Polizei nimmt den Verkehr an Unfallschwerpunkt unter die Lupe

Geblitzt mit dem Hochzeitsauto

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Yannick Pfaff kontrolliert mit der Laserpistole die Geschwindigkeit, links protokolliert David Jesse die Vorgänge.

Neu-Isenburg - Die ehemalige B3 und heutige Offenbacher Straße gilt vom Isenburger Industriegebiet Ost bis zur Kreuzung des Gravenbruchrings als Unfallschwerpunkt. Erst kürzlich gab es an der Einfahrt zum Kleingartenverein Engwaad einen tödlichen Unfall.

Gestern hatte die Polizeistation Neu-Isenburg in diesem Bereich eine Geschwindigkeitskontrollstation eingerichtet. Von 12 bis gegen 16 Uhr haben Polizeibeamte einen Geschwindigkeitsmessung vorgenommen und Verstöße auch gleich geahndet. Direkt unter der Brücke der L3117 über die Offenbacher Straße stehen mehrere Polizeifahrzeuge. Ein paar Meter weiter hat Polizeioberkommissar Yannick Pfaff die Laserpistole auf ein Stativ befestigt und wartet, bis ein Fahrzeug aus Norden kommend über die Brücke der A661 auf ihn zufährt. Die Laserpistole ist aktiviert und im schnellen Takt macht es piep, piep, piep. „Das sagt noch gar nichts, das ist nur das Zeichen, dass das Gerät aktiviert ist und misst“, erklärt der Polizeibeamte. Der Blick auf die gemessene Geschwindigkeit zeigt 74 Stundenkilometer; erlaubt sind 70. „Wenn alle so fahren würden, wäre das ganz in Ordnung“, kommentiert Pfaff. Denn nach Abzug der Toleranz von drei Stundenkilometern bleibt nur einen Geschwindigkeitsübertretung von einem Stundenkilometer übrig. „Das ist auch nicht unsere Klientel, wir sind auf die richtig Schnellen aus, die den Verkehr tatsächlich gefährden“, so der Polizist.

Ein junger Fiat-Fahrer rast mittags nicht nur mit mehr als 100 Sachen anstatt der erlaubten 70 in die Messstelle. Die Beamten haben auch gleich den Verdacht, dass er unter Drogen stehen könnte – und nehmen den 21-Jährigen zur Blutentnahme mit zur Wache. Entspannter geht’s da schon vorher zu, als gegen 13 Uhr ein Brautauto ein wenig zu schnell den Kontrollpunkt passiert. Die Brautleute sitzen drin, kommen gerade von der Trauung. Die Laune lassen sie sich von der Verwarnung nicht verderben, machen sogar noch ein Foto mit den Polizisten.

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Dann kommt ein Fahrzeug mit einem Stern im Kühlergrill um die Biegung, wieder piept es wild – und der Polizeibeamte greift zur Kelle. Er wartet, bis sich das Fahrzeug nähert, und winkt es raus. Seinen kontrollierenden Kollegen ruft er noch „87“ zu. Die Geschwindigkeitsanzeige ist bei 90 Kilometern pro Stunde stehen geblieben – eindeutig zu viel. Polizeikommissar David Jesse notiert Uhrzeit, Pkw-Typ und Kennzeichen. „Falls die Sache vor Gericht geht“, erklärt er.

An der Kontrollstation tritt die Polizeibeamtin in Ausbildung Paulina Wolf an die Fahrertür, ihr erster Blick geht auf die Hände des Fahrers, dann kurz in das Innere des Fahrzeugs. Ihr Kollege „sichert ab“, eine Hand am Holster der Pistole, sein Blick auf das Verhalten des Fahrers gerichtet. „Wir machen hier eine Geschwindigkeitskontrolle, sie waren zu schnell - nach Abzug der Toleranz sind es 87 Kilometer. Sie können das Ergebnis gerne überprüfen“, erklärt die Beamtin. Dann folgt die Frage nach dem Führerschein und den Fahrzeugpapieren. Der Fahrzeuglenker bedauert seine Nachlässigkeit und bezahlt auch gleich. Nach einer Ermahnung durch die Beamten darf er weiter fahren.

An diesem Nachmittag fahren die meisten Autos im toleranten Bereich. „Wir wollen mit dieser Aktion die Fahrzeuglenker gerade in diesem Bereich sensibilisieren, sich an die vorgegeben Geschwindigkeitsbeschränkung zu halten“, erklärt Pfaff. Es soll nicht erst nach einem schweren Unfall reagiert werden. „Die meisten Autofahrer sind auch einsichtig, aber Ausnahmen gibt’s, die uns Schikane vorwerfen“, kennt Pfaff auch andere Reaktionen. Abends gibt’s die Bilanz: 129 Autos gemessen, 19 waren zu schnell. lfp

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