstag war dann schon voller Action: Eine besondere Stadtrallye stand auf dem Programm. „Wie viele Enten gibt es im Bansapark? Wie alt ist der älteste Feuerwehrmann bei der Isenburger Wehr?“ Solche Fragen, die man nicht so einfach schätzen und deren Antwort man auch nicht aus dem Internet erfahren konnte, mussten beantwortet werden. „Als besondere Aufgabe haben wir der Gruppe gestellt, aus bestimmten Geschäften einen Stempel mitzubringen, als Beleg dafür, dass sie auch dort waren“, erzählt Kühnel.

Der Sporttag gehört zu jeder Ferienspiele-Woche des Jugendcafés, und auch dabei geht Kühnel gerne besondere Wege. „Wir wollen den Jugendlichen nicht die Standardsportarten wie Fußball oder Handball, sondern etwas ausgefallenere anbieten, die es in Neu-Isenburg gibt – deshalb sind wir heute bei den Bogenschützen“, erklärt der Sozialpädagoge in Diensten der Stadt.

Hessenmeisterschaft im Bogenschießen

Einmal wie Robin Hood sein, das war für die Jugendlichen denn auch ein besonderes Erlebnis, wenngleich es bei den Bogenschützen recht „streng“ zugeht, was den Ablauf betrifft. „Bogenschießen ist nicht ganz ungefährlich, insbesondere wenn Ungeübte mit Pfeil und Bogen hantieren; und wir wollen, dass alles ganz geregelt abläuft“, betont Kunzmann. So muss auch Vivien erst einmal ihre langen Haare zusammenbinden, damit sich diese nicht in der Sehne verfangen können. „Das tut richtig weh, wenn die Sehne losgelassen wird und nach vorne schnellt“, weiß auch Bea Otschipka.

Nach den ersten Versuchen gibt’s schon bald richtig gute Treffer – und die Freude über den Erfolg ist bei allen groß. Dirk Kühnel dankt den Bogenschützen für ihre Gastfreundschaft. Und Peter Kunzmann bleibt die Hoffnung, dass beim ein oder anderen das Interesse am Bogensport geweckt wurde und er wieder vorbeischaut. (lfp)

Kommentare