„Großkampftag“ für Isenburgs Freiwillige Feuerwehr

Schwere Unfälle und entlaufene Lamas

Neu-isenburg - Zwei Verkehrsunfälle, entlaufene Lamas, steckengebliebener Aufzug, Brandnachschau, Fehlalarm und eine Türöffnung: Der 29. August war ein „Großkampftag“ für die Freiwillige Feuerwehr Neu-Isenburg. An einem der einsatzreichsten Tage in diesem Jahr wurden die Helfer innerhalb weniger Stunden insgesamt sieben Mal gerufen.

Der erste Alarm führte die Helfer am Montag um 10.30 Uhr in ein Bürogebäude in der Martin-Behaim-Straße. Während einer Räumungsübung wurde dort ein Feuermelder zu früh ausgelöst – Fehlalarm. Einsatz eins war damit um 10.59 Uhr wieder beendet. Wenige Minuten später wurde die Feuerwehr dann allerdings tatsächlich gebraucht: Auf der A3 war um kurz nach 11 Uhr zwischen den Anschlussstellen Obertshausen und dem Offenbacher Kreuz ein Lkw auf den Hänger eines anderen Lastwagens aufgefahren. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der 47 Jahre alte Fahrer in seiner völlig zerstörten Kabine eingeklemmt wurde. Gemeinsam mit den ebenfalls alarmierten Kollegen aus Obertshausen konnten die Isenburger den Mann in einer aufwendigen Rettungsaktion befreien. „Während der bestehenden Baustelle in diesem Bereich werden bei Unfallmeldungen für einen möglichen Zeitgewinn grundsätzlich beide Feuerwehren an den Unglücksort beordert“, erklärt Feuerwehrsprecher Andreas Kronhart.

Das Fahrerhaus des Lkw sei abgeknickt und so unglücklich mit dem Hänger des vorausfahrenden Lasters verkeilt gewesen, dass dieser Hänger zunächst mit einem Kran der Berufsfeuerwehr Offenbach gesichert werden musste. Das Arbeiten mit schwerem Gerät war wegen der ungünstigen Lage des verunglückten Lastwagens ebenfalls nur sehr eingeschränkt möglich. Knapp zwei Stunden nach Alarmierung der Feuerwehr konnte der Mann schließlich in einen zwischenzeitlich gelandeten Rettungshubschrauber gebracht und schwer verletzt in ein Frankfurter Krankenhaus geflogen werden. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten, die von der Obertshäuser Wehr übernommen wurden, dauerten noch bis in den späten Nachmittag. Für die etwa 30 Helfer aus Neu-Isenburg, die mit sieben Fahrzeugen vor Ort auf der Autobahn waren, war der Einsatz um 16.20 Uhr beendet.

A3-Baustelle: Bilder vom schweren Lkw-Unfall

Bereits während dieser Einsatz lief, waren die Helfer um 12.12 Uhr zu einer „Brandnachschau“ in den Buchenbusch gerufen worden. „Dankenswerterweise übernahmen die Kollegen aus Sprendlingen diese Einsatzstelle“, berichtet Kronhart. In der Küche einer Wohnung war auf einem Herd offenbar Fett in Brand geraten. Als die Wehr eintraf, waren die Flammen bereits erloschen – die fünf Helfer konnten schnell wieder den Heimweg antreten. Um 15.34 Uhr rief die Polizei die Feuerwehr in die Fritz-Erler-Straße zur Hilfe. In einem Wohnhaus war ein Aufzug stecken geblieben – die eingeschlossene Person konnte sich jedoch schneller als gedacht selbst befreien.

Kaum 20 Minuten später der nächste Alarm: ein Autounfall im Kreuzungsbereich Offenbacher- und Friedhofstraße. Zwei Pkw waren zusammengestoßen, die beiden Fahrer – eine Frau und ein Mann – wurden verletzt. Die Feuerwehr streute auslaufende Kühlerflüssigkeit ab, klemmte die Batterie ab und sicherte die Unfallstelle. Bis 17 Uhr hatten die Helfer dort zu tun.

Und mussten keine zehn Minuten später, um 17.08 Uhr, schon wieder ausrücken: In einer Wohnung in der Rheinstraße hatte eine 54-Jährige das Bewusstsein verloren. Die Tür wurde geöffnet, ein Notarzt und das Team eines Rettungswagens kümmerten sich anschließend um die Frau. Sie kam in ein Krankenhaus.

Noch während dieser Einsatz lief, meldete sich um 17.49 Uhr erneut die Polizei bei der Feuerwehr: Vom Gelände des Kinderzirkus Wannabe auf den früheren „Büffelwiesen“ nahe der Offenbacher Straße waren zwei Lamas ausgerissen. Doch gerade, als sich die freiwilligen Feuerwehrleute zum siebten Mal an diesem arbeitsreichen Montag auf den Weg gemacht hatten, kam der erlösende Anruf: Den Polizisten war es nach wenigen Minuten gelungen, die beiden Tiere wieder einzufangen. (hov)

Archivbilder

Bilder: Schwerer Motorradunfall in Neu-Isenburg

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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