Belastung an der verkehrsumtosten Frankfurter Straße gemessen

Innenstadt-Luft ist nicht zu dick

Neu-Isenburg - Die Menschen können laut Magistrat auch in der Innenstadt ohne Bedenken durchatmen: Denn die Luft wird sauberer.

Seit 2008 betreibt das Unternehmen Infraserv in der Frankfurter Straße eine Messstelle, die Daten zur Konzentration von Stickstoffoxiden, Feinstaub und Benzol in der Luft erhebt. Seit 2012 liegen alle dort gemessenen Werte unter den gesetzlich festgelegten Grenzen. Zum Luftkurort machen wohl auch die neuesten Zahlen Neu-Isenburg sicher nicht. Doch nach Darstellung der Stadtspitze hat 2015 der positive Trend bei den Messwerten der Luftschadstoffe angehalten – es gebe für die Luftqualität in Isenburg „wie in den Vorjahren eine günstige Entwicklung, auch wenn der Trend bei den Stickoxiden stagniert“. Das sei das Ergebnis der Auswertung der Daten, die der graue Kasten mit Fühlern auf dem Dach seit rund acht Jahren kontinuierlich misst. Die Containerstation steht vor dem Haus Nummer 139 an der Frankfurter Straße – an einer Stelle also, die täglich 17.000 Fahrzeuge passieren; sie gehört damit zu den verkehrsreichsten Straßen der Stadt.

Teils seien die Grenzwerte sogar „deutlich unterschritten“ worden. Fur die verschiedenen Luftschadstoffe gibt es Grenzwerte sowohl für das Jahresmittel als auch für stündliche beziehungsweise tägliche Höchstbelastungen, die nicht überschritten werden sollten. Im Jahr 2015 betrug der Jahresmittelwert von Stickstoffdioxid (NO2) 34,7 Mikrogramm pro Kubikmeter (µ/m³) und lag damit deutlich unter dem Grenzwert von 40. Besonders erfreulich ist der Mittelwert für Stickstoffdioxid laut Magistrat; der liege an vergleichbaren Stationen in Hessen deutlich höher. „Beim Stundenmittel von NO2 gab es auch 2015 keine einzige Überschreitung des Luftqualitätswertes von 50 µ/m³ (18 Überschreitungen pro Jahr sind erlaubt).

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Dass die Stickoxid-Werte im letzten Jahr stagnierten, lässt sich nach Ansicht der Fachleute „wohl mit dem warmen und niederschlagsarmen Sommer und Herbst erklären“. Denn bis zum April, nach einem milden Winter, hätten die Mittelwerte noch deutlich unter denen der Vorjahre gelegen. Auch der hohe Anteil an Dieselfahrzeugen bedinge einen hohen Ausstoß an NO2. „Die Euro-6-Norm, die deutlich verminderte NO2-Emissionen vorschreibt und seit September 2015 bei Neuzulassungen vorgeschrieben ist, wird erst langsam greifen“, so der Magistrat.

Durch die kontinuierlichen Messungen werden Stickstoffoxide und Feinstaub (PM10, PM2,5) erfasst. Hauptquelle der gemessenen Luftschadstoffe ist laut der Fachleute nach wie vor der Straßenverkehr an der Messstation. Daneben spielen vor allem noch „Gebäudeheizungen, Industrie-Emissionen und in geringerem Maße der Luftverkehr“ eine Rolle. Fragen zum Thema beantwortet der städtische Biologe Dr. Markus Bucher, der unter Tel.: 06102/241764 zu erreichen ist. Der Luftbericht ist abrufbar unter: www.neu-isenburg.de/lebensraum/umwelt/luft

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