Stadt will auf Angebote hinweisen

Hospiztage: Am Ende des Lebens gut begleitet

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Vor allem Fachleute fanden sich zur Eröffnung der Hospiztage ein. Mit dabei waren (von links) Ute Schulze, Kirsten Wolf, Alexander Rudolf, Ina Paul, Marion Perner, Carmen Schaaf, Herbert Hunkel und der Künstler Alex Kaufmann, von dem die Stele stammt.

Neu-Isenburg - Es ist kein ganz einfaches Thema dem sich die Stadt annimmt, wird doch das Sterben und der Tod gerne aus dem Hier und Jetzt verdrängt.

„Wenn aber das eigene Leben zu Ende geht, ist jeder froh, wenn er eine kompetente und sensible Hilfe an seiner Seite hat“, sagte Bürgermeister Herbert Hunkel am Donnerstagabend bei der Ausstellungseröffnung zu den ersten Hospiztagen.  „Es gibt in unserer Stadt glücklicherweise ein großes Angebot an Hilfen. Wir wollen versuchen, mit unseren ersten Hospiztagen und dieser Ausstellung hier, die Möglichkeiten der Hospizarbeit und Palliativberatung aufzuzeigen und bekannter zu machen“, betonte Hunkel. Er hätte sich zum Auftakt ein paar Besucher mehr gewünscht, waren es doch vor allem die Fachleute, die zur Vernissage gekommen waren. Dabei dränge das Thema in Zeiten des demografischen Wandels. „Und letztlich wünschen sich die meisten Menschen, Zuhause zu sterben. Vielen Leuten ist es gar nicht bekannt, welche Möglichkeiten es gibt.“

Das sollen die Schautafeln im Foyer des Rathauses jetzt ändern. Unter dem Titel „Am Ende gut begleitet“ gibt der Malteser Hilfsdienst Stadt und Kreis Offenbach einen wertvollen Einblick, wie Hospizarbeit am Ende des Lebens Erleichterung bringen kann. „Wir möchten mit der Ausstellung den Menschen die Scham nehmen und mit einem niedrigschwelligen dazu einladen, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, erläuterte Alexander Rudolf, Pressesprecher des Malteser Hilfsdienst. Auf den Schautafeln ist erläutert, welche Bedürfnisse Sterbende haben, wie Sterbebegleitung funktioniert und an wen sich Betroffene oder Angehörige wenden können.

Ein bedeutsamer Baustein in der Begleitung von Sterbenden sind auch die ehrenamtlichen Hospizhelfer, wie Ina Paul. Die Neu-Isenburgerin berichtete bei der Ausstellungseröffnung, wie wichtig ihr die Arbeit ist. „Es ist schön, helfen zu können. Sterbende Menschen legen ihr Innerstes offen. Das ist manchmal eine schwierige Situation, aber es sind sehr wertvolle Momente und ich bekomme auch ganz viel zurück“.

Erstes Mehrgenerationen-Hospiz in Deutschland eröffnet

Kirsten Wolf, vom Palliativdienst Frankfurt, der auch in Neu-Isenburg tätig ist, berichtete von einem neuen Programm: Wie Erste-Hilfe-Kurse soll es künftig auch Letzte- Hilfe-Kurse geben, bei dem Interessierte erfahren können, wie man Sterbende begleiten, wie ein Helfer unterstützen und auch, an wen man sich wenden kann, wenn man Hilfe braucht. Der Neu-Isenburger Bildhauermeister Alex Kaufmann, von dem in der Ausstellung auch eine schöne Stele zu sehen ist, warb für den Friedhof und das Grab, als einen Ort der Trauerbewältigung.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Oktober im Foyer des Rathauses zu sehen. Die nächste Veranstaltung der Hospiztage ist am Samstag, 15. Oktober um 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses ein Benefiznachmittag zugunsten der Hospitzarbeit mit Irith Gabriely, Queen of Klezmer. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Unter dem Motto „Meine besondere Aufgabe“ berichten ehrenamtliche Hospizhelfer am Mittwoch, 26. Oktober, um 19.30 Uhr im Pavillon der evangelischen Johannesgemeinde, Friedrichstraße 94, über ihre Arbeit und Erfahrungen. (col)

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