Gut für das Klima

Gewobau setzt energetische Sanierung aller Gebäude fort

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Im Jahr 2015 hat die Gewobau 16 Objekte mit 143 Wohnungen saniert, darunter auch das Haus Schützenstraße 86, das in diesem Artikel im Vorher-Nachher-Vergleich zu sehen ist: Unter anderem wurden dort die alten Balkone abgebaut und durch Vorstellbalkone ersetzt.

Neu-Isenburg - Die Gewobau geht weiter kontinuierlich voran: Mit der schrittweisen energetischen Sanierung aller Gebäude spart sie Energie und verringert die Kohlendioxid-Emission. Von Barbara Hoven

„Der Energieverbrauch für Gewobau-Wohnungen konnte vom Jahr 2008 bis zum Jahr 2015 um rund 20 Prozent reduziert werden“, hebt Geschäftsführer Stephan Burbach bei der Präsentation des jährlichen Energieberichts hervor. Es hat schon lange kein Jahr mehr gegeben bei Isenburgs gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau), in dem die Handwerker nicht irgendwo Bäder sanieren, Heizanlagen oder Fenster erneuern, Außenfassaden dämmen oder Balkone anbauen. 2015 investierte das Unternehmen rund 5,34 Millionen Euro in die Modernisierung von 143 Wohnungen in 16 Gebäuden; davon entfielen rund 1,85 Millionen Euro auf die energetische Sanierung. Dieses Jahr werden es 6,4 Millionen sein: Auf der Gewobau-Agenda stehen 153 Wohnungen in 16 Gebäuden, die in eine bessere Energieklasse aufsteigen sollen.

Das Haus Schützenstraße 86.

Vor allem im Hinblick auf eine klimafreundliche Entwicklung ist das Unternehmen auf dem Vormarsch. Seit 2008 erstellt es einen jährlichen Energiebericht. Seither konnten Energiekennwert, Kohlendioxid-Emission sowie Strom- und Gasverbrauch stetig reduziert werden. Der Bericht umfasst den gesamten Bestand der Gesellschaft von 2 469 Wohnungen und 29 Gewerbeeinheiten. Enthalten ist nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Ausblick auf geplante Projekte. Im Durchschnitt ergebe sich für 2015 ein Energiekennwert von 127,37 Kilowattstunden je Quadratmeter Gebäudenutzfläche, berichtet Burbach. Im Vergleich zum Vorjahr sei das eine Verbesserung um rund 2,6 Prozent. „Der Gesamtbestand hatte 2014 eine klimabereinigte CO2-Emission von 5 850 Tonnen, diese konnte 2015 um 151 auf 5699 Tonnen gesenkt werden.“ Auch für Gas, Strom, Holzpellets und Öl hätten die Mieter deutlich weniger ausgegeben. „Verglichen mit dem Jahr 2008 konnte 2015 der klimabereinigte Verbrauch um 5 688 860 Kilowattstunden gesenkt werden“, fasst der Bericht zusammen. Die CO2-Emission habe von 2008 bis 2015 um rund 20 Prozent gesenkt werden können – dies entspricht 1405 Tonnen jährlich. Hierbei müsse, so Burbach, auch der Klimafaktor des Deutschen Wetterdienstes mit berücksichtigt werden, um eine Vergleichbarkeit zwischen den Jahren mit unterschiedlicher Witterung zu gewährleisten.

Bevor die Handwerker in den älteren Häusern anrücken, ist die Gewobau mit einer Wärmebildkamera den Schwachstellen auf der Spur. Mit Hilfe der Infrarot-Bilder erkennen die Fachleute sogenannte Kälte- und Wärmebrücken. Kältebrücken bergen das Risiko der Schimmelbildung, während Wärmebrücken anzeigen, an welchen Stellen Energie verloren geht.

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In den nächsten fünf Jahren sind energetische Modernisierungen an Gebäuden mit rund 370 Wohnungen geplant – damit werde der Großteil der Häuser modernisiert, die sich noch in den untersten Energieeffizienzklassen befinden. Allerdings ließen sich die ermittelten Zahlen nur bedingt vergleichen, da das Nutzerverhalten großen Einfluss auf den Energieverbrauch habe, so Burbach. Die Gewobau gibt den Mietern deshalb Tipps zum richtigen Lüften und Heizen.

Damit in den meist in den 50er und 60er Jahren errichteten Häusern moderne Wohnungen vermietet werden können, investiert die Baugesellschaft seit Jahren Millionen. Das kommt auch den Mietern zugute, die sich über niedrigere Heizkosten freuen können. Allerdings wird ein Teil der Kosten auch wieder per Mieterhöhung umgelegt.

Und wo kommt das Geld für die 5,34 Millionen her? Die rund 1,85 Millionen für die energetische Sanierung wurden laut Burbach über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert, rund 2,03 Millionen zahlte die Gewobau aus eigener Tasche und 1,46 Millionen holte sie sich über den Kapitalmarkt.

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