Neubaugebiet Birkengewann

Weg frei für 370 Wohneinheiten

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Rund um die Feuerwache wird im Birkengewann zwischen Offenbacher Straße, Friedhofstraße und Am Trieb ein Wohngebiet für bis zu 900 Menschen geschaffen. Wie es aussieht, zeigt Reinhard Hantl auf dem Plan.

Neu-Isenburg - Ab Oktober rollen die Bagger im Neubaugebiet Birkengewann. Dann beginnt das Unternehmen Depenbrock Bau GmbH mit der Erschließung des rund 24 Hektar großen Geländes am östlichen Ortseingang von Neu-Isenburg.

Die Vorarbeit zur Entwicklung des Baugebiets Birkengewann zwischen Offenbacher Straße, Friedhofstraße und Am Trieb war beträchtlich. Seit 2010 wurde mit den 92 Eigentümern der Flurstücke über die Umlegung verhandelt. „Das ist immer nicht ganz so einfach, denn die Leute glauben, dass sie 100 Prozent ihres Flurstückes in die Umlegung rein geben und 70 Prozent Bauland wieder zurück bekommen. So ist es ja leider nicht“, erklärt Pieter Schulz vom Vermessungsbüro Seeger, das diese Aufgabe für die Stadt übernommen hatte.

Letztlich erfolgte mit allen Grundstückseignern eine Einigung: Sie bekommen rund 50 Prozent zurück, aber mit deutlicher Wertsteigerung. „Der Quadratmeter ist aktuell 149 Euro wert, nach der Umlegung sind es 330 Euro als Bauerwartungsland. Die Erschließungskosten muss aber jeder Grundstückseigentümer selbst übernehmen“, erläutert Pieter Schulz. Für das voll erschlossene Land könne im Birkengewann künftig ein Grundstückspreis zwischen 450 und 600 Euro erzielt werden, betont der Fachmann.

Schon 2014 war das Vermessungsbüro mit allen Flächenbesitzern einig. „Im Dezember wird der Umlageplan auch rechtskräftig und wir gehen nicht von Widersprüchen aus, weil wir in vielen Gesprächen mit den Eigentümern Konsens erreicht haben“, ist Schulz optimistisch, dass die Umlegung geräuschlos abgeschlossen wird.

Aus den 24 Hektar werden 8,3 Hektar Nettobauland. „Das Besondere im Birkengewann ist, dass wir die komplette Ausgleichsfläche im Baugebiet realisieren werden“, betont Schulz. Inmitten des Neubaugebietes verläuft also ein breiter Grünstreifen, der auch als Regionalparkroute ausgebaut wird. So bleibt die Hälfte des Neubaugebietes als Grünfläche erhalten. Der bestehende Bolzplatz wird überplant, ein neuer öffentlicher Sportplatz soll am östlichen Rand entstehen.

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Für die Erschließung wurde eine europaweite Ausschreibung notwendig, die das niedersächsische Unternehmen Depenbrock Bau GmbH gewonnen hat. In Neu-Isenburg ist die Firma nicht unbekannt, sie hat bereits Tiefbauarbeiten auf dem Gehespitzgelände realisiert und wurde für das Birkengewann schon im Dezember beauftragt. „Rund 135 Euro kostet die Erschließung pro Quadratmeter im Mittel“, erläutert Reinhard Hantl (Hantl Projekte), der die Erschließung für die Stadt begleitet. Die Grundstückseigener haben schon Mitte des Jahres alle Erschließungsverträge unterschrieben, sodass es jetzt also endlich los gehen kann.

In 18 Monaten sollen der Kanal, die Straßen und die Schallschutzmauer fertig sein. Die Anbindungen an die Offenbacher Straße und die Friedhofstraße für die Ab- und Zufahrten gehören ebenfalls in diesen ersten Bauabschnitt. Auch die Telekom und Unitymedia werden ihr Glasfasernetz in dieser Zeit verlegt haben. „Wenn wir merken, wir sind schneller, kann es auch sein, dass einzelne Abschnitte schon vor Ablauf der 18 Monate für den Hochbau freigegeben werden“, merkt Hantl an. Der endgültige Straßenausbau erfolgt, wenn der überwiegende Teil der Häuser schon steht. Spätestens fünf Jahre nach dem Abschluss der ersten Ausbaustufe soll das der Fall sein.

Mit dem Birkengewann bekommt Isenburg 750 bis 900 Einwohner mehr; 370 Wohneinheiten sind geplant. Der größte Teil wird mit Reihenhäusern und Doppelhaushälften bebaut. Rund 15 Häuser entstehen im Geschosswohnungsbau. Die Stadtwerke Neu-Isenburg versorgt das Gebiet westlich mit einem neuen Blockheizkraftwerk, der östliche Bereich soll an das Gasnetz angeschlossen werden. (col)

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