Hunkel nimmt Stellung zu Gerüchten

„Viele erfundene Geschichten“ über Flüchtlinge

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Bürgermeister Hunkel (links, hier bei einer Infoveranstaltung) dementiert die Gerüchte über Flüchtlinge.

Neu-Isenburg - Seit das Land in Isenburg die Erstaufnahme für Flüchtlinge eingerichtet hat, kursieren immer wieder Gerüchte, vor allem um Vorfälle mit Flüchtlingen im neben der Einrichtung gelegenen Aldi-Markt in der Rathenaustraße – manche halten sich hartnäckig.

Aber was ist wirklich dran? Dazu hat Bürgermeister Herbert Hunkel gestern nach Rücksprache mit der Aldi-Regionalverkaufsleiterin Nina Rommelfangen Stellung genommen. „Um es gleich vorweg zu sagen, nichts davon ist wahr, es handelt sich um erfundene Geschichten, die nicht zum ersten Mal bis zu mir vorgedrungen sind“, sagt Hunkel. „Weder wollte Aldi seine Filiale schließen, noch musste ich Aldi überreden, davon Abstand zu nehmen, oder gar finanziell unterstützen. Aldi hat sich nie an die Stadt gewendet wegen irgendwelcher Belästigungen durch Flüchtlinge.“

Nach Inbetriebnahme des Camps im September durch das Land habe er alle Unternehmen in unmittelbarer Nachbarschaft besucht, um zu fragen, wie die neue Situation empfunden wird, berichtet der Bürgermeister. Nur zwei der insgesamt circa 20 besuchten Firmen hätten damals Bedenken geäußert, „denen nachgegangen wurde“. Bei einem erneuten Besuch vor wenigen Tagen habe sogar kein einziges der dortigen Unternehmen Probleme oder Bedenken mit der Einrichtung und den dort lebenden Menschen geäußert – „selbst die nicht, die damals welche befürchteten“. Hunkel sagt, alle Unternehmen sähen die Situation entspannt, „wollen sich sogar helfend einbringen und leisten zahlreiche Spenden“.

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Auch den Aldi habe er im September und im Januar besucht und mit den Mitarbeitern gesprochen, auch von Seiten des Unternehmens Aldi seien keine Probleme oder Störungen gesehen worden, so Hunkel. Auf seine Anfrage an die Aldi-Geschäftsleitung antwortete die zuständige Regionalverkaufsleiterin: „Gerüchte über eine Schließung der Filiale entsprechen nicht den Tatsachen. Auch die Gerüchte zum Diebstahl können wir nicht nachvollziehen.“

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Ein neues Gerücht, das Hunkel wirklich sauer macht, betrifft die Essensversorgung im Camp. Täglich würden in der Küche 350 Essen weggeschmissen, weil die Einrichtung derzeit nicht voll belegt ist, werde seit einigen Tagen in der Stadt erzählt. „Alles quatsch“, kommentiert der Rathauschef. Aktuell seien im Camp, das Kapazität für die Aufnahme von bis zu 1000 Menschen hat, zwar nur 420 untergebracht. Aber deshalb würde noch längst kein Essen weggeschüttet. Vom Einrichtungsbetreiber habe er sich bestätigen lassen, dass der Koch jeden Morgen beim ASB anrufe und passgenau durchgebe, wie viele Essen er brauche, so Hunkel. (hov)

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