Ausstellung erinnert an der deutschen Amateurmeisterschaft

Der größte Tag in Isenburgs Fußballgeschichte

Neu-Isenburg - Vor 60 Jahren – am 24. Juni 1956 – gewann die Spielvereinigung (Spvgg.) 03 im Berliner Olympiastadion vor 40.000 Zuschauern die Deutsche Fußballmeisterschaft der Amateure mit einem 3:2 gegen den VfB Speldorf.

Einen Tag später boten mehr als 15.000 Isenburger ihrer Siegermannschaft einen triumphalen Empfang in ihrer Heimatstadt. Der Jubel und Trubel riss den ganzen Tag nicht ab, denn immer wieder kehrten aus dem Olympiastadion Isenburger Zeugen zurück, die von diesem unglaublichen Ereignis berichteten. Der größte Tag in Isenburgs Fußballgeschichte jährt sich nun zum 60. Mal – und wird mit einer Ausstellung im Rathaus gewürdigt. Die Schau, die der Medienschaffende Klaus Reinhardt konzipiert hat, wird am heutigen Mittwoch um 18 Uhr von Bürgermeister Herbert Hunkel eröffnet und ist im Rathausfoyer bis zum 8. Juli zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung werden die Torwart-Legende Willi Wehner, Dr. Norbert Fuchs, Taktgeber auf Halbrechts, und Kurt Respa, der Verteidiger auf der linken Seite, erwartet.

„Es leben kaum noch Zeitzeugen, aber es existieren noch Dokumente, Zeitungsartikel, Fotos und wenige Filmausschnitte, mit denen die unglaubliche Leistung der Spvgg. 03 für die Nachwelt erhalten werden soll“, sagt Reinhardt. Gezeigt werden auch die Fußballschuhe des legendären 3:2-Torschützen Helmut „King“ Stamer, der im März gestorben ist. „Die Siegermannschaft von damals ist meines Erachtens ein Teil unserer Stadt; und für die kulturelle Vielfalt einer Stadt ist es wichtig, dieses Wissen über Generationen weiterzugeben“, so Reinhardt. „Deshalb ist es nun an der Zeit, diese Ereignisse dramaturgisch aufzuarbeiten und darzustellen. Ich bin der Überzeugung, dass Legenden wie diese Mannschaft Nachhaltigkeit schaffen.“

Vom Stadion zur Arena: So hießen Fußballtempel früher

Was im Berliner Olympiastadion den Ausschlag für den Sieg gab, war die Kraft, die in der Mannschaft steckte. Im Berliner Hexenkessel eroberten sie die höchste Trophäe im Deutschen Amateurfußball – obwohl sie nicht nur gegen Speldorf, sondern gegen das ganze Stadion kämpfen mussten. Denn die Zuschauer, von den Dortmund-Fans angesteckt, feuerten unaufhaltsam die Mannschaft des westdeutschen Vertreters Speldorf an.

Die Spvgg. 03 war in den 50er Jahren eine der besten Deutschen Amateur-Fußballmannschaften. Bereits 1954 stand das Team im Endspiel, damals in der Glückauf-Kampfbahn von Gelsenkirchen, und verlor gegen den TSV Marl-Hüls. Die Ausstellung gibt einen kurzen Einblick in diese Zeit und widmet sich der Endrunde um die Fußballmeisterschaft 1956. Sie zeigt auf 19 Infotafeln und in zwei Vitrinen vieles, was bisher noch nicht zu sehen war – zum Beispiel das amtliche Programm des DFB zu den Endspielen um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Oder eine Eintrittskarte ins Olympiastadion und was diese damals kostete.

hov

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